Stadtverwaltung geht auf Energiesparkurs

Die Energiekrise, ausgelöst durch den russischen Krieg gegen die Ukraine, macht auch vor Reutlingen nicht Halt. Deshalb hat die Stadtverwaltung nun ein Paket mit Energiesparmaßnahmen für ihre Gebäude ausgearbeitet, die sukzessive umgesetzt werden sollen.

Die Vorgaben sind klar: Der Energieverbrauch muss um 20 Prozent gesenkt werden. Dieses Ziel wurde bereits Ende Juli auf dem „Gasgipfel“ der Landesregierung gefasst. Unter der Leitung von Finanzbürgermeister Roland Wintzen tagt im Rathaus seit Anfang August regelmäßig ein Sonderstab, der sich diesem Ziel widmet. Konkret geht es im Stab darum, Maßnahmen zu entwickeln, um den Gasverbrauch im Rathaus und allen anderen mehr rund 220 städtischen Gebäuden – dazu zählen Verwaltungsgebäude, Schulen, Kitas, Bezirksämter, die Stadtbibliothek und die Museen – zu senken. Auch Feuerwehr, Technische Betriebsdienste und FairEnergie sind im Stab vertreten.

„Es geht darum, eine Gasmangellage zu vermeiden“, machte Oberbürgermeister Thomas Keck am Mittwoch, 7. September, bei einer Pressekonferenz die Notwendigkeit des Handelns deutlich. Dabei reiche es nicht aus, ausschließlich die vom Bund beschlossene Verordnung umzusetzen, die zum Beispiel eine Absenkung der Raumtemperatur in Arbeitsräumen auf 19 Grad vorsieht und keine Beheizung mehr in Fluren und Foyers in den meisten öffentlichen Gebäuden zulässt. Zu den Maßnahmen zählt unter anderem die Absenkung der Raumtemperatur in den Fluren und Foyers von Schulen auf zwölf beziehungsweise 15 Grad. In den städtischen Kindertageseinrichtungen muss die Temperatur ebenfalls gesenkt werden – von 21 auf 20 Grad. Ausnahme bilden Räumlichkeiten, in denen die Kleinsten, also die Kinder aus dem U3-Bereich, betreut werden.

Auch in den Turn- und Festhallen wird es kühler: Die Temperatur wird auf 17 Grad abgesenkt und die Warmwasserbereitung in den Sportstätten gänzlich abgeschaltet, was nur noch kaltes Duschen ermöglicht. Zudem wird die Wassertemperatur der in einigen Schulen befindlichen Lehrschwimmbecken von 28 auf 26 Grad abgesenkt. 
Die Technischen Betriebsdienste tragen unter anderem durch eine Teilabschaltung des Krematoriums ihren Teil zum Energiesparen bei.

Um Strom zu sparen, wird bereits jetzt die Beleuchtung an der Stadthalle zurückgefahren, ebenso wie an den historischen Gebäuden in der Stadt.

Durch sparsames Nutzerverhalten, wie das Ausschalten des Lichtes bei Verlassen des Raumes oder den Verzicht auf Standby-Einstellungen bei Bildschirmen sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt angehalten, ebenfalls am Energiesparen mitzuwirken.

Hier die städtischen Energiespaßmaßnahmen im Einzelnen:

Maßnahmen des Gebäudemanagements

  • Absenkung der Wasser- / Raumtemperatur (26 °C / 28 °C) in den Lehrschwimmbecken
  • Schließung eines Teils der Verwaltung über Weihnachten / Neujahr (Prüfung und Vorbereitung)
  • Absenkung der Raumtemperatur in Sport- und Festhallen auf 17 °C
  • Warmwasserbereitung in Sportstätten abschalten (Ausnahme Lehrschwimmbecken)
  • Absenkbetrieb Heizung auf 16 °C (bislang 18 °C)
  • Absenkung der Raumtemperatur in Fluren / Foyers (12 °C / 15 °C) in Schulen
  • Keine Beheizung in Fluren und Foyers in öffentlichen Gebäuden
  • Absenkung der Raumtemperatur in Kindergärten auf 20 °C (bislang 21 °C)
  • Absenkung der Raumtemperatur in Arbeitsräumen auf 19 °C
  • Sparsames Nutzerverhalten und geringinvestive Maßnahmen
  • Optimierung/Reduzierung der Innen- und Außenbeleuchtung
  • Betriebszeiten von Heizungen reduzieren
  • Sensibilisierung der Nutzer*innen: Hinweise zum Energiesparen, Energiesparmonat, Schulungen, etc.

Maßnahmen der Technischen Betriebsdienste

  • Teilabschaltung Krematorium
  • Reduzierung Raumtemperatur in Fahrzeughallen von 6 °C auf 4 °C
  • Priorisierung Ölbrenner statt Gas
  • Türen/Falttore/Rolltore werden nach Ausfahrt geschlossen
  • Abschaltung Trockenraum
  • Druckluftnetz warten/überprüfen
  • Holzmenge am Häckselplatz vergrößern

Laufende Energiesparmaßnahmen unabhängig vom Erdgasmangel

  • Energiemanagement und Energiecontrolling
  • Energetische Gebäudesanierungen
  • Erneuerung Gebäudetechnik
  • Beleuchtung in Gebäuden auf LED umrüsten
  • Energiespar-Contracting
  • Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED
  • Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien
  • Bei geringem Verkehrsaufkommen nicht benötigte Ampelanlagen zeitweise ausschalten
  • Fahrrad / ÖPNV statt Pkw nutzen
  • Berücksichtigung von energetischen Aspekten in der Beschaffung
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