Aktuelles

Den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft


75 Jahre sind seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges vergangen. Der Volkstrauertag gab auch am 15. November 2020 wieder Anlass, der vielen geliebten Menschen zu gedenken, die infolge der beiden Weltkriege ums Leben kamen. Oberbürgermeister Thomas Keck gedachte ihrer gemeinsam mit Eberhard Welt, dem stellvertretenden Vorsitzenden des VDK Ortsverbands Reutlingen, auf dem Friedhof unter den Linden - Pandemiebedingt allerdings ohne die mehr als 250 Reutlingerinnen und Reutlinger, die in den vergangenen Jahren üblicherweise der Kranzniederlegung beiwohnten. 

"Der Tod der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft bedeutete nicht nur für Familie und Freunde immense Trauer, sondern war ebenso ein großer Verlust für unsere gesamte Gesellschaft", betonte der Oberbürgermeister. "Wir erinnern uns am Volkstrauertag auch an das Leiden der Menschen, die verfolgt und gedemütigt oder aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Wir dürfen diese Menschen nicht vergessen. Sie sind Teil unserer Geschichte und zugleich Mahnung an die Lebenden, den Frieden zu bewahren."

Auch in der heutigen Zeit sei Frieden kein selbstverständliches Gut. Auf der ganzen Welt gebe es Konflikte, in vielen Ländern seien Krieg und Terror trauriger Alltag. "So gedenken wir am Volkstrauertag der Opfer von Kriegen und Gewalt nicht nur gestern, sondern auch heute", so Keck, "und was könnte eindringlicher die Absurdität von Hass und Feindschaft verdeutlichen, als die Kriegsgräber?"

Gedanken von Lorenz Frey und Luca Sommer zum Volkstrauertag 2020 (Schüler des Albert-Einstein-Gymnsiums Reutlingen)

„Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen“ (~George Santayana). Diese Erkenntnis ist heute wichtiger denn je. Das Ende des zweiten Weltkriegs liegt nun bereits 75 Jahre zurück. Vieles hat sich seitdem verändert, doch Krieg und Gewaltherrschaft sind auch heute noch wichtige Themen, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Aktuelle Beispiele wie die jüngsten Terroranschläge in Frankreich und Österreich oder die Ansammlung rechtsextremer, bewaffneter Milizen in den Vereinigten Staaten zeigen, dass auch in demokratischen Staaten eine Bedrohung durch wiederkehrenden Hass in der Gesellschaft besteht.

Die Vergangenheit hat uns gezeigt, wie viel Leid entsteht, wenn wir uns eben diesem Hass beugen und ihm Raum lassen, sich zu entfalten. Es liegt daher in der Verantwortung von uns allen, Krieg und Gewalt entschieden entgegenzutreten, um weiteres Leid zu verhindern. Die zahllosen Opfer gewalttätiger Auseinandersetzungen, derer wir am heutigen Tage gedenken wollen, sollten uns eine Mahnung sein und uns an diese Verantwortung erinnern.
Nach oben