Aktuelles

Newsletter November 2020


Vorträge


Der für Dienstag, 10. November 2020 geplante Vortrag

Die Hungerkrise nach dem Krieg in Reutlingen und in Südwürttemberg 1945 – 1948


muss leider auf das kommende Jahr verschoben werden.

Unter Berücksichtigung der aktuellen Coronaverordnungen steht bislang noch der Vortrag von Dr. Wolfgang Mährle aus Stuttgart zu „Krieg und Reichsgründung: Württemberg vor 150 Jahren“ am 9. Dezember auf dem Programm. Bitte beachten Sie dazu auch die aktuelle Berichterstattung in der Tagespresse.


Mitgliederversammlung 2020


Nach Entscheidung der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vom 28.10.2020 hat der Vorstand beschlossen, unsere am 25. November vorgesehene Mitgliederversammlung nicht wie geplant abzuhalten, sondern zu verschieben. Wir bitten angesichts der drastischen Einschnitte in diesem Monat für viele Lebensbereiche um Verständnis. Eine Einladung zum Nachholtermin werden Sie wie üblich auf dem Postweg erhalten.


Weitere Veranstaltungen


Ausfahrt verschoben


Die von unserer zweiten Vorsitzenden Irmtraud Betz-Wischnath vorbereitete Ausfahrt zu den „Kleinodien im ehemaligen Zwiefalter Klostergebiet“ konnte leider nicht wie geplant am 18. Oktober stattfinden und wird nun im ersten Halbjahr 2021 nachgeholt.

Gedenkstunde am 9. November zur Pogromnacht


In diesem Jahr haben Schülerinnen und Schüler der Laura-Schradin-Schule die Gedenkstunde in Erinnerung an die Gewalttaten des 9. und 10. Novembers 1938 vorbereitet. Der Abend steht unter dem Motto „Verlust jüdischen Lebens in Reutlingen“.
 
Beginn ist um 18:30 Uhr in der Marienkirche. Angesichts der derzeitigen Corona-Entwicklungen wird nur eine kleine Personenzahl der Veranstaltung beiwohnen können, allerdings ist eine Teilnahme per Video-Streaming für jedermann möglich. Bitte melden Sie sich dazu über den folgenden Link an:
 
https://nmk.church-events.de/event/register/17

Vortrag „Reformatorische Theologie vor Gericht“


Am Mittwoch, 2. Dezember spricht Dr. Wolfgang Schöllkopf auf Einladung der Marienkirchengemeinde über den Reutlinger Reformator Matthäus Alber. Anlass ist dessen 525. Geburtstag und 450. Todestag in diesem Jahr.
 
Alber musste bekanntlich 1525 seine Theologie in einem Verhör vor dem Reichsregiment, der damaligen statthalterlichen Regierung in Esslingen, verteidigen, gemeinsam mit seinem Mitstreiter, dem Lehrer Conrad Oetinger. Dabei stehen die Fragen für die Arroganz und Angst staatlicher und kirchlicher Macht, die Antworten dagegen für den an Luther geschulten Herzschlag der reformatorischen Entdeckungen. Diese vermögen auch heute noch Kirche und Glaube zu erneuern.
 
Der Referent ist Pfarrer und Privatdozent für Kirchengeschichte an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen. Er gestaltete die Ausstellungen zum württembergischen Reformationsjubiläum 2009 „Württemberg wird evangelisch“ und zum Reformationsgedenkjahr 2017 „Luther kommt nach Württemberg“. Der Vortrag beginnt um 19:30 Uhr im Matthäus-Alber-Haus.

Eine Anmeldung ist beim Gemeindebüro der Neuen Marienkirchengemeinde, Tel. 3124-60, erforderlich.
 
Zusätzlich findet aus diesem Anlass am Sonntag, 6. Dezember um 15:00 Uhr eine Sonderführung im Heimatmuseum statt. Eine Anmeldung beim Heimatmuseum wird erbeten.
 

Weitere Informationen

RGB online


Der Gustav Werner gewidmete Jahresband der Reutlinger Geschichtsblätter 2009 ist neu auf unserer Onlinepräsenz der Tübinger Universitätsbibliothek eingestellt. Sie finden den Band direkt über diesen Link: http://hdl.handle.net/10900/107516. Über das Lesezeichenmenü können die Einzelkapitel aufgerufen werden, ein OCR-Programm ermöglicht die Volltextsuche innerhalb des Bandes.

Inkunabelfund im Stadtarchiv: Ein bislang unbekannter Reutlinger Frühdruck zur Gründung des Schwäbischen Bundes


Bei der Erschließung der Reutlinger Reichstagsakten fand sich in einem Konvolut mit zahlreichen Druckschriften zu Landfriedensbemühungen des Kaisers und Städtetagen des 15. und 16. Jahrhunderts ein Frühdruck, der dank der freundlichen Expertise von Mitarbeitern des Gesamtkatalogs der Wiegendrucke in Berlin mit guten Gründen als eine bislang unbekannte Arbeit aus der Offizin von Michael Greyff aus Reutlingen bestimmt werden konnte.

 Inkunabel Titelblatt








Es handelt sich um ein Statutenbuch des 1488 in Esslingen errichteten Schwäbischen Bundes, ein Zusammenschluss von Städten, Prälaten und Adel im Südwesten. Der Zahn der Zeit raubte dem Druck die beiden letzten Blätter, dafür haben sich aber Titelblatt und der Beginn des Textes mit beachtlichen Schmuckinitialen erhalten.

Inkunabel Seite 1










Die Berliner Experten sehen in dem fraglichen Druck „GW M40949“ ein „in dieser Mischform bisher nicht belegtes Beispiel“. Die phantasievollen, aus menschlichen Figuren zusammengesetzten Zierinitialen stammen ursprünglich aus der Uracher Druckerei von Konrad Fyner, der aber 1488 schon lange nicht mehr tätig war. Fyner nutzte diese Initialen in seinem berühmten, für Graf Eberhard im Bart um 1480 gefertigten Druck des „Buchs der Weisheit der alten Weisen“, einer deutschen Übersetzung des verbreiteten mittelalterlichen Fürstenspiegels von Johannes von Capua.
 
Der Reutlinger Drucker Michael Greyff hat sich nach dem Wegzug Fyners aus Urach mehrfach aus dessen Arsenal bedient. Rätselhaft bleibt jedoch die Drucktype des eigentlichen Textes, die so weder bei Greyff noch bei Fyner belegt ist.
 
Das Reutlinger Exemplar ist ein Rarum, bis heute sind lediglich noch zwei weitere Drucke in der British Library in London und im Münchner Hauptstaatsarchiv bekannt. Für die Bestimmung des Stücks ist Dr. Gerd Brinkhus in Mainz, Oliver Duntze, Martina Nickel sowie Dr. Falk Eisermann in Berlin zu danken. Das Statutenbuch des Schwäbischen Bundes, zu dem Reutlingen von Beginn an gehörte, vervollständigt unser Bild vom beachtlichen Stand des Frühdrucks in der Reichsstadt vor 1500.
 
Informationen zum Gesamtkatalog der Wiegendrucke mit Recherchemöglichkeiten gibt es hier: https://www.gesamtkatalogderwiegendrucke.de.
 
 
 
Geschäftsstelle des Reutlinger Geschichtsvereins
Kontakt
Tel.: 07121/303-2386
E-Mail: geschichtsverein@reutlingen.de
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