Spatenstich für das Kinderhaus Sickenhausen im Mai 2013

Neubau Kinder- und Familienzentrum Ringelbach


Zuständigkeit Gebäudemanagement: Abteilung Zentrale Kundenbetreuung H. Viehl
Kinder- und Familienzentrum - Wir bauen Zukunft

Allgemeines

Bereits im Jahr 2005 stellte der Gemeinderat den Bedarf eines Hauses für Familien mit Betreuungsangeboten für Kinder unterschiedlicher Altersgruppen fest. Nach der Erstellung eines Raumprogramms wurde 2007 vom Gemeinderat der Standort auf Flurstück 9624 an der Ringelbachstraße festgelegt. Nach der Erstellung der Pläne durch das Architekturbüro Seidenspinner beschloss der Gemeinderat am 30.04.2009 den Bau des Kinder- und Familienzentrums Ringelbach mit insgesamt 135 Betreuungsplätzen und einem Kostenvolumen von 4.300.000 Euro. Im Gemeinderatsbeschluss kommt zum Ausdruck, daß nur durch die Verwendung von Mitteln des Konjunkturpakets die Gesamtfinanzierung gesichert und ein schnellerer Baufortschritt ermöglicht werden konnte.


Förderung nach dem Zukunftsinvestitionsgesetz

Der Bau des Kinder- und Familienzentrums wird für den Bereich der über 3-jährigen Kinder im Rahmen des Zukunftinvestitionsprogrammes des Bundes - Konjunkturpaket 2 - gefördert. Es wurden Fördermittel in Höhe von 2,649 Mio. Euro bewilligt.

Nach dem Investitionsprogramm des Bundes zur Kinderbetreuungsfinanzierung 2008-2013 wird der Bereich der 0 - 3-jährigen Kinder gefördert. Es sind Fördermittel in Höhe von 240.000 Euro bewilligt.


Baubeschreibung und Raumprogramm

Das Gebäudemanagement hat zur Ermittlung des planenden Architekten eine Mehrfachbeauftragung, unter Beteiligung von 4 lokalen Architekturbüros durchgeführt. Zur energetischen Wertung wurde bereits in diesem frühen Planungsstadium ein Fachplaner für Energie- und Versorgungstechnik einbezogen. Das Auswahlgremium unter Beteiligung der Fachdezernenten und -ämter, befand die Entwurfsplanung von Architekturbüro Seidenspinner, Metzingen als die beste der eingereichten Arbeiten. Das Verfahren wurde vorab mit der Architektenkammer abgestimmt.

Das Raumprogramm der Kinderbetreuungseinrichtungen richtet sich nach den Vorgaben des Kommunalverbands für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) der als Genehmigungsbehörde die Betriebserlaubnis erteilt.

Die Erschließung des Gebäudes erfolgt über den zentralen Hauptzugang. Über einen Windfang gelangt man in das im Gebäudekern liegende Foyer mit Abstellmöglichkeiten für Kinderwagen. Das Foyer dient als zentraler Sammler und Verteiler in die verschiedenen Geschosse und Nutzungseinheiten. Durch den Aufzug ist ein barrierefreies Erreichen sämtlicher Bereiche gewährleistet. Im Erdgeschoss sind der 3-gruppige Kindergarten und die 2-gruppige Krippe des Oberlin-Jugendhilfe-Verbunds mit verlängerten Öffnungszeiten (VÖ) untergebracht. Im Obergeschoss befinden sich die 2-gruppige Einrichtung mit Ganztagesbetreuung, die gemeinsamen Räumen für Bewegung und kreatives Arbeiten, sowie die Räume für die Elternbildung und -beratung.

Die Bereiche der Kindertagesbetreuung (3 Gruppen im EG + 2 Gruppen im OG) bestehen jeweils aus den Gruppenräumen und den dazugehörigen Nebenräumen, einer Küche, einem Personalraum, einem Büro und den erforderlichen sanitären Anlagen. Die internen „Flure“ dienen den Funktionen Erschließung, Garderobe, Spielen und Essen. Der Ganztagesbereich im OG hat zudem den gesetzlich geforderten Ruheraum und eine Dachterrasse.

Für die 2-gruppige VÖ-Krippe im Erdgeschoss stehen 2 Gruppenräume, 2 Ruheräume, eine Küche mit Essgelegenheiten, ein Personalraum, ein Büro und die erforderlichen sanitären Anlagen zur Verfügung. Im zentralen Foyerbereich befinden sich die Abstellmöglichkeiten für die Kinderwägen, ein Abstellraum sowie ein Putz- und Waschraum mit Umkleide für das Personal der Hauswirtschaft.

Das Raumprogramm für den Bereich des Kindertagesbetriebs ist an den gesetzlichen Mindestanforderungen ausgerichtet. Es handelt sich insgesamt um einen sehr wirtschaftlichen Entwurf.

Der Bereich der Elternbildung im Obergeschoss besteht aus einem großen Raum für Schulungsveranstaltungen mit Material- und Stuhllager, drei Beratungszimmern für Kreisjugendamt, Oberlin-Jugendhilfe-Verbund und Stadt und einem Büro bzw. weiteren Beratungszimmer, den erforderlichen sanitären Anlagen mit barrierefreiem WC, sowie einer Küchenzeile.

Die vom KVJS mit rd. 10 m² pro Kind geforderte Außenspielfläche wird erreicht. Zudem wird durch den Einbau von entsprechenden Türen im Zaun die Möglichkeit zur Nutzung der angrenzenden öffentlichen Spielflächen geschaffen.


Energetisches Konzept

Mit der Fachplanung der Gewerke Heizung, Lüftung, Sanitär wurde das Ingenieurbüro
Ebök, Tübingen beauftragt.

Bereits in der Aufgabenstellung für die Mehrfachbeauftragung war die Planung eines ökologisch nachhaltigen und wirtschaftlichen energetischen Konzepts verankert.

Schon mit der sehr kompakte Form des Gebäudes (Verhältnis Außenhülle zu Volumen), sind wichtige Voraussetzungen für einen geringen Energiebedarf geschaffen.

Im Laufe der Planung wurden verschiedene Varianten für die Wärmeversorgung geprüft und gegenübergestellt. Letztendlich hat sich die Versorgung über Fernwärme als wirtschaftlichste Variante herauskristallisiert. Das geplante Konzept sieht die Wärmeerzeugung über das Fernwärmenetz der FairEnergie GmbH aus der Wärmezentrale der E.-Spranger-Schule vor. Diese wird zu etwa 50 % aus Wärme-Kraft-Kopplung (Blockheizkraftwerk) und zu etwa 50 % aus einem Erdgas Spitzenkessel geliefert. Mit dem Fernwärmeanschluss sind die Anforderungen des Erneuerbare EnergienWärmeGesetz (EEWärmeG) des Bundes erfüllt. Die Wärme wird im Gebäude überwiegend über eine Fußbodenheizung verteilt, in einzelnen Räumen sind Röhrenheizkörper vorgesehen.
Beim Standard für den Wärmebedarf (Wärmedämmung etc.) wurden 2 Varianten gegenübergestellt:
I. Unterschreitung der Forderungen aus der gültigen Energiesparverordnung
   um 30 %
II. Passivhausstandard

Variante I:
Der Heizwärmebedarf bei Variante I wird auf ca. 70.000 kWh/a abgeschätzt, dies entspricht ca. 35 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Dabei ist mit jährlichen Gesamtkosten für die Wärmeversorgung in Höhe von rd. 13.000,- € zu rechnen. Die CO2-Emissionen wurden mit ca. 12,6 Tonnen pro Jahr berechnet. Im Vergleich zu einer Wärmeversorgungslösung mit einer üblichen Erdgas-Brennwertheizung (ca. 21,5 Tonnen pro Jahr) können die CO2-Emissionen um ca. 8,9 Tonnen pro Jahr reduziert werden, das sind rd. 41%.

Variante II:
Durch die Umsetzung einer Passivhausbauweise (15 kWh/m²a Heizwärmebedarf) könnten im Vergleich zu Variante I ca. weitere 7,2 Tonnen pro Jahr eingespart werden. Die jährlichen Gesamtkosten für die Wärmeversorgung bei Passivhausstandard würde sich durch die Reduktion des verbrauchsgebundenen Anteils auf etwa die Hälfte reduzieren.

Beim Passivhausstandard entstehen durch den Einbau einer Zu-/Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung, der dafür notwendigen größeren Raumhöhen, der hochwertigen dreifach verglasten Fenster und die Erhöhung der Dämmschichten zusätzliche Investitionskosten gegenüber Variante I.

Diese Mehrkosten lassen sich durch die Einsparungen aus den geringeren Verbräuchen nach heutigem Kenntnisstand (abhängig von der Energiepreisentwicklung) nicht refinanzieren.

Unter Abwägung der vorgenannten Punkte hat sich die Verwaltung für die Umsetzung von Variante I entschieden.

Der Antrag der Grünen und Unabhängigen vom 20.11.2008 ist damit erledigt.

Baukosten:

KO S T E N G R U P P E Neubau
100 Grundstückskosten -
200 Herrichtungs- und Erschließungskosten 44.000 €
300 Bauwerk/Baukonstruktion 2.586.000 €
400 Bauwerk/technische Anlagen 647.000 €
500 Außenanlagen 318.000 €
600 Ausstattung 178.000 €
700 Baunebenkosten 527.000 €
Gesamtsumme 4.300.000 €


Folgekosten:

Für die Nutzung und den Unterhalt der neu geschaffenen Räumlichkeiten wird, unter Berücksichtigung der Zuschüsse, mit durchschnittlichen Folgekosten in Höhe von 285.000,- € jährlich gerechnet. Die notwendigen Folgekosten sind künftig bei der Haushaltsaufstellung zu berücksichtigen.

Terminplan:

Der Erhalt der Fördermittel aus dem Investitionsprogramm des Bundes zur „Kinderbetreuungsfinanzierung 2008 – 2013“ ist von einem Baubeginn spätestes 6 Monate nach Zugang des Bewilligungsbescheids abhängig. Dies bedeutet einen Baubeginn spätestens zum 13.07.2009.


Baugesuch April 2009
Baubeschluss 30. April 2009
Vergabebeschluss Rohbau 30. Juni 2009
Baubeginn Anfang Juli 2009
Richtfest 19. Januar 2011
Fertigstellung Dezember 2011
Übergabe an die Nutzer 24. Januar 2011
Fertigstellung der Aussenanlagen 21. April 2011




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