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Weniger Lieferverkehr und mehr Aufenthaltsqualität in Reutlingen


Die Stadt Reutlingen und die Projektpartner möchten damit den Lieferverkehr in der Stadt verringern und für mehr Aufenthaltsqualität sorgen.

Zu Beginn des letzten Jahres hat die Stadt Reutlingen das Pilotprojekt „Reduzierung der innerstädtischen Verkehrsbelastung durch intelligente Paketzustellung und –steuerung in der Stadt Reutlingen“ gestartet. Zentraler Bestandteil des Projekts ist die Einrichtung eines Paketdepots (Mikro-Hubs) bei der sMail GmbH. Dort werden, unterstützt durch die Logistik-Software der pakadoo GmbH, Sendungen aller Paketdienstleister gebündelt angeliefert. Mit emissionsfreien Lastenfahrrädern werden sie von dort an Ausgabestellen in der Innenstadt wie beispielsweise den Paketschrank beim Rathaus oder zu Einzelhandelsunternehmen angeliefert. Sobald ein Paket abholbereit im Schrank liegt, wird die Empfängerin oder der Empfänger per E-Mail oder App automatisiert benachrichtigt.

 „Weniger Lieferfahrzeuge bedeuten auch weniger Lärm, Abgase und Unfallgefahren in einer attraktiven Innenstadt. Davon profitieren nicht nur die Kundinnen und Kunden und Besucher, sondern auch Einzelhandel und Gastronomie haben einen Nutzen", fasste Oberbürgermeister Thomas Keck bei der Einweihung des „deliveRT Paketschranks“ zusammen.

Der paketdienstunabhängige Paketschrank bündelt nicht nur die Lieferfahrten vor den Toren der Stadt und reduziert Lärm und Abgase. Er spart auch zusätzlich für alle, die tagsüber nicht zu Hause sind, Wege, Nerven und Zeit beim Abholen der Sendungen.

Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration im Rahmen der Ausschreibung INKOMO 4.0 mit 322.000 Euro. „Wir fördern es mit einem speziellen Programm, das digitale Mobilitätslösungen in Kommunen verbessert werden, und bringen diese in die Fläche des Landes. Je mehr Kommunen eine digitale Lösung nutzen, umso besser können wir Größeneffekte erzielen: Das führt zu einer deutlichen Verbesserung des gesellschaftlichen Nutzens und der technischen und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Das Projekt deliveRT in Reutlingen zeigt eindrucksvoll, wie wir durch Digitalisierung von Logistikprozessen die Zusteller entlasten, den Verkehr aus den Städten holen und gleichzeitig die Umwelt schonen können“, so der Beauftragte der Landesregierung für Informationstechnologie Stefan Krebs.

Ein Konzept - mehrere Bausteine

Erste Tests für das Projekt sowie Vorstudien und Befragungen von Einzelhändlern und Reutlinger Bürgerinnen und Bürgern wurden von der Hochschule Reutlingen durchgeführt. Inzwischen hat das Projekt den Namen deliveRT und ein eigenes Logo bekommen. Nachdem in der Testphase ausschließlich das Paketdepot der Hochschule Reutlingen als zentrumsnahes Depot für Paketanlieferungen genutzt wurde, sollen zukünftig nur noch die Paketsendungen der Studierenden und Mitarbeitenden darüber abgewickelt werden.

In einer zweiten Phase geht jetzt der Paketschrank in der Rathausstraße an den Start, der rund um die Uhr zugänglich ist.

„Wir hoffen nun, dass möglichst viele Reutlingerinnen und Reutlinger das Serviceangebot nutzen“, betonte OB Keck, und Markus Ziegler, Geschäftsführer der pakadoo GmbH, ergänzte: „Außerdem würden wir uns freuen, wenn wir den lokalen Einzelhandel mit ins Boot holen können. Mit einem lokalen Einzelhandelsunternehmen haben wir bereits die gebündelte Paketzustellung aus dem Mikro-Hub zum Wunschtermin getestet. Daneben bietet gerade der Paketschrank dem stationären Handel noch viele weitere Möglichkeiten, mit denen er seine Kundenservices ausbauen kann, wie zum Beispiel Verkauf außerhalb der Öffnungszeiten.“

Ein weiterer und wichtiger Baustein sind Abholstationen, die es bereits bei der Firma Bosch oder bei den Kreiskliniken gibt. An sogenannten "pakadoo points" können Mitarbeitende ihre Sendungen abholen und nach der Arbeit ganz bequem mit nach Hause nehmen.

Kooperationspartner der Stadt sind das Forschungszentrum Logistik der Hochschule Reutlingen, das das Projekt wissenschaftlich begleitet, sowie die pakadoo GmbH, die Software, IT-Plattform sowie den Paketschrank für die Bürgerschaft bereitstellt. Neu an Bord ist die Firma sMAIL, die als lokales Logistikunternehmen das zentrumsnahe Paketdepot (Micro Hub) eingerichtet hat und die gebündelte, emissionsfreie Auslieferung auf der „Letzten Meile“ aktuell übernimmt.

Informationen rund um den neuen deliveRT Paketschrank-Service, die Registrierung und die Adressierung gibt es unter oder www.pakadoo.de/Reutlingen.

deliveRT Paketschrank-Service

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