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An der Nabelschnur in den Faulturm


Zur Zeit steigen im Klärwerk Mittelstadt zwei Industrietaucher für Reparaturarbeiten in den 16 Meter hohen Faulturm. Am Boden und im Trichterbereich haben sich Ablagerungen und sogenannte „Verzopfungen“ angesammelt, die zu Verstopfungen in der Entnahmeleitung führen. Um nicht den kompletten Faulturm zu entleeren und den Betrieb dadurch stark zu stören, wurde die Tauchtruppe engagiert.  Mit einer Winde wird Till Schweickert in die 35 Grad warme schwarze Brühe gelassen. Drei Stunden lang wird der Taucher in seinem komplett abgeschlossen Gummianzug in kompletter Dunkelheit seine Arbeit verrichten. Seine einzige Verbindung zu Außenwelt ist „die Nabelschnur“ – eine Leine mit Telefonkontakt und Luftschlauch. Am Rande des Faulturms wartet  und kontrolliert Michael Lorenz den Einsatz. Ein eingespieltes Team, das sich bei den Tauchgängen abwechseln, ist hier am Werk. Einzige Hilfsmittel in den Tiefen des Turms sind eine Pumpe und die Hände, mit denen der schwere Schlamm entfernt wird.  Der Einsatz kostet den Abwasserzweckverband Merzenbachtal, denen neben dem Stadtteil Mittelstadt, der kleinste Ortsteil von Pliezhausen, Dörnach und die Gemeinde Walddorfhäslach angehört 25.000 Euro. 

Mit Klärgas Strom erzeugen

Gleichzeitig wurde das neue Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen. Das Klärgas wurde bisher ausschließlich für Heizzwecke verwendet. Der erzeugte Strom wird komplett im Klärwerk verbraucht. Die dabei entstehende Wärmeenergie wird ebenfalls vollständig zur Aufheizung des Faulturms und zur Gebäudeheizung eingesetzt. 52.500 Euro musste der Abwasserzweckverband in das BHKW investieren. Eine Investition, die sich wirtschaftlich und ökologisch rechnet, so Elmar Rebmann, Vorsitzender des Abwasserzweckverbandes.  

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