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Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb spielt in einer Liga mit den weltweit bedeutendsten Kulturlandschaften


Damit haben wir ein weiteres Alleinstellungsmerkmal vorzuweisen, der Reiz Reutlingens gewinnt dadurch abermals hinzu. Als Erholungsraum für unsere Bürgerinnen und Bürger, als Standort für Betriebe mit besonderer Umwelt- und Lebensqualität sowie für den Tourismus ist das Biosphärengebiet von großem Vorteil. Die Stadt Reutlingen hat durch zahlreiche Landschafts- und Naturschutzgebiete, FFH-Schutzflächen sowie dem Umweltbildungszentrum Listhof zum Erhalt unserer Kulturlandschaft viele bedeutende (Vor-) Leistungen erbracht. Diese passen wegen ihrer Hochwertigkeit hervorragend in das Biosphärengebiet.

Schwäbische Alb

"Die Anerkennung des Biosphärengebietes Schwäbische Alb als UNESCO-Biosphärenreservat bedeutet Anerkennung und Herausforderung für das Land ebenso wie für die beteiligten Kreise und Gemeinden. Die Anstrengungen aller am Projekt Beteiligten haben sich gelohnt. Wir werden die Möglichkeiten die sich uns nun bieten nutzen", sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk MdL, am Dienstag (26. Mai) in Stuttgart. Die Entscheidung zugunsten des Biosphärengebietes Schwäbische Alb fiel im Rahmen der 21. Sitzung des 'Internationalen Koordinierungsrates' des UNESCO-Programms 'Der Mensch und die Biosphäre' (MAB) auf der koreanischen Insel Jeju.

Auf der Tagesordnung des Internationalen Koordinierungsrates stand die Prüfung von weltweit 32 Anträgen auf Anerkennung neuer Biosphärenreservate durch die UNESCO. 17 davon wurden positiv beschieden, darunter auch der Antrag auf Anerkennung des Biosphärengebietes Schwäbische Alb als UNESCO-Biosphärenreservat. "Die von der UNESCO beziehungsweise dem Deutschen MAB-Komitee für Biosphärenreservate aufgestellten Kriterien setzen die Meßlatte sehr hoch! Dennoch sind wir auf einem guten Weg", erklärte der Minister nachdem er durch die Vorsitzende des Deutschen MAB-Komitees, Gertrud Sahler vom Bundesumweltministerium, über die Anerkennung direkt informiert worden war.

In diesem Zusammenhang wies Hauk darauf hin, dass mit der Realisierung des Verwaltungs- und Informationszentrums für das UNESCO-Biosphärengebiet Schwäbische Alb zwischenzeitlich begonnen worden sei. Darüber hinaus liefen erste Forschungsaktivitäten und ab Mitte des Jahres werde in Münsingen in der Geschäftsstelle im Alten Lager mit voller Personalstärke gearbeitet. "Auch das Rahmenkonzept, mit dem Ziele und Leitlinien für die Entwicklung des Biosphärengebietes unter Einbeziehung der Bevölkerung erarbeitet werden würden, wird demnächst vergeben", so der Minister weiter. Damit sei ein Teil der Vorgaben, die mit den vom Deutschen MAB-Komitee erstellten Kriterien für Biosphärenreservate verbunden seien, bereits umgesetzt.

Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb wird, wie alle anderen Biosphärenreservate, auf der Grundlage der internationalen Leitlinien im zehnjährigen Turnus durch das Deutsche MAB-Komitee überprüft. Grundlage dafür sind die sogenannten Bewertungskriterien, ein vom Deutschen MAB-Komitee erstelltes Prüfraster für die strukturellen und funktionalen Aspekte eines Biosphärenreservates.

Minister Hauk wies allerdings auch darauf hin, dass es jetzt primär darum gehe, die Menschen für ihr von der UNESCO anerkanntes Gebiet zu begeistern. "Auch hier gilt: Der Weg ist das Ziel", betonte Hauk. "Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb spielt jetzt in einer Liga mit den weltweit bedeutendsten Kulturlandschaften. Ich bin davon überzeugt, dass der Prozess um die Anerkennung dieses Gebietes ebenso wie die Bemühungen um seine weitere Entwicklung das Bewusstsein der Menschen für gelebte Nachhaltigkeit entscheidend beeinflussen wird und wir in einigen Jahren alle sagen können: Die Anstrengungen um dieses von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannte Biosphärengebiet Schwäbische Alb haben sich gelohnt!"

Weitere Informationen zum Biosphärengebiet Schwäbische Alb:

Die Verordnung über das Biosphärengebiet Schwäbische Alb ist nach Veröffentlichung im Gesetzblatt für Baden-Württemberg am 22. März 2008 in Kraft getreten und erstreckt sich auf 29 Gemeinden und den Gutsbezirk Münsingen in den Landkreisen Alb-Donau, Reutlingen und Esslingen sowie den Regierungsbezirken Stuttgart und Tübingen und auf einer Fläche von 85.269 Hektar (Kernzone: 2.645 Hektar [3,1 Prozent], Pflegezone: 35.410 Hektar [41,5 Prozent], Entwicklungszone: 47.214 Hektar [55,4 Prozent]).

Die Städte und Gemeinden bringen rund 1.000 Hektar Gemeindewald (ca. 1,2 Prozent der Gesamtfläche) in die Kernzonen ein. Kern- und Pflegezone nehmen im Biosphärengebiet insgesamt 38.055 Hektar ein. Davon unterliegen knapp 90 Prozent bereits einem Flächenschutzstatus (Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, FFH-Gebiet oder gemeldetes Vogelschutzgebiet).

Die veranschlagten Gesamtkosten der Biosphärengebietsverwaltung belaufen sich auf 730.000 Euro pro Jahr, wovon 200.000 Euro für Projektförderungen und Kofinanzierungen vorgesehen sind. Bis 2011 werden die Kosten vom Land getragen, ab diesem Zeitpunkt werden sich die Kommunen an der Finanzierung des Biosphärengebietes beteiligen.

Auch die Landesstiftung Baden-Württemberg leistet einen Beitrag zur Förderung der Ziele des Biosphärengebiets. Die Themen "Netzwerk Informationszentren" und "Bildung für nachhaltige Entwicklung", die Konzeption und Steuerung der ökologischen Umweltbeobachtung und angewandten Forschung sowie die Besucherlenkung werden im Biosphärengebiet mit einer Fördersumme von drei Millionen Euro unterstützt.

Weitere Informationen zum Biosphärenreservat Schwäbische Alb sind auf der Internetseite des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum unter www.mlr.baden-wuerttemberg.de oder direkt unter www.biosphaerengebiet-alb.de sowie www.unesco.de abrufbar.
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