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Ein Eisbär zieht um


So auch am Donnerstag, 11. August, beim Vor-Ort-Termin: Ein großer Lastwagen hält vor dem Gebäude der ehemaligen Paketpost. Im Laderaum warten die „Großen“ aus der zoologischen Sammlung des Museums: ausgestopfte Hirsche, Raubkatzen, Greifvögel, aber auch ein Zebra, ein Kamel und viele weitere Tiere. Ungeschlagener Spitzenreiter in Sachen in Größe ist ein Eisbär, auf allen Vieren stehend, mit weichem Fell und scharfen Zähnen. Alle Tiere sind sicher verstaut und werden möglichst vorsichtig aus dem LKW geladen, um sie heil an ihren Zielort in der Paketpost zu bringen. Dort heißt es zunächst: abkühlen – und zwar richtig. Eine Woche lang geht es bei 25 Grad minus in die hauseigene Tiefkühlkammer, dann kurz auftauen, danach wieder eine Woche lang einfrieren. „Es geht darum, Schadinsekten von den Objekten fernzuhalten“, erklärt Dr. Barbara Karwatzki, Leiterin des Naturkundemuseums.

Doch nicht nur Eisbär, Zebra und Co. treten in diesen Tagen ihren Umzug an. Auch kleine Objekte, wie Fossilienplatten oder präparierte Insekten, zählen zur Sammlung. Zum neuen Standort transportiert werden müssen auch rund 120 Schränke und weiteres Mobiliar. Da die Verwaltung des Naturkundemuseums ebenfalls umzieht, stapeln sich zusätzliche Kisten in den Transportfahrzeugen. Der große Umfang und das notwendige Fingerspitzengefühl für die Museumstücke führen dazu, dass der Umzug bereits seit Anfang Juni in vollem Gange ist. Inzwischen ist der Großteil der Stücke in der Paketpost angekommen, in ein paar Wochen sollen die letzten die Planie verlassen haben.

Das Team des Museums darf sich nach dem Umzug über ein wenig mehr Platz zum Arbeiten freuen: „In der Planie hatten wir fast 1 000 Quadratmeter, jetzt haben wir 70 Quadratmeter mehr“, so Dr. Barbara Karwatzki.

Damit die Objekte irgendwann auch im Naturkundemuseum am Weibermarkt zu bestaunen sein können, ist viel Arbeit nötig: Denn die Sammlung ist längst noch nicht vollständig erfasst. „Das ist in allen Museen ein Stiefkind“, weiß Dr. Karwatzki. In den letzten Jahrzehnten wurde die Reutlinger Sammlung immer wieder erweitert. Alle Stücke müssen dann zunächst gesichtet, teils bestimmt, fotografiert und dokumentiert werden.

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