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An der Echaz reichen wenige Minuten


Die verheerenden Folgen des Hochwassers am 28. Juni vergangenen Jahres arbeiten die Fachleute von der SER teilweise heute noch ab. Daran, dass sich solche Starkregenereignisse, aber auch Hagelstürme in den kommenden Jahren noch häufen werden, zweifelt hier inzwischen niemand mehr. Reutlinger Besonderheiten bergen zusätzliche Herausforderungen. Die Lage zwischen Neckartal und Alb sorgt dafür, dass Gewitterzellen lange über der Stadt stehen bleiben. Und anders als Donau oder Rhein braucht die kleine Echaz in ihrem dicht besiedelten Umfeld oft nur wenige Minuten, um über die Ufer zu treten und Schaden anzurichten.

Im Zusammenspiel mit Feuerwehr, den Ämtern des städtischen Baudezernats und weiteren Echaz-Anrainern in der Region nähert sich das SER-Team, in der Bevölkerung bislang vor allem als Herren über Kanäle und Klärwerke wahrgenommen, der Herausforderung Klimawandel auf verschiedenen Wegen.

Etwa über den Ansatz, die Stadt der Zukunft so zu planen, dass Hochwasserkatastrophen und die dazugehörigen Millionenschäden möglichst gar nicht mehr vorkommen. Neu entstehende Quartiere wie die „Schieferterrassen“ oder auch „RTunlimited“ dienen als Pilotprojekte für sogenannte integrierte Regenwasserkonzepte, die Aspekte vom Straßenquerschnitt und -belag über Verdunstungsbeete oder Fassadenbegrünung bis hin zur Regenwassernutzung berücksichtigen. Denn auch das andere Wetterextrem, nämlich wochenlange Trockenperioden, erfordert Lösungen, die in die Planungen einfließen müssen. Den „Leitfaden Regenwasser“ als Grundlage für eine durchdachte Stadtplanung wird der Gemeinderat voraussichtlich in diesem Herbst auf den Weg bringen.

Für bereits bestehende Quartiere braucht es aber andere Lösungen. Allen voran: die Vorsorge, auch die der Bürgerschaft selbst, sowie zuverlässige Warnsysteme. Auch hier ist Reutlingen dran, bekräftigt Torsten Müller, SER-Fachgebietsleiter für Gewässer und Hochwasserschutz. Ein Niederschlagsmessnetz umfasst zwölf Messstationen im gesamten Stadtgebiet, zusammen mit weiteren Daten aus verschiedensten Quellen bildet es die Basis für ein zuverlässiges Frühwarnsystem sowohl für die Bevölkerung als auch die Hilfsorganisationen. „Wir hoffen, das schon bald anbieten zu können“, unterstreicht Müller. Die Pegelkurven der Messstationen können sich Interessierte aber jetzt schon anschauen.

Hochwasser am 28. Juni vergangenen Jahres

Auf der SER-Homepage finden Häuslesbesitzer auch wertvolle Tipps zur Eigenvorsorge. „Im Falle einer Überflutung des Kellers herrscht Lebensgefahr“, warnt Thorsten Müller. Durch bauliche Vorsorge, etwa den Einbau von Rückschlagklappen, die gar nicht teuer seien, könne man sowohl sich und seine Liebsten als auch seine Habseligkeiten vor Schaden bewahren. Auf der Homepage gibt es hierzu ein Video.

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