Verleihung der Bürgermedaille in Gold an Herrn Stadtrat a. D. Dieter Weinmann und Frau Stadträtin a. D. Ursula Menton am 27. November 2010

- Es gilt das gesprochene Wort -

Wir ehren heute mit Dieter Weinmann und Ursula Menton zwei Persönlichkeiten, die sich hervorragende Verdienste um die Stadt Reutlingen erworben haben.

Die Bürgermedaille in Gold wird laut der Grundsätze für außerordentlich hervorragende Leistungen verliehen, die insbesondere im kommunalpolitischen, kulturellen, sozialen, sportlichen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bereich dem Wohl der Allgemeinheit dienen oder auf andere Weise das Ansehen der Stadt Reutlingen mehren. Das trifft auf die heute zu Ehrenden in besonderem Maße zu. Die Bürgermedaille in Gold ist eine seltene Auszeichnung und neben dem Ehrenbürgerrecht nach der Gemeindeordnung die höchste Anerkennung, welche die Stadt Reutlingen für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Es ist mir deshalb eine besondere Ehre und Freude, auf der Grundlage einer Beschlussfassung des Gemeinderates heute diese hohe Auszeichnung an Sie beide, lieber Herr Weinmann und liebe Frau Menton, vornehmen zu können. Die städtische Bürgermedaille steht für sich und unabhängig von anderen Auszeichnungen.

Wir alle wissen, dass der Reutlinger Bürger, respektive Bürgerin, sei er dies nun durch Geburt oder durch Zuzug und Bekenntnis, von Natur aus zur Bescheidenheit und zur Zurückhaltung neigt. Darin machen unsere Hauptpersonen des heutigen Abends keine Ausnahme. Frau Menton gibt immer schlicht „Hausfrau“ als Berufsbezeichnung an, was sogar die Zeitungen notierenswert fanden, und Herr Weinmann wird beschrieben als „kein Mann der lauten Töne, eher ein ganz Leiser. Was aber nicht heißen soll, dass er sich nicht zu behaupten versteht“ (Wochenblatt 1997). Das können sicher alle Wegbegleiter bestätigen, welche die vielen Jahre und Jahrzehnte der kommunalpolitischen Arbeit mitgegangen sind oder sie beobachtet haben.

Dieter Weinmann war bis zu seinem Abschied im letzten Jahr der dienstälteste Stadtrat in Reutlingen. Er war von 1996 bis zu seinem Austritt Fraktionsvorsitzender, zuletzt der FDP/BMR-Fraktion, und damit in besonderer Weise eingespannt und in der Verantwortung. Auch dem Kreistag gehörte er eine Amtsperiode an. Angefangen hatte alles vor 34 Jahren, im Mai 1976, als er als Nachrücker für den verstorbenen Stadtrat Josef Heyer in den Rat einzog.

Sorgsam wie die Stadtverwaltung arbeitet, wissen wir heute noch genau, was der junge Stadtrat Weinmann an Arbeitsmaterialien im CDU-Fraktionszimmer vorfand: 1 Ortsrecht (blau), 1 Dienstvorschrift (weinrot), drei gelbe Ordner, 1 Telefonverzeichnis, einen Stadtplan, eine Gemeindeordnung und 3 graue Sitzungsmappen. Man sieht an der Vielfalt der Farben, dass die Verwaltung schon damals um Ausgewogenheit bemüht war.

1976, das ist das Jahr, in dem in Bonn trotz erheblicher Stimmengewinne der CDU/CSU die sozialliberale Koalition als Sieger aus der Bundestagswahl hervorgeht und Helmut Kohl als Oppositionsführer der CDU Platz nimmt. Wie lange das schon her ist, zeigt auch die Neuigkeit, welche die Deutsche Bundespost 1976 vorstellt. Sie präsentiert die ersten Tastentelefone, die in den nächsten Jahren die Wählscheibe ablösen sollen. Außerdem werden im Jahr 1976 die Autofahrer verpflichtet, einen Sicherheitsgurt anzulegen. Acht Jahre später, 1984, wird die Vorschrift verschärft und das Nichtanlegen von Sicherheitsgurten mit Bußgeld bestraft. Das ist das Jahr, in dem Frau Menton die kommunalpolitische Bühne betritt und als „Überraschungskandidatin“ – so schrieben es die Zeitungen – für den Gemeinderat kandidiert. Auf der Liste der FWV, übrigens als Listennachfolgerin für Inge Villforth, die zur CDU wechselt. Die Überraschungskandidatin wurde später Fraktionschefin der FWV, wie wir wissen, und hatte dort die Zügel „mannhaft“ in der Hand, aber immer so charmant und so jugendlich, dass sie noch nach Jahrzehnten als „unverbrauchtes Talent der Kommunalpolitik“ gefeiert wurde. „Sie hat die Hand am Puls der Zeitgenossen“, schwärmte der GEA im Jahr 2000 und bescheinigt der „Grande Dame der FWV“, dass sie bei allem Faible fürs Populäre herrlich altmodisch geblieben sei, wenn man darunter die Neigung zu noblen Umgangsformen, klassischer Erziehung und persönlicher Disziplin verstehe. Frau Mentons persönlicher Sekretär, der auch ihr Ehemann ist, hat es auf seine knitze und bündige Art so formuliert: „Hauptsach’ i ben g’sond, ond mei Frau hat a G’schäft“.
Das „G’schäft“ ging nie aus, im Gegenteil, es wurde immer mehr.

Lebensgeschichte ist immer auch ein Stück Weltgeschichte und im Fall ehrenamtlicher Stadträte auch ein Stück Stadtgeschichte. Sie beide haben die Entwicklung der Stadt nicht nur begleitet, sondern auch gestaltet. Stadträte sind ja so eine Art „Entwicklungshelfer“ der Heimat.
Was ist in den Jahren nicht alles passiert! Wir erinnern uns an ein paar Wegmarken der Stadtgeschichte.

Als Dieter Weinmann frischgebackener Stadtrat war, startete das erste Reutlinger Ferienprogramm für 6- bis 14jährige Kinder. Heute, 34 Jahre später, ist es fest etabliert. Überhaupt begann damals vieles, was wir heute für selbstverständlich halten. Das gilt beispielsweise für das ganze Feld der Kinderbetreuung, das mit dem „Schuler-Programm“ der Kindergartenplanung begann und heute mit dem Millionen teuren Ausbau der Kinderbetreuung noch nicht zu Ende ist.
Ursula Mentons Einzug in den Gemeinderat 1984 fiel gleich mit einem Riesenfest zusammen, einem „Megaevent“, wie manche heute sagen würden. Die Landesgartenschau lockte fast 1,2 Millionen Besucher nach Reutlingen. Ein Jahr später, 1985, wurde die Stadtbibliothek eingeweiht, ein 20 Millionen Projekt, auf das wir in Reutlingen heute noch stolz sind. Ebenfalls in den Achtzigern wurden weitere Großprojekte gestemmt wie das Klärwerk West, die Volkshochschule oder der Umbau des städtischen Kunstmuseums im Spendhaus. Reutlingen hatte 1988 die 100.000 Einwohner-Marke geknackt und war damit die jüngste Großstadt in Baden-Württemberg.

Reutlingen konnte schon damals nicht nur arbeiten, sondern auch feiern, und so fielen das erste Reutlinger Weindorf und der erste Weihnachtsmarkt in die ersten Amtsjahre unserer Stadträte. Wie heute, so war es auch in diesen Anfangsjahren. Was schön ist, ist meist teuer und muss bezahlt werden. So standen auch immer wieder Themen auf der Tagesordnung des Gemeinderates, die nicht vergnügungssteuerpflichtig waren und auch heute nicht sind, als da wären Gewerbesteuererhöhung, Anhebung von Gebühren oder auch strittige Haushaltsdebatten. Es ging – welch’ ein Wunder – ums Sparen, konkreter ums Einsparen, und das wollte keiner gern, auch wenn der damalige Finanzbürgermeister Rainer Hahn für seinen „Sparhaushalt mit Perspektive“ warb und laut darüber nachdachte, ob Reutlingen angesichts der hohen Kreisumlage nicht lieber kreisfreie Stadt werden wolle.

Bei allen diesen Debatten, bei allen Themen, die für die Zukunft und die Entwicklung unserer Stadt bedeutsam waren, waren Sie beide vorne mit dabei. Keiner kann die Stunden zählen und die Energie messen, die Sie als Stadträte für Reutlingen verausgabt haben. Da zählen ja nicht nur die tausende Stunden Gemeinderatssitzung, sondern auch die Zeit in den Ausschüssen, Aufsichtsräten, Beiräten, Kommissionen und sonstigen Gremien.
Finanzausschuss, Schulbeirat, Werksausschuss, Umlegungsausschuss, Kuratorium der Oskar-Kalbfell-Stiftung, gemeinsamer Ausschuss mit Kusterdingen und Kirchentellinsfurt, Altstadtbeirat, Aufsichtsrat, Bibliotheksausschuss, Stiftungsrat der Württembergischen Philharmonie Reutlingens und, und, und. Fünf Seiten umfasst alleine die Aufzählung der Gremeinaktivitäten bei Ihnen, Herr Weinmann, und auch bei Ihnen, Frau Menton, gibt es eine ellenlange Liste Ihrer gemeinderätlichen Tätigkeiten.

So ein Engagement - ein Riesenengagement - , eine Riesenleistung! Dafür auch an dieser Stelle großen Respekt und herzlichen Dank. Das ist überwältigend!

Und Sie haben dies beide auf Ihre jeweils ganz eigene persönliche Art getan. Herr Weinmann, Sie gehörten unbestritten zu den erfahrensten Mitgliedern des Gemeinderats und haben sich als Vertreter der Sachpolitik sowie durch Ihre besonnene Art Wertschätzung bei allen Fraktionen erworben. Als selbständiger Unternehmer wussten Sie, dass Geld keine unendlich verfügbare Masse ist und deshalb sorgsam damit umgegangen werden muss. Wenn die Euphorie über neue Ideen, welche zwangsläufig auch mehr Ausgaben nach sich zogen, im Gemeinderat an der einen oder anderen Stelle zu groß zu werden drohte, waren Sie als Mahner zur Stelle. Nicht polternd, und schon gar nicht persönlich verletzend. Das entspricht nicht Ihrem Stil. Ich habe Sie in den letzten sechs Jahren Ihrer Amtszeit, vielleicht auch etwas gemildert durch die langjährigen Erfahrungen, die man als Stadtrat nicht nur im Gremium sammeln kann, erlebt als jemanden, der Kritik sachlich und analytisch vorträgt und für sie auch einsteht, wenn der Zeitgeist in eine andere Richtung geht. Der respektvolle Umgang, den Sie Vertretern einer anderen Auffassung gegenüber stets aufbrachten, haben Sie auch von anderen zurecht erwartet – aber vielleicht nicht immer erfahren. Sie haben sich als Stadtrat einen praktischen Sinn für kommunalpolitische Realität bewahrt und durch Ihre geradlinige Art die Achtung der Kolleginnen und Kollegen im Rat verdient. Die großen Fensterreden waren Ihre Sache nicht. Sie sagten, was zu sagen war, und hielten sich dann wieder zurück. Die Werte, auf welchen Ihr politisches Handeln beruhte, sind aus der Identifikation mit unserer Stadt Reutlingen und seiner Geschichte, aus der Verwurzelung in ihr und in Ihrer Familie und aus Ihrem Unternehmertum erwachsen. Und ich vermute, dass es Ihnen – natürlich nur insgeheim – eine gewisse Freude und Genugtuung bereitet, dass Ihr Sohn sich nicht nur im eigenen Geschäft, sondern seit der letzten Kommunalwahl auch in der Kommunalpolitik in die Pflicht nehmen lässt und damit gewisser Maßen Ihre Nachfolge antritt.

Frau Menton war knapp die Hälfte ihrer Zugehörigkeit zum Gemeinderat, von 1997 bis 2009, Vorsitzende der FWV-Fraktion – „meine Männer“, wie Sie zwischendurch zu sagen pflegten. Diese hatte Sie allerdings, soweit wir dies von außen beobachten konnten und hinter vorgehaltener Hand auch immer wieder bestätigt wurde, recht gut im Griff. Für Sie war die Kommunalpolitik ein Terrain mit Unebenheiten, die immer wieder für Aufregung sorgen konnten. Wenn die Dinge dann ganz gegen Ihren Strich gingen, so konnten Sie dies auch unmissverständlich deutlich machen. In solchen Fällen fragten sich manche im Rat, ob Sie, sonst ja ganz Dame, womöglich noch die Contenance verlieren würden. Das ist natürlich nie eingetreten. Aber manchmal, das haben Sie uns schon verraten, war abends zu Hause noch ein Cognac nötig, um die Gemeinderatssitzung zu verdauen. Großen Respekt haben Sie sich verdient durch Ihre fast legendäre Disziplin. Pünktlichkeit und Fleiß werden uns immer als Ihre herausragenden Eigenschaften in Erinnerung bleiben. Nur wenige Ratsmitglieder dürften bei so vielen Terminen präsent gewesen sein wie Sie – ein bemerkenswertes Pensum, das Sie zusätzlich zu Ihren familiären Verpflichtungen geleistet haben. Wenn auch durch Heirat erst nach Reutlingen gekommen, so sind Sie doch in Ihrem Selbstverständnis durch und durch Reutlingerin geworden. Für Ihr Engagement, darüber hinaus auch 10 Jahre im Kreistag und insbesondere langjährig auch in der schulischen Elternarbeit, haben Sie ja erst kürzlich das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse erhalten.

Natürlich kann in einer Großstadt nicht jeder bei allen Themen federführend sein und so hat jeder – ich möchte sagen: naturgemäß – seine Vorlieben, seine Interessen, seine Schwerpunkte, wo er sich einbringen möchte und die ihm besonders wichtig sind. Als ehemalige Elternvertreterin dürfte Sie, liebe Frau Menton, sehr gefreut haben, wie weit wir in der Entwicklung der Schullandschaft Reutlingens voran gekommen sind: Überall können die Schüler inzwischen mittagessen, und Ganztagesangebote gibt es bis auf eine Ausnahme an jeder Schule. Bei Ihnen ist aber besonders der Friedhof Unter den Linden zu erwähnen, für den Sie sich verkämpft haben. Erfolgreich! Am 15.Oktober 1987 beschließt der Gemeinderat – nach einer erfolgreichen Bürgeraktion – die Wiedereröffnung des Friedhofs.
Ihnen, Herr Weinmann, war als Unternehmer die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt immer ein besonderes Anliegen. Zu den bedeutenden Wegmarken während Ihrer Amtszeit zählt die Einrichtung des interkommunalen Gewerbegebietes Mark West ebenso wie Ihr Einsatz für bedeutende Verkehrs- und Kulturprojekte. Denken wir an den ZOB, also die Haltestelle Stadtmitte, oder die Komplettierung der Museumsmeile. Oder auch die neue Stadthalle, für die Sie sich beide eingesetzt haben.

Bei einer solchen Lebensleistung, bei drei Jahrzehnten kommunalpolitischer Arbeit,
da gibt es nicht nur Erfolge zu vermelden, sondern da sind auch gelegentlich Enttäuschungen zu verkraften. Auch davon können Sie ein Lied singen. Politik, so wusste schon der Soziologe Max Weber, ist das Bohren dicker Bretter. Das gilt auch in Reutlingen: Beispiel Kultur- und Kongresszentrum. Die beim geplanten Kongresszentrum entstandenen Irrungen und Wirrungen zeigten, dass auch ein Gemeinderat ins Schlingern geraten kann und gut daran tut, auf die Stimmen und die Stimmung der Bürger zu achten. Wenn wir jetzt den aktuellen Stand der Stadthalle anschauen, dann können wir alle zufrieden sein, wie es läuft. Wir haben in Reutlingen unsere Lektion gelernt und vorweg genommen, was Heiner Geißler vor wenigen Tagen im Deutschlandfunk forderte: „Wir müssen neue Formen der Aufklärung und der Mitwirkung bekommen. Man kann auch sagen, die parlamentarische Demokratie muss ergänzt werden durch mehr Elemente der unmittelbaren Demokratie, und zwar muss das Volk beteiligt werden, bevor die Würfel gefallen sind“.
Dieser Meinung von Heiner Geißler schließe ich mich an. Es wird eine Zeit nach Stuttgart 21 geben – und dann wird dieser Konflikt die politischen Prozesse verändert haben. Die Kommunen werden gar nicht umhin kommen, die Bürger bei wichtigen Entscheidungen stärker einzubinden als bisher. Da ist es gut, dass wir in Reutlingen solches schon selbstverständlich praktizieren.
Ich sage aber auch an dieser Stelle ganz deutlich, dass ich für die repräsentative Demokratie eintrete und ihr auch im Lokalen einen hohen Stellenwert einräume. Jeder Stadtrat weiß aus eigener Erfahrung, wie komplex und kompliziert manche Themen sind. Es kostet Kraft, Energie und Zeit, viel Nachdenken und Zuhören, um sich in die Materie einzuarbeiten, das Für und Wider abzuwägen, unterschiedliche Interessen zu gewichten, um dann zu einer abgewogenen begründeten Entscheidung zu kommen. Politikwissenschaftliche Studien zeigen, dass Initiativen und Bürgeraktivitäten immer wieder eben auch Partikularinteressen formulieren, das Eigeninteresse verfochten wird, ohne das Austarieren im Sinne eines Gemeinwohles vorzunehmen. Deswegen ist letztlich unser repräsentatives demokratisches System der gewählten Volksvertreter ohne wirkliche Alternative.

Was lange währt, wird endlich gut. Das gilt nicht immer, aber doch manchmal auch für kommunalpolitische Dauerbrenner, denken wir nur an den Scheibengipfeltunnel, den wir immer wollten, oder das Asphaltmischwerk, das wir nie wollten.
In den Jahrzehnten Ihrer Tätigkeit als Stadträte hat sich die Stadt in gutem Sinne weiter entwickelt, was man schon am Stadtbild sieht. Die vielen einst die Stadt prägenden Schornsteine sind fast völlig verschwunden, die Stadt hat den wirtschaftlichen Wandel von der Textilindustrie zur Dienstleistungsgesellschaft erfolgreich bewältigt und sich doch nennenswerte industrielle Produktionsbetriebe erhalten und um zukunftsträchtige Zweige erweitert, wenn wir beispielsweise an das neue Waferwerk der Firma BOSCH denken oder an die vielen innovativen Unternehmen im Hightech- und Biotechnologiebereich sowie der Medizintechnik.
Reutlingen ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort und bietet seinen Bürgern eine hohe Lebensqualität. Das hat uns erst kürzlich die Empirica-Studie bestätigt, die so viel Lob für Reutlingen parat hatte, dass es einem bescheidenen Reutlinger fast peinlich ist. Fast...

Liebe Frau Menton, lieber Herr Weinmann. Sie können stolz auf Ihre Arbeit für die Stadt Reutlingen zurückblicken. Ihr Einsatz mit unterschiedlichem Temperament, aber immer mit voller Kraft, Ihre Fähigkeit, ohne parteipolitisches Kalkül zu handeln und das Gespräch über Fraktionsgrenzen hinweg zu suchen, Ihre unbedingte und doch kritische Liebe zu dieser Stadt, Ihr Wille, diese Stadt voranzubringen, ist beispielhaft und vorbildlich. „Wenige Dinge auf Erden sind lästiger als die stumme Mahnung, die von einem guten Beispiel ausgeht“, sagt Mark Twain und in diesem Sinne dürfen Sie sich freuen, ein „lästiges“ Vorbild zu sein, von dem ich mir wünsche, dass es Schule macht.

Reutlingen verdankt Ihnen viel und bedankt sich bei Ihnen. Sie haben weit mehr als Ihre Schuldigkeit getan, und deswegen sind Sie begleitet von den besten Wünschen im vergangenen Jahr in den „politischen“ Ruhestand gegangen.
Ich bin aber überzeugt, dass die Stadt Sie nicht los lässt und Sie ihr und uns verbunden bleiben. Als Zeichen der Anerkennung und Würdigung verleihe ich Ihnen nun die Bürgermedaille der Stadt Reutlingen in Gold, wohl wissend, was Theodor Fontane geschrieben hat:
„Es kann die Ehre dieser Welt/ dir keine Ehre geben / Was dich in Wahrheit hebt und hält, / muss in dir selber leben.“

Die Bürgermedaille zeigt auf der einen Seite neben der Inschrift „Stadt Reutlingen“ und „Friedrich List“ eine Silhouette der Achalm, davor die Marienkirche, das neue Rathaus als Sitz der bürgerschaftlichen Vertretung und das Friedrich-List-Denkmal; auf der anderen Seite findet sich neben der Inschrift „Für besondere Verdienste um die Stadt“ das Wappenschild der Stadt mit dem Adler und Symbole der Industrie, des Handwerks, des Weinbaus und des Siedlungswesens. Der Name der geehrten Person und die Jahreszahl der Verleihung sind eingraviert.

Ich gehe nach der Dauer der Zugehörigkeit zum Gemeinderat vor und bitte zunächst Herrn Dieter Weinmann nach vorn zu mir (Verlesung der Urkunde).

Reutlinger Sekt und Reutlinger Rotwein für Herrn Weinmann, Blumenstrauß für Frau Weinmann.

Verleihung an Frau Ursula Menton: Verlesung Urkunde
Blumenstrauß an Frau Menton, Reutlinger Sekt und Wein an Herrn Menton
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