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Tonne-Gastspiel in Pirna: Theater im Zeichen der Städtepartnerschaft


Das spartenübergreifenden inklusive Straßentheaterprojekt „Hierbleiben… Spuren nach Grafeneck“, das die Opfer der titelgebenden Tötungsanstalt zur Zeit des Nationalsozialismus in den Blick nimmt, war vom 1. bis 3. September in Brandenburg an der Havel und Berlin sowie Reutlingens Partnerstadt Pirna zu Gast. In Brandenburg und der Bundeshauptstadt spielte das Ensemble im Rahmen von Veranstaltungen der dortigen Gedenkstätten, die an alle Menschen mit Behinderungen erinnerten, die durch die Nationalsozialisten im Rahmen der sogenannten „Aktion T4“ systematisch deportiert und getötet wurden. In Pirna standen zudem die Schicksale der dortigen Ermordeten im Fokus, die in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein, dem sächsischen Pendant zu Grafeneck, den Tod fanden. Vor Ort konnte sich das inklusive Ensemble der Tonne sowohl über den herzlichen Empfang in Form einer Rede von Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke als auch über reges Interesse der Einwohnerschaft freuen. Auf dem Pirnaer Marktplatz strömte das Laufpublikum zusammen und verfolgte die Vorstellung aufmerksam und teils sichtlich bewegt. Über den produzierenden Verein Theater in der Tonne e.V., die BAFF (Träger der Lebenshilfe und der BruderhausDiakonie), die Fakultät für Sonderpädagogik der pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, die BruderhausDiakonie-Werkstätten Reutlingen und die Habila GmbH Rappertshofen/Reutlingen hinaus erfuhr das Gastspiel nicht zuletzt große Unterstützung vonseiten der verpartnerten Stadtverwaltungen: Reutlingen und Pirna setzten alle Hebel in Bewegung, um diese Etappe der Reise zu ermöglichen. Ein starkes Zeichen für eine Städtepartnerschaft, die auch in der kulturellen Aufarbeitung dunkelster deutscher Vergangenheit eng zusammensteht.

Theaterprojekt „Hierbleiben… Spuren nach Grafeneck“

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