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Reutlingens Ökokonto ist schon gut gefüllt


Beim ersten Anlauf im Jahr 2003 hatte der Verwaltungsvorschlag, ein Ökokonto einzuführen, keine Mehrheit im Rat gefunden. Im Jahr 2018 indes beschloss das Gremium dann doch noch, das Konto für die Wohnbau- und Gewerbeflächenoffensive einzurichten und umzusetzen, resümierte Thomas Keck.

"Konto" ist in diesem Fall durchaus wörtlich zu verstehen, denn ähnlich wie bei einem Sparbuch können Punkte für  Ausgleichsmaßnahmen angespart werden, die für spätere Bauprojekte eingesetzt werden. "500.000 sogenannte Biotopwertpunkte sind auf diese Weise schon zusammengekommen", freute sich der Rathaus-Chef, der dieser Methode einiges an Charme abgewinnen kann: "Mit dem Ökokonto können wir zunächst ohne Zeitdruck und auf freiwilliger Basis ökologisch wertvolle Maßnahmen initiieren, für die im Bebauungsplanverfahren erfahrungsgemäß keine Zeit vorhanden wäre". Und Baubürgermeisterin Weiskopf ergänzt: "Während das Bauvorhaben beginnt, ist die Ausgleichsmaßnahme schon entwickelt."

Laufende Projekte sind unter anderem der "Hutewald" an der Achalm (40.000 Biotopwertpunkte), die Förderung des Bergkronwicken-Widderchens in Gönningen (10.000 Biotopwertpunkte), die Aufwertung einer alten Sondelfinger Streuobstwiese mit einem Amphibientümpel für die Gelbbauchunke (100.000 Biotopwertpunkte) oder die Entwicklung einer Magerwiese in Altenburg (95.000 Biotopwertpunkte), über die sich unter anderem der Alpenbock freut.

Bergkronwicken-Widderchen an der Gönninger Steige, Foto: H. Geupel, BNAN e. V.

Bergkronwicken-Widderchen an der Gönninger Steige, Foto: H. Geupel, BNAN e. V.

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