Klimaschutzkonzept

Um im Rahmen einer Klimaschutzstrategie gezielt und systematisch Maßnahmen zur Energie- und CO2-Minderung in Reutlingen durchführen zu können, ist ein integriertes Klimaschutzkonzept für die Stadt Reutlingen notwendig. Es wird von EU, Bund, Ländern und Gemeinden sowie den weiteren im Klimaschutz wirkenden Akteuren (Haushalte/Gewerbe/Industrie/Energieversorger, Verkehrsteilnehmende, Verbände etc.) erwartet, dass CO2-Minderungen im Rahmen des aktuellen Klimaschutzziels der Bundesregierung (Reduktion der CO2-Abgaben bis zum Jahr 2050 um 80 %) erreicht werden. Daher sind auch die Kommunen und die hier tätigen Akteure in der Pflicht, entsprechend tätig zu werden und zu handeln. Auch die Mitgliedschaft der Stadt Reutlingen im Klimabündnis europäischer Städte ist ein Grund für ein Klimaschutzkonzept für Reutlingen.

Ein integriertes Klimaschutzkonzept umfasst eine Bestandsanalyse (CO2-Bilanz), um den Ist-Zustand klimawirksamer Gase im Gemeindegebiet zu ermitteln. Darüber hinaus müssen kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen durch die verschiedenen Akteursgruppen gemeinsam in Szenarien bis zum Jahr 2030 entwickelt werden, die dann von diesen möglichst auch in Eigenverantwortlichkeit umzusetzen sind. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind dann nach (Amortisations-) Kosten und Arbeitsmarkteffekten zu beurteilen und in Abhängigkeit von den dann zu erwartenden CO2-Emissionen zu bewerten und zu priorisieren.

Der Gemeinderat der Stadt Reutlingen hat deshalb im Jahr 2014 einstimmig für das Klimaschutzkonzept gestimmt, welches bei der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) in Auftrag gegeben wurde. Das Projekt wird gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland. Der Zuwendungsgeber ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, Förderkennzeichen 03KS0354.

Dem Klimaschutzkonzept ist ein 62 Maßnahmen umfassender Maßnahmenkatalog angehängt. Diese Maßnahmen sind auf 11 Handlungsfelder aufgeteilt. Diese sind:

  • Sanierung und Neubau von Wohngebäuden
  • Energieeffizienz in Haushalten
  • Energieerzeugung und Energieverteilung
  • Erneuerbare Energien
  • Mobilität
  • Betriebliche Energieeffizienz
  • Öffentlichkeitsarbeit und Information
  • Ernährung, Konsum und Suffizienz
  • Stadtentwicklung und Stadtplanung
  • Städtische Liegenschaften
  • Interne Organisation des Klimaschutzes

Für die Umsetzung, Koordination und Weiterentwicklung, wurde im März 2015 ein Klimaschutzmanager eingestellt. Das Klimaschutzkonzept umfasst einen Zeitraum bis zum Jahre 2030. Werden alle 62 Maßnahmen des Konzeptes bis zu diesem Jahr umgesetzt, geht man von einer Reduzierung der CO2-Emissionen um 35 % gegenüber dem Basisjahr 1990 aus. Dies ist ein sehr engagiertes Ziel und erfordert große Anstrengungen von allen Akteuren (Stadt, Handel, Gewerbe, Industrie und Bürgerinnen und Bürgern). Das umfangreiche Klimaschutzkonzept ist in einer Kurzfassung zusammengefasst.

Im Dialog mit allen interessierten gesellschaftlichen Gruppen (Wirtschaft, soziale Einrichtungen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Vereinen und Verbänden, Religionsgemeinschaften), dem Gemeinderat, dem Jugendgemeinderat und Vertreterinnen und Vertretern der Fridays-for-Future-Bewegung soll die Klimaschutzstrategie für die Stadt Reutlingen weiterentwickelt werden. Ziel ist die Erarbeitung eines Konzepts für eine klimaneutrale Stadt. Dabei wird es darum gehen, sich über die Definition und das Zieljahr der Klimaneutralität zu verständigen und im Hinblick darauf die bisherigen Klimaschutzmaßnahmen zu intensivieren und zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.

Derzeit bewirbt sich die Stadt Reutlingen für einen Wettbewerb im Bereich Klimaneutralität, mit dessen Förderung sie das Ziel der Klimaneutralität bis 2035 erreichen könnte.

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