„Es ist gelb-schwarz und kann fliegen …“
Diese Beschreibung passt auf zahlreiche Insekten, die uns im Wohnumfeld begegnen:
Honigbiene, Wildbiene, Hummel, Schwebfliege, Wespe, Hornisse und viele mehr.
Asiatische Hornisse breitet sich aus –
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„Es ist gelb-schwarz und kann fliegen …“
Diese Beschreibung passt auf zahlreiche Insekten, die uns im Wohnumfeld begegnen:
Honigbiene, Wildbiene, Hummel, Schwebfliege, Wespe, Hornisse und viele mehr.
Asiatische Hornisse breitet sich aus –
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In der Sommerzeit herrscht Hochsaison der Insekten. Schwirrend und summend sind sie – zum Glück! – auch im Siedlungsbereich anzutreffen.
Dennoch ist es im Wohnumfeld mit der Euphorie um die gelb-schwarzen Bestäuber schnell vorbei. Dann nämlich, wenn Wespen und Hornissen den Lebensraum mit uns teilen. Vielen bereitet der Wehrstachel der Tiere Sorge.
Während sich viele BürgerInnen über Natur in der Stadt freuen, ist der Ruf der gelb-schwarzen Summer auch in Zeiten des Insektenrückgangs nicht der Beste. Oftmals reicht die bloße Anwesenheit der Tiere, um Unbehagen auszulösen. Sie werden pauschal als lästig, aggressiv und gefährlich abgetan – zu Unrecht.
Die friedlichen Zeitgenossen sind mit dem Aufbau ihres Wespenstaates beschäftigt und wenig daran interessiert, uns zu stechen. Lediglich zwei Arten machen dem Rest das Leben schwer: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Ihre Angewohnheit, Getränke und Speisen anzufliegen, sorgt für entsprechenden Unmut.
Hornissen spielen eine wichtige Rolle im Naturhaushalt. Wenigen ist bekannt, dass sie eine Menge anderer „lästigerer“ Insekten – darunter vermehrt vorkommende „aufdringlichere“ Wespenarten – jagen und an ihre Brut verfüttern. In Gärten und Streuobstwiesen tragen sie so zum Erhalt des ökologischen Gleichgewichts bei und sind auch im Wohnumfeld nützlich.
Bevorzugt nisten staatenbildende Wespen in dunklen Baum- oder Erdhöhlen. Sie nehmen aber auch mit künstlichen Hohlräumen im und am Haus vorlieb. Mit zunehmender Knappheit natürlicher Nist- und Nahrungsangebote werden urbane Lebensräume auch für Insekten interessant. Hier finden sie anthropogen geschaffene Lebensraummöglichkeiten. Was ihren „Ersatzwohnsitz“ im menschlichen Siedlungsbereich betrifft, werden Hornissen und Wespen gerne kreativ. Je nach Art bauen sie ihre Nester beispielsweise in Gartenlauben und Dachböden, aber auch in anderen Hohlräumen wie Rollladenkästen, Fahrradboxen oder Gießkannen.
Wie alle wildlebenden Tiere, stehen sämtliche Wespenarten unter dem allgemeinen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes (§ 39 BNatSchG). Ohne vernünftigen Grund dürfen sie nicht mutwillig beunruhigt, aus der Natur entnommen, geschädigt, gefangen oder getötet werden. Ihre Nester (Lebensstätten) dürfen nicht zerstört werden.
Darüber hinaus stehen manche Arten, wie beispielsweise Hornissen, unter besonderem Artenschutz (§ 44 BNatSchG). Hier greifen die obig aufgeführten Verbotstaten. Diese gelten hier auch für Entwicklungsformen der Tiere, beispielsweise Eier oder Larven. Darüber hinaus dürfen Fortpflanzungs- und Ruhestätten nicht beschädigt oder zerstört werden. Ihre Beseitigung erfordert eine Genehmigung der Naturschutzbehörde im Landratsamt.
Wer entgegen den rechtlichen Artenschutzbestimmungen handelt, muss mit Geldstrafen rechnen. Solche gesetzeswidrigen Handlungen werden in Baden-Württemberg mit einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro geahndet.
Sie haben ein Wespen- oder Hornissennest bei sich entdeckt? Oftmals kann eine Umsiedlung oder gar Beseitigung durch fachgerechte Aufklärung verhindert werden.
Behördliche AnsprechpartnerInnen beraten und informieren Sie zu Fragen des allgemeinen Artenschutzes, Wespen und Hornissen und vermitteln AnsprechpartnerInnen zur Umsiedlung von Nestern.
Sie möchten Wespen und Hornissen etwas Gutes tun und aktiv die naturschutzfachliche Arbeit im Hornissenschutz unterstützen?
Wenn wir an „Wespen“ denken, meinen wir meist die wenigen staatenbildenden Wespen („soziale Faltenwespen“). Dazu zählen lediglich acht der über 600 in Deutschland vorkommenden Wespenarten. Es sind zwei Arten, die dem Rest das Leben schwermachen: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Ihre Angewohnheit, Speisen und Getränke anzufliegen, sorgt für entsprechenden Unmut.
Der umgangssprachliche Sammelbegriff „Wespe“ bezieht sich auf Vertreter der sogenannten Echten Wespen. Zu ihnen zählen die Hornissen, Kurzkopfwespen (z. B. Deutsche Wespe, Gemeine Wespe und Rote Wespe) und Langkopfwespen (z. B. Mittlere Wespe, Waldwespe, Sächsische Wespe). Gemeinsam mit den Feldwespen bilden sie die „sozialen Faltenwespen“ oder „Papierwespen“. Letztere Bezeichnung leitet sich aus den papierhaften Nestern ab, die sie in typischer Weise aus zerkautem Holz bauen.
Alle sozialen Faltenwespen verbindet ein ähnlicher Jahreszyklus:
Im Gegensatz zur Honigbiene überwintert bei Wespen und Hornissen ausschließlich die Königin. Im Frühjahr halten die im Vorjahr begatteten Jungköniginnen Ausschau nach geeigneten Nistplätzen. Jede von ihnen gründet in diesem Jahr einen neuen Staat. Es ist ihr erster und einziger.
Ist ein Nistplatz gefunden, beginnt die Königin mit dem Bau eines Nestes, das sie aus abgeschabtem Holz und Speichel fertigt. Parallel wird die Außenhülle des Nestes angelegt. Bei Nestern, die in Höhlen oder Hohlräumen gebaut werden, fehlt sie.
In die sechseckigen Wabenzellen, welche als Brutkammern dienen, legt sie jeweils ein Ei. Befruchtet werden diese mit gespeicherten männlichen Geschlechtszellen aus Paarungen im Vorjahr. Nach fünf bis zehn Tagen schlüpfen daraus Larven, die die Königin nun zwei Wochen lang mit Nahrung versorgen muss.
Anschließend verpuppen sich die Larven und bleiben so weitere zwei Wochen im Puppenstadium. Diese Zeit nutzt die Königin, um erneut Eier zu legen und neue Larven heranzuziehen. Sind die ersten Töchter (Arbeiterinnen) geschlüpft, übernehmen sie die Nahrungsversorgung und den weiteren Nestbau. Dabei formen sich schrittweise die einzelnen „Etagen“ eines Nestes, die Waben.
Die Königin widmet sich nun nur noch der Eiablage. Zwischen Juni und August wächst so die Kolonie heran. Hormonelle Duftstoffe (Pheromone), die die Königin verbreitet, sorgen dafür, dass ihre Arbeiterinnen selbst unfruchtbar sind.
Mit fortschreitender Jahreszeit werden größere Waben für die deutlich größeren „Geschlechtstiere“, also Jungköniginnen und Männchen (Drohnen) angelegt. Je nach Wespenart werden diese zwischen Ende August und Ende September herangezogen.
Wenn die Tage der Königin zur Neige gehen, reduziert sich die Pheromonproduktion. Dadurch sind Drohnen und Jungköniginnen, im Gegensatz zu den Arbeiterinnen, fruchtbar und paarungsfähig. Sie verlassen den Staat, um sich mit Artgenossen anderer Staaten zu vermehren.
Während die alte Königin, ihre Arbeiterinnen und Drohnen noch vor dem Winter sterben, suchen begattete Jungköniginnen nun ein Winterquartier auf.
Übrigens: Bis auf die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe zeigen Wespen und Hornissen einen relativ kurzen Lebenszyklus und sterben bereits Mitte August bis Mitte September ab. Wespenvölker die Ende September noch verstärkt fliegen, können den beiden „lästig werdenden“ Arten zugeordnet werden.
Telefon: 07121 303-2639