Oberamteistraße 28-34
"Das Steinerne Haus"

Historische Oberamtei

Historische Bürgerhauszeile Oberamteistraße 28-34

Die historische Bürgerhauszeile Oberamteistraße 28, 30/32 und der Keller des 1972 abgebrochenen, sogenannten „steinernen Hauses“ Nr.34 gehören zum ältesten und interessantesten Baubestand der ehemaligen freien Reichstadt Reutlingen.
Die ältesten Bauzeugnisse (in Haus Nr. 30/32) im Bereich der späteren Hausparzellen reichen zurück in die Gründungszeit der Stadt im 13. Jahrhundert. Sie gehörten damals vermutlich zum Areal des Reutlinger Pfarrhofes, der 1308 durch König Albrecht an das kurz zuvor von ihm gegründete Kloster Königsbronn geschenkt wurde.
Als prägend erwies sich die Zeit zwischen 1317 und 1320. Damals wurde die gesamte Häuserzeile in Reihenhausbauweise neu errichtet. Die einzelnen Bauten wurden durch hohe Brandwände getrennt. Sie dienten zugleich als Tragwerk für die dazwischen errichteten Holzbauten mit ihren markanten Vorkragungen. Eine städtebauliche Besonderheit bildete ein öffentlicher Durchgang durch Hausteil Nr.30, der für lange Zeit die einzige Verbindung von Oberamtei- und Spendhausstraße darstellte. Die Bohlenstube im Hausteil Nr.32 ist das älteste erhaltene Beispiel im Landkreis Reutlingen.
Während die Bauten von 1320 mit der Traufe zur Straße orientiert waren, änderte sich das Bild ab 1347. Damals wurde das Gebäude Nr. 30/32 um ein Stockwerk erhöht und das Dach mit dem Giebel zur Straße gedreht. Dasselbe gilt für das 1355 fast vollständig neu errichtete Gebäude Nr. 28 und wohl auch für Haus Nr.34.
Von herausragender Bedeutung sind auch die Kelleranlagen. Dazu gehören zwei flach mit Holzbalken gedeckte Keller der Zeit um 1316-18 unter Nr.28 und 30/32, sowie der stattliche, erst jüngst wieder ausgegrabene Gewölbekeller von Oberamteistraße 34, der als mahnendes Beispiel konserviert werden soll.


Tillmann Marstaller
Büro für Archäologie und Bauforschung

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