Aktuelles

Newsletter Mai 2021


Vortrag


Im Ringen um den wahren Glauben

Die Historikerin Beate Hummel spricht am Mittwoch, 11. Mai 2021 um 20:00 Uhr in einem Onlinevortrag über die Täuferbewegung in Reutlingen und anderen schwäbischen Reichsstädte.

Die Täuferbewegung war eine religiöse Nebenströmung der Reformation, die vor knapp 500 Jahren entstand. Indem die Täufer u. a. die Kindertaufe ablehnten, Eid und Kriegsdienst verweigerten, stellten sie die bestehende Ordnung in Frage. Dies konnte auf Seiten der geistlichen und weltlichen Obrigkeiten nicht hingenommen werden, die unterschiedlich auf das Täufertum reagierten. Unter den schwäbischen Reichsstädten stand Reutlingen vorbildhaft für einen milden Umgang mit Andersgläubigen. Welchen Weg die Städte einschlugen, hing von verschiedenen Faktoren ab, die das Schicksal der Täufer beeinflussten.

Beate Hummel promoviert an der Universität Tübingen über die Täufer in den schwäbischen Reichsstädten Esslingen, Reutlingen, Heilbronn, Schwäbisch Hall und Schwäbisch Gmünd im 16. Jahrhundert.

Organisatorische Hinweise

Der Vortrag wird ausschließlich im Livestream über „Zoom“ übertragen. Anmeldungen sind ab sofort bei der Volkshochschule per Telefon (07121/336-121) oder per E-Mail (info@vhsrt.de) möglich. Sie erhalten dann die Zugangsdaten mitgeteilt.


Reutlinger Geschichtsblätter Neue Folge 59

Der Jahrgang 2020 unseres Vereinsorgans befindet sich im Moment in der Schlussphase und wird voraussichtlich Ende Mai erscheinen. Wie gewohnt wird der Band den Mitgliedern als Jahresgabe zugehen. Diesmal gibt es zwei Themenschwerpunkte: Zunächst die Urkundenforschung (aus Anlass der Vorstellung des Reutlinger Urkundenbuchs im Dezember 2019) und weiter der Jahrestag des Kriegsendes 1945. Darüber hinaus enthält die Zeitschrift Ergebnisse der archäologischen Untersuchung des Katharinenhofareals in den Jahren 2018 und 2019 sowie eine Studie zur Hülsenfabrik Emil Adolff, die den Gang des Unternehmens zwischen den Weltkriegen verfolgt.


Fahrt ins Zwiefalter Klostergebiet verschoben

Aufgrund der Pandemiesituation muss die für den 16. Mai geplante Ausfahrt mit unserer Zweiten Vorsitzenden Irmtraud Betz-Wischnath leider neuerlich verschoben werden. Nach heutigem Stand der Dinge ist der Sonntag, 10. Oktober als Ersatztermin vorgesehen.


Kriegsende-Ausstellung im Heimatmuseum

Die Ausstellung "Kriegsende! Kriegsende? Reutlingen nach 1945" sollte letztes Jahr anlässlich des 75. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs gezeigt werden. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Ausstellung auf dieses Jahr verschoben. Ab 22. Mai ist die Ausstellung nun im Heimatmuseum zu sehen. Die Ausstellung lädt in sechs verschiedenen Kapiteln zum Nachdenken über die Frage ein, wann der Krieg denn tatsächlich "zu Ende“ war. Viele Fotos aus dem Bestand des Stadtarchivs und Objekte aus dem Heimatmuseum veranschaulichen die unmittelbare Nachkriegszeit mit allen Facetten: Unsicherheit, existentielle Not, aber auch Aufbruchsstimmung und Wiederaufbau. Die Regelungen zum Ausstellungsbesuch erfahren Sie tagesaktuell unter www.reutlingen.de/heimatmuseum.


Weitere Veranstaltungen


1700 Jahre jüdisches Leben – Veranstaltung verschoben

Die Veranstaltung „Reichtum der jüdischen Geschichte und wachsender Antisemitismus“ mit der Vorsitzenden der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs, Prof. Barbara Traub, und dem Antisemitismusbeauftragten des Landes, Michael Blume wurde wegen der andauernden Pandemie auf den 19. Oktober 2021 verschoben. Die Veranstaltung ist dann „live“ im Spitalhof geplant. Zudem dürfen wir uns auf eine musikalische Begleitung durch die Familie Lerner aus Reutlingen freuen.


250. Geburtstag von Heinrich Zschokke

Die Schweizer Partnerstadt Aarau nimmt in diesem Jahr den 250. Geburtstag von Heinrich Zschokke (1771 – 1848) zum Anlass für eine Reihe von Veranstaltungen. Das reichhaltige Veranstaltungsprogramm ist unter der Homepage

http://www.heinrichzschokke.ch/

abrufbar. Zuletzt hat Dr. Werner Ort im Jahr 2014 in Reutlingen über den Aufklärer und Verleger mit Kontakten zu Friedrich List gesprochen. Der Zschokke-Biograph berichtete damals auf Einladung der Stadtbibliothek über „Zschokke, Sauerländer und der Krieg der Bücher mit Reutlingen".


Hermann-Kurz-Stipendium

Die Stadt Reutlingen hat 2011 ein Stipendium für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ins Leben gerufen mit dem Ziel, Arbeiten zu Leben, Werk und Wirkung des Reutlinger Schriftstellers, Publizisten und Literaturwissenschaftlers Hermann Kurz (1813 – 1873) zu fördern. Letzter Stipendiat war Dr. Matthias Slunitschek, dessen preisgekrönte Dissertation „Hermann Kurz und die Poesie der Wirklichkeit“ 2017 erschienen ist und der mehrfach auch beim Geschichtsverein vorgetragen hat.

Zum 1. April 2021 erhielt nun die Germanistin Lisa Maier aus Esslingen die zweijährige Förderung. Ziel der von Dr. Stefan Knödler an der Universität Tübingen betreuten Arbeit ist eine kommentierte Ausgabe des Briefwechsels von Hermann Kurz und seinem langjährigen Freund Paul Heyse (1830 – 1914) in München. Das umfangreiche Konvolut von rund 700 Briefen, die in der Bayerischen Staatsbibliothek liegen, wurde in der Vergangenheit immer wieder herangezogen, sodass auch das Stadtarchiv über eine Sammlung von Reproduktionen verfügt. Die bis Kurz‘ Tod 1873 reichende Korrespondenz umfasst entscheidende Lebensjahre des gebürtigen Reutlingers: In Oberesslingen und Kirchheim unter Teck in bedrängten Verhältnissen wohnend, erlangte er erst durch die Stelle an der Universitätsbibliothek Tübingen eine wirtschaftlich gesicherte Position für die Familie. Verbittert über das Scheitern der 48er-Bewegung in Württemberg, hatte er mit dem 17 Jahre jüngeren Heyse einen weltläufigen, mit Protektion des Königs am Münchner Hof materiell sorgenfrei lebenden Briefpartner. Dennoch wirkten die beiden denkbar produktiv zusammen, die Briefe zeugen von großer gegenseitiger Wertschätzung. 1910 erhielt Heyse als erster deutscher Schriftsteller den Nobelpreis für Literatur.

Lisa Maier

Die nun geplante textkritische, kommentierte Edition wird nicht nur Fülle von Information zum Entstehungsprozess des von Heyse und Kurz herausgegebenen „Deutschen Novellenschatzes“ an den Tag bringen, sondern auch eine Vielzahl von persönlichen Nachrichten über Kurz und seine Familie.

Lisa Maier studiert und arbeitet an der Universität Tübingen und beschäftigte sich bereits im Zuge eines Praktikums im Stadtarchiv Esslingen mit Handschriften. Frau Maier ist zudem Hilfskraft am SFB-Projekt „Andere Ästhetik“ in Tübingen und wirkt als Tutorin am dortigen Deutschen Seminar. Sie wird sich bei ihrer Arbeit auch auf die Sammlungen zu Hermann Kurz in Stadtbibliothek, Heimatmuseum und Stadtarchiv stützen können. Im Mittelpunkt stehen zunächst die Briefe Heyses an Hermann Kurz.

Geschäftsstelle des Reutlinger Geschichtsvereins
Kontakt
Tel.: 07121/303-2386
E-Mail: geschichtsverein@reutlingen.de
www.reutlinger-geschichtsverein.de

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