Energie- und Treibhausgas(THG)-Bilanzen geben einen Überblick über die Verteilung der Energieverbräuche und THG-Emissionen nach verschiedenen Sektoren (z. B. Private Haushalte, Gewerbe, Industrie) und Energieträgern (z. B. Öl, Gas, Strom) in einer Kommune und zeigen dabei über Jahre hinweg die Trends des Energieeinsatzes und der THG-Emissionen auf.
Als Grundlage für die Erstellung des in 2014 vom Gemeinderat beschlossenen Klimaschutzkonzeptes wurde für die Stadt Reutlingen eine Energie- und THG-Bilanz auf Basis des Jahres 2010 erstellt.
Um die Entwicklung der Treibhausgase in Reutlingen aufzuzeigen, wurde 2017 entschieden, die Energie- und THG-Bilanz alle zwei Jahre fortzuschreiben. Mittlerweile ist daraus eine Datenreihe mit Bilanzen für die Jahre 2010, 2013, 2015,2017, 2019, 2020, 2021 und 2022 entstanden. Die Energie- und THG-Bilanzen wurden in Zusammenarbeit mit der Klimaschutz-Agentur im Landkreis Reutlingen gGmbH erstellt.
Für die Berechnung wird das vom Land Baden-Württemberg entwickelte und den Kommunen kostenfrei zur Verfügung gestellte Tool „BICO2-BW“ verwendet. Für die Erstellung der Bilanz werden Struktur-, Verbrauchsdaten und Daten zu THG-Emissionen, die vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg, der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) und von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) zur Verfügung gestellt werden, herangezogen. Zusätzlich werden von den örtlichen Energieversorgern die leitungsgebundenen Daten für Strom, Gas und Fernwärme abgefragt. Da die zugrundeliegenden Daten teilweise erst nach 1,5 bis 2 Jahren zur Verfügung stehen, verzögert sich auch die Bilanzerstellung.
Bei der THG-Bilanz werden alle klimawirksamen Gase berücksichtigt und bezüglich ihrer
Treibhausgaswirkung mit Faktoren in CO2-Äquivalente umgerechnet.
Treibhausgas-Emissionen in Reutlingen
Bei einem Blick auf die Verteilung des Treibhausgasausstoßes in Reutlingen wird deutlich, dass sich die Emissionen auf die Sektoren private Haushalte, Industrie und Verkehr verteilen. Es ist eine kontinuierliche Senkung der THG-Emissionen zu erkennen. Allerdings bleibt auch weiterhin noch einiges zu tun, um den Klimawandel zu bremsen und die Folgen zu minimieren. Zum Schutz der Umwelt, des Klimas und der zukünftigen Generationen kann und muss jeder Mensch seinen Beitrag leisten.