2.Preis

Reicher Haase Assoziierte, Dortmund mit GREENBOX Landschaftsarchitekten, Köln und Lindschulte Ingenieurgesellschaft, Düsseldorf (Tarnzahl 1003)

Das Konzept entwickelt die bestehende Grundstruktur mit einer Haupterschließung über die Straße Am Heilbrunnen weiter. Es wird ein verkehrsberuhigter zentraler Bereich am neuen Haltepunkt geschaffen. Als Auftakt wird ein neuer Innovationskomplex mit differenzierten Nutzungen vorgeschlagen. Es entsteht ein platzartiger „Campus“, der von verschiedenen Produktions- und Dienstleistungsgebäude begrenzt wird. Der Versiegelungsintensität, die Ausgestaltung, die Nutzungen und die Funktionen des Campus müssten überprüft und weiter ausgearbeitet werden.
Für das weitere Gebiet bietet der Entwurf über eine schlichte Typologie von gewerblichen Grundstücksnutzungen in Form von „S“, „M“ und „L“ hinaus nur wenig Hinweise für die Raumbildung und Funktionen. Die Eingangssituationen sollen durch „Leuchttürme“ akzentuiert werden, über deren Funktion, über Mobilitätshubs hinaus, nicht erläutert ist. Der Bereich nordöstlich des Haltepunktpunktes wirkt noch nicht zu Ende gedacht.
Die ersten Schritte des Konzepts, neuer Haltepunkt, Innovationskomplex und weitere Einzelgebäude, können kurzfristig unter Beibehaltung der Max-Planck-Str. begonnen werden. Die Umsetzung auf dem Gebiet des Realisierungswettbewerbs insgesamt kann ohne Lückenschluss der B 464 durchgeführt werden.   
Der vorgeschlagene Nutzungsmix ist möglich. Allerdings passen die Grundrisse der Neubebauung entlang der Bahn, zumindest im Bereich der Produktion, nicht zu den vorgeschlagenen mehrgeschossigen Nutzungen. Die vorgesehene GFZ hat großstädtische Dimensionen.
Die Sinnfälligkeit und tatsächliche Nutzung der grünen Achalm-Achse wird hinterfragt, zumal ihre Umsetzung sehr viele Konflikte programmiert und Geduld erfordert. Denkbar wäre, den Campus funktional anzureichern und grüner zu gestalten. Die ökologischen Aspekte sind unzureichend ausgearbeitet.
Ein ganzheitliches Mobilitätskonzept ist erkennbar: ÖPNV-Schnittstellen, Parken in Sammelparkierungsanlagen, Fahrrad-Infrastruktur usw.. Die Vernetzung des Fuß- und Radverkehrs in die umgebenden Quartiere ist verbesserungsfähig. Der Anschluss an die B 464 über den versetzt angeordneten Kreisverkehr wird kritisch gesehen. Die Anknüpfung an das Güterterminal bedarf der Überprüfung.  
Das Konzept weist viele interessante Vorschläge auf und hat Entwicklungspotential. Die ersten Bausteine können sofort realisiert werden und sie könnten ein starkes Signal für ein innovatives Quartier sein. 
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