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Risse im Boden - "Pelosol" kennen und verstehen lernen


Der Bodentyp Pelosol (von griechisch pélos = Ton) wurde zum „Boden des Jahres 2022“ gekürt. Im Schichtstufenland zwischen Schwarzwald und der Schwäbischen Alb handelt es sich meist um diesen Bodentyp. Der Pelosol vergrößert sein Volumen im feuchten Zustand (Quellen) und schrumpft bei Austrocknung, was zur Rissbildung führt. Pelosole sind zwar fruchtbar, aber wegen ihrer extrem hohen Tongehalte nur schwer zu bearbeiten. Im Volksmund werden sie deshalb auch als „Minutenboden“ bezeichnet, weil eine Bodenbearbeitung nur in einem engen Zeitfenster möglich ist, wenn es weder zu nass, noch zu trocken ist. Darüber hinaus kommt es schnell zu Trockenstress, weil der Boden nur wenig pflanzenverfügbares Wasser speichern kann und die Rissbildung Feinwurzeln abreißen lässt. Daher ist die Ackernutzung auf reinen Pelosolen die Ausnahme. Es überwiegt die Grünlandnutzung, häufig in Verbindung mit Streuobstwiesen und die Forstwirtschaft.

Bei der gärtnerischen Nutzung des Bodentyps Pelosol ist darauf zu achten, bei fehlender Bewässerung und in Trockenphasen die Verdunstung zu minimieren. Am besten klappt dies mit einer feinkrümeligen Humusauflage und einer konstanten Bodenbedeckung, z.B. einer Mulchauflage oder Gründüngung. Bei langanhaltender Trockenheit - wie im Moment - sind aber auch hierbei Grenzen gesetzt.  

Mehr über den „Pelosol“ erfahren am Freitag, 19. August 2022, von 15:00 bis 17:00 Uhr Besucherinnen und Besucher der Informationsveranstaltung zum Tag des Bodens im Lehr und Schaugarten des Obst und Gartenbauvereins Reutlingen e.V. der Pomologie Reutlingen.

Weitere Informationen
Thilo Tschersich, Ulrich Schroefel und Mark Müller
Kreisfachberater für Obst- und Gartenbau

Grünflächenberatungsstelle Landratsamt Reutlingen
Telefon: 07121 480-3327
E-Mail: gruenflaechenberatung@kreis-reutlingen.de

Sprechzeiten Mo., Di. und Do.: 9:00 Uhr - 12:00 Uhr

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