105 Jahre – Heinz Parthum ist Reutlingens ältester Bürger
Bereits vor dem Besuch des Oberbürgermeisters hatte Parthum seinen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern im Seniorenzentrum Gertrud Luckner eine Freude bereitet: Mit seiner Mundharmonika sorgte er für musikalische Unterhaltung. In der Orschel-Hagener Einrichtung fühlt sich Parthum sichtlich wohl. Zwar sitzt er seit einiger Zeit im Rollstuhl und das Hören fällt ihm schwer. Ansonsten gehe es ihm gut, sagt der 105-Jährige. Ein Beweis dafür ist sein Humor, den er sich bis heute bewahrt hat. Mehrfach bringt er Keck zum Lachen, als er schlagfertig auf dessen Fragen antwortet.
Doch Parthum blickt auch auf schwierige Zeiten zurück. Besonders geprägt haben ihn sein Einsatz als Soldat im Zweiten Weltkrieg und die anschließende Gefangenschaft in Frankreich. „Das war eine harte Zeit“, erinnert er sich. Unterkriegen ließ sich der gebürtige Sachse dennoch nicht. Noch während der Gefangenschaft lernte er seine spätere Frau Marguerite kennen. Nach seiner Freilassung kehrte das Paar gemeinsam nach Deutschland zurück.
Der gelernte Weber arbeitete zunächst in Pfullingen, später in einer Reutlinger Metalltuchfabrik. Dort blieb er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1984. Anschließend genossen Heinz und Marguerite Parthum viele gemeinsame Jahre in ihrem Reihenhaus in Orschel-Hagen. Nach dem Tod seiner Frau im Jahr 2013 kümmerte sich Parthum weiterhin selbstständig um Haushalt und Garten. Erst mit 100 Jahren zog er ins Seniorenzentrum.
Heute blickt Heinz Parthum auf eine bewegte Lebensgeschichte zurück – geprägt von Durchhaltevermögen und von der Fähigkeit, sich den Humor zu bewahren – Eigenschaften, die ihn bis heute auszeichnen.