Erwachsene Igel sind mit ihren bis zu 8000 Stacheln eigentlich bestens ausgestattet, um sich gut verteidigen zu können. Und dennoch steht der heimische Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) auf der Vorwarnliste der Roten Liste der Säugetiere Deutschlands. Sein Stachelkleid in Kombination mit dem Schutzmechanismus des Zusammenrollens hilft ihm leider nicht bei der Abwehr von Gefahren der modernen Zivilisation. Ganz im Gegenteil: Oftmals wird ihm gerade sein fehlender Fluchtinstinkt zum Verhängnis, wie beispielsweise bei der Konfrontation mit Autos oder Mährobotern. Häufige Folgen davon sind schwere oder tödliche Verletzungen. Neben Straßenverkehr und Gartengeräten stellen beispielsweise nicht abgesicherte Gartenteiche, Lichtschächte oder Ähnliches, herumliegender Müll, Zäune sowie Hundebisse weitere Gefahrenquellen für Verletzungen und Tod dar. Erschwert wird die Situation noch durch den Verlust von Lebensräumen und Nahrungsquellen.
Der zu den besonders geschützten Tierarten zählende heimische Braunbrustigel benötigt daher dringend jede Form der Unterstützung. Gerade mit Blick auf fehlende Lebensräume kommt naturnahen Gärten eine wichtige Funktion zu. Wer einen Garten besitzt, kann mit leicht umsetzbaren Maßnahmen zum Igelschutz beitragen. Die folgende Auflistung liefert Ideen und Beispiele:
- Ein igelfreundlich gestalteter Garten (z. B. Laubhaufen und Hecken zum Verstecken, Nisten und Überwintern, sichere Wasserstellen zum Trinken) schafft Lebensräume und Nahrungsangebot für die Tiere
- Umsichtiger Einsatz von Mährobotern (z. B. kein Nachtbetrieb, da Igel nachtaktiv sind) und anderen Gartengeräten schützt die Tiere vor Verletzung
- Abgesicherte Gartenteiche, Lichtschächte oder Ähnliches (z. B. Einzäunung, Abdeckung, Ausstiegshilfe) schützen die Tiere vor dem Hineinfallen und Verenden
- Öffnungen in Zäunen (10×10 cm) schaffen barriere- und verletzungsfreie Wege für die Tiere