Bürgerempfang am 6. Januar 2007

- Es gilt das gesprochene Wort -

Ich freue mich über Ihr Kom­men zum dies­jäh­ri­gen Bür­ger­emp­fang im Rat­haus der Stadt Reut­lin­gen, ob­wohl er wie jedes Jahr am Fei­er­tag und noch in den Weih­nachts­fe­ri­en statt­fin­det. Auch die­ses Jahr haben mich wie­der freund­li­che Ab­sa­gen er­reicht, weil die Tage „zwi­schen den Jah­ren“ gerne auch für einen Kurz­ur­laub mit der Fa­mi­lie ge­nutzt wer­den. Ich werde den­noch eine Ter­min­ver­schie­bung nicht ins Auge fas­sen, weil die nach­fol­gen­den Wo­chen wie be­kannt den vie­len wei­te­ren Emp­fän­gen an­läss­lich des neuen Jah­res vor­be­hal­ten sind. In Reut­lin­gen be­geg­net man sich halt gerne, Reut­lin­gen ist kom­mu­ni­ka­tiv.
Die Or­ga­ni­sa­ti­on un­se­res Emp­fangs folgt dem guten Bei­spiel der Vor­jah­re. Wir schen­ken un­se­ren ei­ge­nen Reut­lin­ger Wein von der Ach­alm aus, der trotz aller An­ek­do­ten immer gern ge­trun­ken wird; un­se­re Haus­meis­ter und Schrei­ner wer­den bei den Aus­räum­ar­bei­ten auch in die­sem Jahr von Pro La­bo­re Reut­lin­gen un­ter­stützt, ein Hand­werks­be­trieb, der ar­beits­lo­se Ju­gend­li­che be­treut und qua­li­fi­ziert; und wir sind sehr dank­bar, auch in die­sem Jahr durch groß­zü­gi­ge Spen­den un­ter­stützt zu wer­den. Der per­fek­te Be­glei­ter für un­se­ren Wein und viele an­re­gen­de Ge­sprä­che nach dem Pro­gramm­teil sind die rund 4.000 Stü­cke Ge­bäck und die Wurst­wa­ren, die uns die Voll­korn­bä­cke­rei Hugo Ber­ger und Deutsch­lands äl­tes­te Metz­ge­rei Göbel wie­der ein­mal kos­ten­los zur Ver­fü­gung ge­stellt haben. Ein herz­li­ches Dan­ke­schön an die Spen­der - ich bin mir be­wusst, dass die Qua­li­tät Ihrer Waren maß­geb­lich zur At­trak­ti­vi­tät des Vor­mit­tags bei­trägt.

Bei einem „Neujahrs-​Apéro“, wie un­se­re Freun­de in Aarau sagen wür­den, ist es un­ver­meid­lich, den leib­li­chen Ge­nüs­sen die geis­ti­ge Be­trach­tung vor­an­zu­stel­len. Dabei soll­ten uns die Worte von Gott­hold Eph­raim Les­sing eine Mah­nung sein:
„Beide scha­den sich selbst: der zu viel ver­spricht und der zu viel er­war­tet.“
Ein gutes Ge­leit­wort auch durch das nächs­te kom­mu­nal­po­li­ti­sche Jahr. Ob es ge­glückt ist, den Scha­den zu ver­mei­den, lässt sich al­ler­dings erst im Nach­hin­ein ge­si­chert be­ur­tei­len.

In die­sem Sinne war das letz­te Jahr ein gutes, be­son­ders für Reut­lin­gen. Viele Er­war­tun­gen konn­ten über­trof­fen wer­den, auch weil die Mess­lat­te teil­wei­se schon nach unten ge­rutscht war. Hier­zu sechs Be­le­ge.
  • Wer hätte denn in Reut­lin­gen noch vor einem Jahr eine grö­ße­re Summe Gel­des dar­auf ver­wet­tet, dass, ein­ge­denk der be­son­de­ren Vor­ge­schich­te die­ses The­mas, die ent­schei­den­de Wei­chen­stel­lung für den Neu­bau einer Stadt­hal­le end­lich er­folgt?Die Listhal­le ist 1937, vor 70 Jah­ren, er­baut wor­den. Vor 60 Jah­ren, 1947, hat man sie nach den Bom­ben­an­grif­fen mit den da­mals im Bau­schutt vor­han­de­nen Ma­te­ria­li­en wie­der her­ge­stellt, da­mals schon in der er­klär­ten Ab­sicht, ein Pro­vi­so­ri­um bis zum auch sei­ner­zeit schon un­be­strit­ten not­wen­di­gen Neu­bau einer Halle zu schaf­fen.Und fast auf den Tag genau vor einem Jahr haben das schreck­li­che Un­glück in Bad Rei­chen­hall und die neue Er­be­ben­norm zu­sätz­lich deut­lich ge­macht, dass die Tage für unser Pro­vi­so­ri­um ge­zählt sind.Der Bür­ger­ent­scheid im März ver­gan­ge­nen Jah­res hat mit einer deut­li­chen Mehr­heit den Auf­trag ge­ge­ben, die Neu­pla­nun­gen in An­griff zu neh­men. Ein Auf­trag, dem wir un­ver­züg­lich nach­ge­kom­men sind.Und schon wie­der wer­den zwei­feln­de Fra­gen ge­stellt: Ja wird denn noch was aus der neuen Stadt­hal­le? Man hört ja gar nichts mehr!Die Ant­wort ist ein ein­deu­ti­ges Ja. Der nächs­te große Pau­ken­schlag wird in we­ni­gen Tagen sein, wenn am 15. Ja­nu­ar das Er­geb­nis des Preis­ge­richts zum städ­te­bau­li­chen Ideen­wett­be­werb für das Bru­der­haus­ge­län­de be­kannt ge­ge­ben wird. Noch wird keine Aus­sa­ge dar­über ge­trof­fen, wie die neue Halle aus­se­hen soll. In die­sem ers­ten Schritt geht es im Wett­be­werb darum, wo die neue Halle auf dem Ge­län­de ste­hen soll, wo die Ver­an­stal­tun­gen im Frei­en ihren Platz haben wer­den, wo Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer tra­ver­sie­ren und fla­nie­ren, wel­cher Er­satz für den Steg vor dem Tü­bin­ger Tor vor­ge­schla­gen wird.In den bei­den dar­auf fol­gen­den Schrit­ten wird zu klä­ren sein, ob und in wel­chem Um­fang pri­va­te Part­ner ein­be­zo­gen wer­den und wie dann die Ar­chi­tek­tur der neuen Halle aus­se­hen soll. Es geht also jetzt Schlag auf Schlag wei­ter; je­weils, wie ver­spro­chen, unter Be­tei­li­gung der Öf­fent­lich­keit.Damit es dann einen Bür­ger­emp­fang geben kann, bei dem Sie alle selbst­ver­ständ­lich einen Sitz­platz fin­den.
  • „Aus dem Tun­nel wird doch nichts mehr...“ Auch dies war im ver­gan­ge­nen Jahr eine in der Stadt noch ver­brei­te­te Auf­fas­sung. Der Bau einer Um­fah­rung, um die In­nen­stadt vom stets wach­sen­den Ver­kehr zu ent­las­ten, ist ein eben­falls lang ge­heg­ter Wunsch in Reut­lin­gen. Seit Ende Ok­to­ber 2006 wis­sen wir: der Schei­ben­gip­fel­tun­nel ist in den 5-​Jahres-Investitionsplan des Bun­des auf­ge­nom­men wor­den. Die vie­len Ge­sprä­che und Kon­tak­te sind nicht ver­ge­bens ge­blie­ben. Das be­deu­tet: die Bag­ger wer­den an­rol­len, wenn auch das kon­kre­te Datum noch nicht fest­ge­legt ist. Ich hoffe sehr, dass die Si­gna­le, die auf einen Spa­ten­stich 2008 hin­wei­sen, sich in die­sem Jahr ver­fes­ti­gen wer­den. Damit die Men­schen ins­be­son­de­re in der Ost­stadt end­lich wie­der bes­ser schnau­fen kön­nen. Denn eine Re­du­zie­rung der für die Ge­sund­heit so schäd­li­chen Fein­staub­be­las­tung er­rei­chen wir nur mit einer Um­fah­rung, mit wel­cher wir den Schwer­last­ver­kehr aus der Stadt her­aus be­kom­men. Für die Netz­er­gän­zung durch eine Diet­weg­tras­se, über die der Ge­mein­de­rat be­reits 1988 einen Be­schluss ge­fasst hat, wer­den nun die Un­ter­su­chun­gen ein­ge­lei­tet und die öf­fent­li­che Dis­kus­si­on hier­über auf­ge­nom­men.Dies alles hält uns nicht davon ab, ge­mein­sam mit Tü­bin­gen, dem Re­gio­nal­ver­band und den drei Land­krei­sen der Re­gi­on die wei­te­ren Pla­nungs­schrit­te für die Rea­li­sie­rung einer Re­gio­nal­stadt­bahn ein­zu­for­dern. Wie bei allen gro­ßen Ver­kehrs­pro­jek­ten be­deu­tet dies er­neut das Boh­ren di­cker Bret­ter und er­for­dert einen lan­gen Atem.
  • Seit Jah­ren schon wird der Belag in der Wil­helm­stra­ße, stell­ver­tre­tend für die Er­schei­nungs­form der In­nen­stadt ins­ge­samt, be­män­gelt. Und auch hier hat­ten viel­leicht man­che schon die Hoff­nung auf­ge­ge­ben, dass sich an die­ser Si­tua­ti­on noch etwas än­dern wird. Doch auch hier weit ge­fehlt. Im letz­ten Jahr ist der Sie­ger des Wett­be­werbs zum Alt­stadt­rah­men­plan, das Büro Tro­jan & Tro­jan, er­mit­telt wor­den. Damit ist der Rah­men für Um­ge­stal­tun­gen und Sa­nie­run­gen in der In­nen­stadt ge­steckt. Seit­her wird in­ten­siv am kon­kre­ten Kon­zept und am Ent­wurfs­plan für den öf­fent­li­chen Raum ge­ar­bei­tet. Im Fe­bru­ar sol­len diese Ent­wür­fe vor­ge­stellt wer­den. Die er­neu­te Be­tei­li­gung der Bür­ger wird sich im Som­mer an­schlie­ßen. Auch hier geht es also in Kürze wei­ter. Ich bin, wie ver­mut­lich Sie alle auch, sehr ge­spannt auf die wei­te­ren Er­geb­nis­se.
  • Und wer hätte denn im ver­gan­ge­nen Jahr ernst­haft dar­auf ge­wet­tet, dass Deutsch­land nicht nur einen um­ju­bel­ten drit­ten Platz in der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft be­legt, son­dern sich und den Rest der Welt mit kol­lek­ti­ver Fest- und Fei­er­lau­ne über­rascht? Und wer hätte denn, nach Jah­ren des Jam­merns über den wirt­schaft­li­chen Nie­der­gang in Deutsch­land, mit dem kon­junk­tu­rel­len Auf­schwung seit dem Früh­som­mer ge­rech­net? Selbst die Wirt­schafts­wei­sen waren zu Be­ginn des Jah­res noch we­sent­lich skep­ti­scher. Hof­fent­lich wer­den sie mit ihrer Vor­her­sa­ge, dass die po­si­ti­ve kon­junk­tu­rel­le Ent­wick­lung auch in die­sem und in den nächs­ten bei­den Jah­ren an­hal­ten wird, recht be­hal­ten. Den „Aus­rut­scher“ vom letz­ten Jahr neh­men wir da gerne in Kauf.
  • Wer, meine Damen und Her­ren des Ge­mein­de­ra­tes und der Ver­wal­tung, hätte zwei­fels­frei damit ge­rech­net, dass wir den Dop­pel­haus­halt 2007/2008 recht­zei­tig, also im De­zem­ber ver­ab­schie­den? Es ist uns erst­mals seit 1999 wie­der ge­glückt, ohne dass die In­ten­si­tät der Be­ra­tun­gen oder die nach wie vor bei­spiel­haf­te In­for­ma­ti­on der Öf­fent­lich­keit über das Ver­fah­ren und des­sen In­hal­te dar­un­ter ge­lit­ten hät­ten. Die Frage, ob die He­be­sät­ze für die Ge­wer­be­steu­er und Grund­steu­er an­ge­passt wer­den sol­len, hat alle an­de­ren The­men na­he­zu über­deckt. Be­kannt­lich ist hin­sicht­lich der He­be­satz­an­pas­sung ein Kom­pro­miss ge­schlos­sen wor­den; die An­he­bung gilt ab 2009. Damit ge­lingt es uns, nicht nur ein über­durch­schnitt­li­ches In­ves­ti­ti­ons­pro­gramm, das auch dem Bau­ge­wer­be und damit den Hand­werks­be­trie­ben an­hal­ten­de Im­pul­se be­sche­ren wird, durch­zu­füh­ren - ins­ge­samt 124 Mio. bis 2010 -, son­dern gleich­zei­tig auch Schritt für Schritt die Ver­schul­dung ab­zu­bau­en. Letz­te­res sind wir den nach­kom­men­den Ge­nera­tio­nen schul­dig. Und ers­te­res wird dem be­reits be­gon­ne­nen Aus­bau un­se­rer In­fra­struk­tur den be­ab­sich­tig­ten Schub ver­lei­hen. Der städ­ti­sche Haus­halt setzt seine Schwer­punk­te wei­ter­hin bei der Be­treu­ung von Kin­dern und Schü­lern, bei der För­de­rung von Kul­tur und Bil­dung, sieht hö­he­re Zu­schüs­se für den Sport vor und fi­nan­ziert die be­reits skiz­zier­te Ent­wick­lung in der In­nen­stadt sowie, nicht zu ver­ges­sen, in den Orts­ker­nen der Stadt­be­zir­ke. Wir pei­len bei et­li­chen Ver­gleichs­wer­ten die über­durch­schnitt­li­che Aus­stat­tung an und haben dies teil­wei­se schon er­reicht. Reut­lin­gen wird, das zeich­net sich ab, am Ende des ak­tu­el­len Fi­nan­zie­rungs­zeit­rau­mes im Jahr 2010 eine enor­me Ent­wick­lung hin­ter sich ge­bracht haben.
  • Die recht­zei­ti­ge Ver­ab­schie­dung des Haus­hal­tes war auch mög­lich durch die dis­zi­pli­nier­te Be­ra­tung der Frak­tio­nen ein­schließ­lich der knapp acht­stün­di­gen Schluss­sit­zung. Dabei sind Ge­mein­de­rats­sit­zun­gen immer wie­der auch für Über­ra­schun­gen gut. Als ich ge­mein­sam mit der Stadt­hal­len­pla­nung ein Ge­samt­pa­ket für In­ves­ti­tio­nen in Kul­tur­räu­me vor­ge­schla­gen habe, ge­stützt durch die Er­geb­nis­se der Kul­tur­kon­zep­ti­on, waren die Ver­tre­ter der In­itia­ti­ve für ein so­zio­kul­tu­rel­les Zen­trum im Foyer U3 sehr skep­tisch, ob sie im Drei­klang mit Stadt­hal­le und Thea­ter­zen­trum Tonne nicht ins Hin­ter­tref­fen ge­ra­ten wür­den. Nicht nur ein­mal ist mir ge­gen­über die Be­fürch­tung ge­äu­ßert wor­den, dass wohl zu­nächst alles an­de­re rea­li­siert werde, bevor man sich an den Umbau des Foy­ers U3 mache. Auch dies, wie so vie­les im ver­gan­ge­nen Jahr, ein Irr­tum. Noch vor der Ent­schei­dung über den Aus­bau der 2. Spiel­stät­te un­se­res Thea­ters Die Tonne - auch hier­über wird in Kürze zu be­ra­ten sein - und weit vor einem Bau­be­schluss über die Stadt­hal­le hat der Ge­mein­de­rat ein kla­res Votum ab­ge­ge­ben. Das so­zio­kul­tu­rel­le Zen­trum wird in die­sem Jahr Form ge­win­nen und Ende des nächs­ten Jah­res in Be­trieb gehen kön­nen.

Meine Damen und Her­ren, im letz­ten Jahr konn­ten wich­ti­ge Wei­chen­stel­lun­gen vor­ge­nom­men wer­den. Wir haben nicht zu­viel ver­spro­chen aber vie­les er­reicht. In un­se­rem Ruck­sack für die Zu­kunft steckt al­ler­hand drin, an dem wir noch bas­teln und fei­len wer­den müs­sen. Zur un­ver­zicht­ba­ren Grund­aus­stat­tung un­se­res Marsch­ge­päcks, das zei­gen die Bei­spie­le ins­be­son­de­re aus dem ver­gan­ge­nen Jahr, ge­hö­ren Op­ti­mis­mus, Mut und der Glau­be an das Mach­ba­re. Wir wer­den auch in Zu­kunft nicht immer alles kön­nen, was wir wol­len. Wir soll­ten aber nicht dar­auf ver­zich­ten, das zu wol­len, was wir kön­nen und dabei die Les­sing'sche Mah­nung nicht ver­ges­sen.

Der „Happy-​Planet-Index“ 2006 der New Eco­no­mie Founda­ti­on trifft eine Aus­sa­ge dar­über, wo die glück­lichs­ten Men­schen leben. Un­ter­sucht wur­den Zu­frie­den­heit, Le­bens­er­war­tung und der Um­gang mit der Um­welt. Auf dem 1. Platz lan­de­te Va­nua­tu, ein mir zu­ge­ge­be­ner­ma­ßen bis dato un­be­kann­ter In­sel­staat im Süd­pa­zi­fik mit 209.000 Ein­woh­nern. Die Wirt­schaft be­steht meist aus Land­wirt­schaft, Fi­sche­rei und Tou­ris­mus. Deutsch­land lan­de­te auf Platz 81, hin­ter Ös­ter­reich (Platz 61) und der Schweiz (Platz 65).
Trotz mei­ner Be­geis­te­rung, Reut­lin­gen vor­an­zu­brin­gen, und den kli­ma­tisch immer güns­ti­ge­ren Ein­fluss­fak­to­ren, wie die­ser Win­ter bis­lang ein­drück­lich be­legt, werde ich dem Ge­mein­de­rat trotz­dem nicht vor­schla­gen, auf Ko­kos­nuss­an­bau und Fisch­zucht in der Echaz um­zu­stei­gen. Viel­leicht ge­lingt es uns auch so, den Schwung in das neue Jahr mit­zu­neh­men und zur Trieb­fe­der für wei­te­res Han­deln zu ma­chen. Das wün­sche ich nicht nur un­se­rer Stadt, son­dern uns allen be­ruf­lich wie auch per­sön­lich.
Et­li­che Stand­ort­ent­schei­dun­gen von Fir­men in der jüngs­ten Ver­gan­gen­heit zu­guns­ten Reut­lin­gens wie auch die In­ves­ti­tio­nen pri­va­ter Un­ter­neh­mer in un­se­re Stadt do­ku­men­tie­ren, dass an die Zu­kunft Reut­lin­gens ge­glaubt wird. Ob sich ein Mensch oder ein Volk glück­lich wähnt hat auch damit zu utn, ob Ver­trua­en in die Zu­kunft sub­jek­tiv ge­recht­fer­tigt er­scheint.

Ich be­dan­ke mich bei allen, die uns im ver­gan­ge­nen Jahr ihr Ver­trau­en ent­ge­gen­ge­bracht und uns in un­se­rer Ar­beit un­ter­stützt haben. Ich hoffe wei­ter auf Sie.

Ich be­dan­ke mich auch bei allen, die zum Ge­lin­gen des dies­jäh­ri­gen Bür­ger­emp­fangs bei­tra­gen. Bei der Würt­tem­ber­gi­schen Phil­har­mo­nie Reut­lin­gen, deren Blä­ser­quar­tett tra­di­tio­nell den Bür­ger­emp­fang mit klas­si­scher Musik dies­mal aus der Spät­re­nais­sance er­öff­net hat und mit einem schmis­si­gen „That’s a Ple­nty“ (davon gibt es jede Menge) die Über­lei­tung vom Pro­gramm zu den hof­fent­lich zahl­rei­chen Ge­sprä­chen (ple­nty!) her­stel­len wird. Vie­len Dank an die Ver­tre­ter un­se­res über die Lan­des­gren­zen hin­aus be­kann­ten mu­si­ka­li­schen Aus­hän­ge­schil­des Phil­har­mo­nie Reut­lin­gen.

Es ist mir ein An­lie­gen, bei An­läs­sen wie die­sem unter Be­weis zu stel­len, dass die Mu­sik­stadt Reut­lin­gen in der Spit­ze und in der Brei­te exis­tiert. Vor allem der künst­le­ri­sche Nach­wuchs liegt mir hier­bei am Her­zen. Ich freue mich des­halb, Ihnen jetzt zwei Schü­ler des Friedrich-​List-Gymnasiums Reut­lin­gen an­kün­di­gen zu kön­nen, Ul­ri­ke Kühn und Sa­scha Wink­ler, beide in der glei­chen Klas­se. Sie wer­den uns mit zwei US-​amerikanischen Jazz­ti­teln ver­zau­bern, die gut zu einem Neu­jahrs­emp­fang pas­sen.

“Be a clown“ von Cole Por­ter könn­te als Auf­for­de­rung ver­stan­den wer­den, sich trotz der vie­len Zwän­ge in der durch­or­ga­ni­sier­ten Welt un­se­rer hoch­mo­der­nen Ge­sell­schaft immer wie­der die Frei­heit zu neh­men, die ei­ge­nen Ge­füh­le nicht zu ver­drän­gen und den Humor nicht zu ver­lie­ren.
Und wie ge­schaf­fen für eine Neu­jahrs­re­de ist Gershwins „So­meo­ne to watch over me“- ein ver­ständ­li­cher Wunsch zu Be­ginn eines neuen Jah­res mit sei­nen noch un­be­kann­ten Er­eig­nis­sen; dar­über hier­aus einer, der auf Reut­lin­gen gut passt, was Gershwin ver­mut­lich nicht ahnte Wacht doch seit dem Mit­tel­al­ter der Engel auf der Turm­spit­ze der Ma­ri­en­kir­che über die Men­schen in der Stadt. Kom­men Sie bei allen Ak­ti­vi­tä­ten und Vor­ha­ben gut be­hü­tet durchs neue Jahr.

Ich wün­sche Ihnen ein ge­sun­des, er­folg­rei­ches 2007 und alles Gute!

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