Agnes-Miegel-Straße

Agnes Miegel

Dichterin, * 9.3.1879 in Königsberg (Ostpreußen), † 26.10.1964 in Bad Salzuflen (Niedersachsen). Straßennamensgebung auf Gemeinderatsbeschluss vom 6.6.1958.

Miegel gilt als „Dichterin Ostpreußens“ und erhielt 1940 den Goethepreis der Stadt Frankfurt/Main. Die Straßennamensgebung in Reutlingen steht in dieser Tradition, erfolgte sie doch 1958 (und damit zu Lebzeiten Miegels) in einem damals neuen Wohngebiet auf Antrag der Landsmannschaft Ost- und Westpreußen. Miegels Verhalten während des Nationalsozialismus wird heute zunehmend kritisch gesehen; Frankfurt strich die Dichterin wegen ihres begeisterten Einsatzes für den Nationalsozialismus 2017 aus der Liste der Goethepreisträger der Stadt. Eine deutlich freundlicheres Lebensbild einer „im Grunde unpolitische(n)“ Schriftstellerin verfasste Annelise Raub in der Neuen Deutsche Biographie, Bd. 17 (1994), S. 471–473 [vollständige Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118582267.html#ndbcontent

„(…) Miegels Epik gestaltet historische, familiengeschichtliche und autobiographische Stoffe. Neben der realistischen Sicht der Außenwelt ist es der Blick ins Unheimliche, Hintergründige, der ihre dichterische Welt bestimmt. In der Sammlung „Herbstgesang“ (1932) finden sich neben Stimmungsgedichten und den „Ostpreußenliedern“ drei Balladen griech.-mythologischen Inhalts: „Demeter“, „Leda“ und „Arachne“. Dramatische Arbeiten (Dramolette) erwiesen sich als nicht bühnenwirksam. Die Berufung in die Preuß. Akademie der Künste 1933 signalisiert die fragwürdige Hinwendung M.s zum Nationalsozialismus. Aus der Insellage Ostpreußens heraus glaubte M., in Hitler die Gestalt eines „Retters“ zu erblicken. Doch nur einzelne Gedichte, vor allem in der Sammlung „Ostland“ (1940), sind unmittelbar von der Ideologie des Nationalsozialismus geprägt.“

S. a. Reinhard Frost, in: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 55,online: https://frankfurter-personenlexikon.de/node/534

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