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Eine rundum saubere Sache


Das jedoch hatte beileibe nichts mit Essen zu tun. Unter fachkundiger Anleitung der Technischen Betriebsdienste Reutlingen (TBR) ging es vielmehr darum, die Stadt ein wenig sauberer zu machen. So verunstalten Aufkleber in großer Anzahl Lampenmasten und Wände im öffentlichen Bereich.

Reutlinger Stadträtinnen und Stadträte am World Cleanup Day

Es sollte ganz allgemein der Startschuss sein, um das Anliegen und Thema „mehr Sauberkeit“ ins Bewusstsein der Stadtgesellschaft zu rufen. Mit von der Partie waren Finanzbürgermeister Roland Wintzen, TBR- Betriebsleiter Dirk Kurzschenkel und Matthias Kuster, der Abteilungsleiter Stadtreinigung/Abfallwirtschaft bei den TBR.

Weitere TBR-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren in den Bürgerpark gekommen, um nach der bislang ersten Putzaktion dieser Art vor Ort aus dem Maschinenpark der TBR zwei spezielle Reinigungsfahrzeuge vorzustellen. Die rücken den „Bäbbern“ im öffentlichen Raum ebenso zu Leibe, wie sie die Graffitis und Sprüche entfernen, die sich an vielen Hauswänden in der Stadt befinden. Deren Entfernung ist sehr kostspielig – und wer dabei erwischt wird, muss neben den Reinigungskosten von rund 350 Euro pro Stunde zumeist auch noch eine Strafe von 500 Euro bezahlen. „Aber wir wollen heute am Cleanup Day nicht mit dem erhobenen Zeigefinger auftreten“, versicherte Albert Keppler, der Leiter des Amts für öffentliche Ordnung Reutlingen. Es solle hingegen verdeutlicht werden, dass die Hinterlassenschaften von illegalen Graffiti und Stickern auf Hauswänden, Verteilerkästen und auf Ampelmasten oft nur unter Einsatz jeder Menge Chemie beseitigt werden können, betonte Matthias Kuster. Ob nun unter Einsatz von Trockeneis, das nichts anderes ist als festes CO2 - oder mit der „chemischen Keule“: All das bedeutete ebenfalls umweltschädliche Fußabdrücke. Umso mehr wiegt da die Feststellung, dass in Reutlingen etwa ein Drittel der Aufkleber ausgerechnet von Aktivisten der Klimabewegung stammen.

Doch der weltweit begangene Cleanup-Day sollte natürlich positive Botschaften transportieren – und Lösungswege aufzeigen. In Zusammenarbeit mit dem Reutlinger Jugendgemeinderat wurde die Idee einer eine sogenannte „Bäbber-Säule" geboren. Diese steht nun leibhaftig im Bürgerpark nahe der Skateanlage im Bürgerpark. Offiziell ihrer Bestimmung übergeben hat sie Finanzbürgermeister Roland Wintzen. Er durfte den ersten Aufkleber auf dieser Art Litfaßsäule anbringen. Er freute sich über diese – nun legale Art – Botschaften und Nachrichten zu verbreiten. Doch ist das womöglich nur der Auftakt: An rund acht Stellen in der City könnten, so der Jugendgemeinderat, weitere Säulen aufgestellt werden. Auch Wandflächen zum legalen Plakatieren sind im Gespräch.

Bürgermeister Roland Wintzen beklebt die "Bäbber-Säule"

Eine passende Schnittmenge zum Thema Umwelt und Klima fand sich am vergangenen Samstag ebenfalls im Bürgerpark. Viele Infos und praktische Tipps in Sachen nachhaltiger Fortbewegung im öffentlichen Raum bekamen die Besucher und Besucherinnen des Mobilitätstags. Diese Veranstaltung mit zahlreichen Ständen hatte natürlich wegen der aktuellen Energiekrise noch mehr an Bedeutung gewonnen. Ob Carsharing, das Fahrrad als Alternative zum Auto – oder der Stand der Stand der Stadt mit ihrer Task Force Klima und Umwelt: Viele Akteure aus der Branche stellten ihre Angebote und Anregungen für eine umweltgerechtere Mobilität vor. Mit dabei waren neben Vertretern des Einzelhandels auch der RSV mit seinem Elektrobus und der Verbraucherschutz Baden-Württemberg.

Keine Frage: Die im Bürgerpark präsentierten Themen, die ausgesandten Botschaften und Tipps am Cleanup-Day und am Mobilitätstag werden mit Sicherheit einen Veranstaltungs-Nachfolger finden, so wünschten sich das jedenfalls zahlreiche Beteiligte.

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