Reutlinger Apfelsaft

Die für unsere Region typischen Streuobstwiesen prägen seit mehr als 100 Jahren das Landschaftsbild und bieten wertvolle Lebensräume für zahlreiche verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Dennoch sind Streuobstwiesen vielfältigen Gefahren ausgesetzt. Da sie oft wie Gürtel um die besiedelten Bereiche liegen, fallen immer wieder Teile von Streuobstwiesen der Bebauung zum Opfer. Ein weiterer Grund für den Verlust der Streuobstwiesen liegt in deren Unwirtschaftlichkeit. Es lohnt sich nicht mehr, für diesen Preis das Obst aufzulesen und so kommt es, dass die Wiesen und Bäume nicht mehr gepflegt werden; sie verbuschen, werden schließlich zu Wald und verlieren dadurch an ökologischem Wert. Um dieser Entwicklung entgegenzuarbeiten wurde der Arbeitskreis „Reutlinger Apfelsaft“ gegründet und das Projekt „Feines von Reutlinger Streuobstwiesen“ ins Leben gerufen.
Direkt zum Kontakt

Feines von Reutlinger Streuobstwiesen

Das Projekt „Feines von Reutlinger Streuobstwiesen“ besteht seit 1999. Auf einer Fläche von rund 42 ha engagieren sich fast 60 Beteiligte aus Landwirtschaft und Hobby-Obstbau gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfer/-innen für den Erhalt der Streuobstwiesen rund um Reutlingen. Initiiert wurde das Projekt durch die Stadt Reutlingen, lokale Naturschutzverbände und hiesige Getränkevertriebe. Um das Projekt auf eine breite Basis zu stellen und damit auch eine hohe Akzeptanz zu erzeugen, wurden viele verschiedene Institutionen mit ins Boot geholt. Außer dem Initiator, dem Umweltschutzbeauftragten der Stadt Reutlingen, waren folgende Unterstützer mit dabei:


Das Bücken soll sich lohnen

Mitmachen können alle, die eine Streuobstwiese auf Reutlinger Gemarkung besitzen oder gepachtet haben. Sie bekommen für einen Doppelzentner Streuobst anstatt der üblichen 5 bis 6 Euro einen garantierten Preis von 15 Euro. Im Gegenzug verpflichten sich die Obstlieferanten/-innen, ihre Streuobstwiesen zu pflegen, keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel zu verwenden und keinen mineralischen Dünger auf die Wiesen aufzubringen. Zudem müssen sie, und das ist für den Erhalt der Streuobstwiesen elementar, abgängige Bäume durch Junge ersetzen. Durch die relativ späten Abgabetermine für das Obst wird gewährleistet, dass nur vollreifes Obst in die Saftpresse kommt. Daraus wird ein biologisch kontrollierter, qualitativ hochwertiger Saft aus heimischen Äpfeln und Birnen in der Reutlinger Kelterei Häussermann in Oferdingen hergestellt und abgefüllt. Der Saft kommt dann mit einem geringen Aufpreis im Cent-Bereich auf unsere regionalen Ladentheken, wodurch der höhere Preis für die Äpfel finanziert wird. Im Januar 2003 wurde die Produktpalette durch den Reutlinger Most ergänzt. Diese Produkteinführung wurde durch das PLENUM im Landkreis Reutlingen finanziell unterstützt.

Ausbildung eigener Streuobstpädagogen/-innen

Drei Mitglieder des Arbeitskreises haben an einer Ausbildung zum/zur Streuobstpädagogen/-in teilgenommen und sind ganzjährig unterrichtsbegleitend an Schulen tätig. Der Unterricht für die Klassenstufen 1-4 findet in der freien Natur statt und umfasst alle Inhalte, die eine Streuobstwiese das Jahr überbietet.

Apfelbaumpaten

Mit einer Patenschaft für Bäume oder Wiesen lernen Kinder und Jugendliche ihre direkte Umwelt kennen. Gemeinsame Pflege- und Ernteaktionen ermöglichen es den Paten/-innen, die wertvollen Streuobstwiesen mit allen Sinnen zu erleben.

Baumpflanzaktionen

Jeweils im Frühjahr werden abgängige Bäume durch neue Bäume von bevorzugt lokale und/ oder alten Sorten ersetzt. Seit 2013 werden diese Baumpflanzaktionen mit Kindern aus dem Apfelbaumpatenprojekt durchgeführt.

Reutlinger Apfelsaft

Kontakt

Frau Katrin Reichenecker

Fachgebietsleiterin Klima-, Natur- und Bodenschutz

Telefon: 07121 303-5930

Fax: 07121 303-2272

Nach oben