Aktuelles

Newsletter Juni 2021


Vortrag

Am Mittwoch, 16. Juni 2021 spricht Dr. David Schnur aus Saarbrücken um 20:00 Uhr in einem Onlinevortrag über

Disputation

Jüdisches Leben in südwestdeutschen Reichsstädten im Spätmittelalter.

Anhand ausgewählter Beispiele wird die Geschichte der jüdischen Minderheit und der wechselhaften christlich-jüdischen Beziehungen seit dem frühen 13. Jahrhundert untersucht. Nach einem Überblick zu Siedlungsgeschichte und innerjüdischer Regionalorganisation werden die Hintergründe der flächendeckenden Verfolgungen zur Zeit des Schwarzen Todes (1348/51) betrachtet. Die einschneidenden Judenschuldentilgungen König Wenzels, die zunächst die Reichsstädte begünstigten, führten zu größeren Migrationsbewegungen innerhalb des deutschen Südwestens und teilweise bis nach Norditalien. Den inhaltlichen Schlusspunkt stellt die Vertreibung aus den Reichsstädten am Vorabend der Reformation um 1500 dar.

David Schnur promovierte in Trier zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Juden in Frankfurt a. M. und der Wetterau, eine mehrfach preisgekrönte Arbeit. Bis 2021 Leiter des Stadtarchivs Schwäbisch Gmünd, ist er heute stellvertretender Leiter des Landesarchivs Saarbücken. Vor kurzem erschien das von Dr. Schnur herausgegebene Buch „Jüdisches Leben in der Reichsstadt Schwäbisch Gmünd“, das die neuesten geschichtlichen und archäologischen Forschungsergebnisse zu dieser sehr alten jüdischen Gemeinde zusammenträgt.

Organisatorische Hinweise

Der Vortrag wird ausschließlich im Livestream über „Zoom“ übertragen. Anmeldungen sind ab sofort bei der Volkshochschule per Telefon (07121/336-100) oder per E-Mail (info@vhsrt.de) möglich. Sie erhalten dann die Zugangsdaten mitgeteilt.


Geschichtsblätter 2020

Die im letzten Newsletter für Mai angekündigte Versendung der Geschichtsblätter verzögert sich wegen Problemen im Produktionsablauf bedauerlicherweise um etwa zwei Wochen, sodass Sie den Jahresband nach jetzigem Stand Mitte Juni erhalten werden. Wir bedauern das einerseits, hoffen aber, dass dadurch die Vorfreude noch etwas wächst.


Film „Die Rastatter Prozesse. Kriegsverbrecher vor Gericht“

Am 4. Mai wurde auf Arte eine deutsch-französische Produktion über die Rastatter Kriegsverbrecherprozesse 1946 – 1949 ausgestrahlt. Lange Zeit ein Spezialthema für „Insider“, können nun, nach Öffnung der Gerichtsakten im französischen Besatzungsarchiv in La Courneuve, altbekannte Themen mit neuen Quellen bearbeitet werden.

Die Doku von Judith Voelker beschreibt das Ringen in den Prozessen um einen richtigen Umgang mit den NS-Verbrechen im Südwesten, darunter etwa in den „Wüste“-Lagern im Albvorland. Protagonisten in dem mit „Reenactment“-Elementen versehenen Film sind der französische Ankläger Joseph Granier und die in Tübingen ansäßige junge Pflichtverteidigerin Helga Kloninger.

Reutlingen spielt zwar nur in einem – wenn auch wichtigen – Nebensatz eine Rolle, gleichwohl gibt es aufgrund der Tätigkeit der hier angesiedelten Ermittlungsbehörde in den französischen Akten noch viel zu entdecken.

Der Film steht bis 1. August 2021 in der Arte-Mediathek zur Verfügung, weitere Informationen: https://www.arte.tv/de/videos/086125-000-A/die-rastatter-prozesse/


50 Jahre Empirische Kulturwissenschaften in Tübingen

Das Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft an der Universität Tübingen hatte im Lauf seiner mittlerweile 50-jährigen Geschichte viele Bezüge nach Reutlingen und in die Region. Es gab Forschungen etwa über Migrationsprozesse in Reutlingen, gemeinsame Projekte mit Heimatmuseum und Stadtarchiv, es gab persönlichen Austausch und nicht zuletzt ist der Institutsnestor Hermann Bausinger schon längst Reutlinger geworden.

Anlass genug, auf ein interessantes Ausstellungsprojekt zur Sachgeschichte als Fachgeschichte im Haspelturm des Schlosses Hohentübingen hinzuweisen, bei dem maßgeblich unser Ausschussmitglied Wolfgang Alber mitgearbeitet hat. Derzeit ist die Ausstellung nur in einer Kurzversion auf der Plattform

https://www.alltagskultur.info/unser-ding-sachgeschichte-als-fachgeschichte/

zu sehen, bald soll sie aber auch als Präsenzveranstaltung zugänglich sein. Zudem gibt es einen eigens produzierten Film, in dem Hermann Bausinger im Gespräch mit Karin Bürkert und Thomas Thiemeyer die Phase der Umbenennung des Faches von Volkskunde in Empirische Kulturwissenschaft und den damit verbundenen Perspektivenwechsel thematisiert. Zu all dem gelangen Sie über die Homepage des Instituts:

https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/wirtschafts-und-sozialwissenschaftliche-fakultaet/faecher/fachbereich-sozialwissenschaften/empirische-kulturwissenschaft/institut/50-jahre-empirische-kulturwissenschaft-tuebingen/

Und auch der Geschichtsverein sagt Happy Birthday Empirische Kulturwissenschaft!

Geschäftsstelle des Reutlinger Geschichtsvereins
Kontakt
Tel.: 07121/303-2386
E-Mail: geschichtsverein@reutlingen.de
www.reutlinger-geschichtsverein.de

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