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Solidarisches Wohnprojekt für die "K39"


Auf 640 Quadratmetern Fläche sollen 1- bis 3-Zimmerwohnungen mit Wohnraum für bis zu 25 Menschen realisiert werden – günstig und von den Bewohnern selbst verwaltet. Das Stadtteilzentrum im Erdgeschoss der K 41 mit Saal, Theke, Küche und Sanitäranlagen soll, genauso wie der Innenhof zwischen den Gebäuden, der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

„K39“ war 2019 wegen einer Hausbesetzung durch eine Gruppe mit dem Namen „Die Crew“ in aller Munde. In mehreren von Oberbürgermeister Thomas Keck initiierten Gesprächen zwischen Besetzern, der GWG Wohnungsgesellschaft Reutlingen als Hauseigentümerin und Stadtverwaltungsvertretern verständigte man sich darauf, die leer stehende Kaiserstraße 39 zusammen mit den angrenzenden Hausnummern 41/1 und 41/2 in einem wettbewerblichen Konzeptverfahren an Bewerberinnen und Bewerber zu vergeben, die das beste Konzept für eine urbane Gemeinschaftswohnform einreichen. Aus der „Crew“ wurde der Verein Fanclub Kollektives Eigenheim, der als einzig verbliebener Bewerber bereits im November 2020 ein Konzept präsentierte. Dieses hatte die Vorgaben der meisten Bewertungskriterien zwar grundsätzlich erfüllt, in einigen Punkten gab es aber Nachbesserungsbedarf. Nun präsentierte der Fanclub Kollektives Eigenheim e.V. dem Bewertungsgremium ein überarbeitetet Konzept. Mit Erfolg: Es wurde vom Bewertungsgremium offiziell zum Sieger des Vergabeverfahrens gekürt. Im Fokus der Konzeptvergabe durch das Bewertungsgremium standen dabei qualitative Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit und soziale Kriterien, nicht die Profitmaximierung.

Diese Kriterien habe das Konzept des FCK erfüllen können, so Oberbürgermeister Thomas Keck, der sich bei der gestrigen Unterzeichnung des Optionsvertrags sehr zufrieden mit dem Ergebnis zeigte: „Ich freue mich sehr, dass der Prozess, den wir gemeinsam durchlebt haben, einen guten Abschluss findet. Vielen Dank an den FCK für den mutigen Weg, der sicherlich unsere Stadtgesellschaft bereichern wird.“ Dass das Projekt auf einem erfolgreichen Weg ist, liege auch an der „hervorragende Mannschaftsleistung“ der beteiligten städtischen Ämter und der Zusammenarbeit mit der GWG, so der Oberbürgermeister.

Freude und vor allem Tatendrang herrscht auch beim Fanclub Kollektives Eigenheim: „Als nächstes steht die Gründung einer GmbH gemeinsam mit dem Mietshäuser Syndikat an“, so Timo Widmaier vom FCK. Im Anschluss könne man sogenannte Direktkredite, also Nachrangdarlehen von Privatpersonen, Unternehmen und Vereinen sammeln, um so das nötige Kapital für den Grundstückskauf aufzubauen. 900 000 Euro Startkapital will der Verein über die Direktkredite einsammeln, 540 000 Euro Festpreis für Grundstück und Häuser sind vereinbart. Ein Jahr hat der FCK dafür Zeit, dann läuft die Frist zum Kauf ab.

Insgesamt  rechnet der Fanclub Kollektives Eigenheim mit drei Millionen Euro an Investitionen. Die Darlehen werden über die Mieten, die nach Wirtschaftskraft gestaffelt werden, abbezahlt. Als Basiswert sind 7,39 Euro pro Quadratmeter angesetzt.

Weitere Informationen zum „K39“-Konzept vom Fanclub Kollektives Eigenheim gibt es auf: https://fckeigenheim.de/.

von links: Güthert, Schäuffele, Dachs, Widmaier, Keck stellen Pläne für das K39-Projekt des Fanclubs Kollektives Eigenheim vor.

Auf dem Bild (von links): Ralf Güthert (GWG), Fabian Schäuffele (Amt für Wirtschaft und Immobilien), Jochen Dachs und Timo Widmaier (FCK), OB Thomas Keck

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