Entwicklung des Stoll-Areal
Im Jahr 2018 hat die Fa. TRIAS das Stoll-Areal von der Fa. Stoll erworben, um es zu einem innovativen, nachhaltigen, lebendigen, gewerblichen Quartier zu entwickeln. Bei der Entwicklung des Stoll-Areals stehen die gewerbliche Entwicklung, die Weiterentwicklung des Hochwasserschutzes durch die Renaturierung, der Erhalt der bestehenden Gebäude sowie die nachhaltige Gestaltung des Areals und seiner Freiräume im Mittelpunkt.
Renaturierung und Hochwasserschutz
Die Renaturierung der Echaz im Bereich des Stoll-Areals ist ein wichtiger Baustein im Hochwasserschutzkonzept der Stadt Reutlingen. Durch die Maßnahme erhält die Echaz ein größeres Retentionsvolumen und die Engstelle zwischen Lidl und Stoll-Areal wird beseitigt. Dadurch werden nicht nur große Flächen hochwasserfrei, sondern auch Betzingen und die Firma Bosch vor Hochwasser geschützt.
Abbildung 1: Bestandsituation
Abbildung 2: Geplanter Zustand
Mit der Renaturierung wird die Echaz ökologisch aufgewertet und Freiräume für Menschen geschaffen. Auch die Lücke im Fußweg entlang der Echaz kann geschlossen werden. Für die Renaturierungsmaßnahme kauft die Stadt ca. 3.761 m² Grundstücksfläche von der Firma TRIAS ab.
Städtebau/Baurecht
Das Projekt wird auf Grundlage des bestehenden Baurechts (Gewerbegebiet) umgesetzt. Der Vorhabenträger TRIAS beabsichtigt, das Stoll-Areal sukzessive zu entwickeln und für die Öffentlichkeit zu öffnen. Möglichst viel alte Bausubstanz soll erhalten und saniert werden. Das Areal wird in zwei Reihen bebaut und durch eine begrünte Passage verbunden. Die Gebäude an der Benzstraße sind niedriger als an der Echaz, um einen Übergang zur bestehenden Wohnbebauung zu schaffen. Die hohe Dichte wird durch die Freifläche an der Echaz ausgeglichen.
Abbildung 3: Lageplan mit städtebaulichem Entwurf und Renaturierungsfläche des Stoll-Areal von TRIAS
Gewerbliche Nutzung
Das Stoll-Areal bleibt als Gewerbegebiet erhalten, wird baulich verdichtet und die Nutzfläche erhöht. Durch die Neubauten entstehen zusätzlich zu dem Bestand weitere ca. 17.000 m² Bruttogeschossfläche. Als gewerbliche Nutzungen sind IT, KI, Dienstleister aller Art, auch im medizinischen Bereich, Coworking, Gastronomie, Forschung, Tagungsräume sowie handwerkliche Betriebe vorgesehen. Untergeordnet ist als Nutzung gewerbliches Wohnen möglich. Das bestehende Gebäude 114 wird in ein Hotel umgebaut.
Energiekonzept
Es ist geplant, ein autarkes, von fossilen Brennstoffen unabhängige Energiekonzeption zu entwickeln.
Nachhaltige Bauweise
Um möglichst klimaneutral zu bauen, soll für die geplanten Neubauten Holz- / Holz-hybridbauweise vorgesehen werden. Alle Flachdächer werden mit PV-Anlagen ausgestattet und kumulativ extensiv begrünt.
Mobilität
Das Stoll-Areal wird möglichst autofrei entwickelt und die Parkierung im erneuerten Parkhaus Bantlinstraße untergebracht. Dadurch wird der Kfz-Verkehr aus der Tübinger Vorstadt ferngehalten.