Impressionen aus Reutlingen
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Graf-van Kesteren, Annemarie
Frau
Annemarie Graf-van Kesteren
Projektleitung "Familienleitlinien"
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Wir können
die Windrichtung
nicht bestimmen,
aber wir können die Segel richtig setzen.

Seneca




Familienleitlinien für die Stadt Reutlingen


Die Stadt Reutlingen veröffentlichte im Juni 2020 städtische Familienleitlinien. Die Leitlinien zeigen, wo(zu) es sich lohnt, sich für Familien politisch und praktisch einzusetzen. Es soll sichtbar gemacht werden, was bis jetzt schon für Familien in Reutlingen läuft – denn davon gibt es in Reutlingen eine ganze Menge.



Familienbegriff & Handlungsfelder der Leitlinien

Familie ist dort, wo Menschen verschiedener Generationen dauerhaft füreinander Verantwortung übernehmen und füreinander sorgen.

Im Projekt Familienleitlinien wurde zu anfangs durch die Steuerungsgruppe ein Familienbegriff gewählt, der Familie am gemeinsamen Haushalt festmacht: Alle, die in einem Haushalt mit Minderjährigen gemeldet sind, gelten als eine Familie. Der Vorteil dieser Definition ist, dass die betreffende Gruppe mithilfe verfügbarer Daten statistisch sichtbar gemacht werden kann.  Den heute in Reutlingen lebenden Familien wird dieser eher funktionale Familienbegriff aber nicht ganz gerecht. Die Definition über den gemeinsamen Haushalt greift für die Reutlinger Familien nicht weit genug, die als Familie über mehrere Haushalte hinweg ein Familienleben gestalten. Das betrifft zum Beispiel Elternpaare, die nicht zusammenleben, aber gemeinsam für ihre Kinder sorgen. Weiterhin blendet der enge Familienbegriff aus, dass junge Erwachsene meist nicht sofort nach dem 18. Geburtstag aus dem Elternhaus ausziehen. Außerdem wurde in der im Rahmen des Projekts „Familienleitlinien“ durchgeführten Familien-Umfrage zurückgemeldet, dass nicht nur Eltern, sondern auch Großeltern sich für Kinder verantwortlich und ihnen zugehörig fühlen. Des Weiteren gehören in Reutlingen selbstverständlich Senioren und die Pflege von Angehörigen zum Familienleben. Das Stimmungsbild aus den Fragebögen war: Die Alten helfen den Jungen genauso viel wie die Jungen den Alten. Die Alten und die Jungen gehören in der Familie zusammen. Nicht zuletzt wurde in der Umfrage auch bestätigt, dass Familie und Elternschaft in der gelebten Geschlechtervielfalt begriffen werden muss, wenn man der in Reutlingen gelebten Familienrealität gerecht werden will.

Die Leitlinien decken fünf Dimensionen ab:
  • „Wohnen und Stadtteile als Sozialräume für Familien"
  • „Beratungs- und Unterstützungsangebote - Soziale Ungleichheit mildern“
  • „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“
  • „Familie und Bildung“
  • „Gesundheit und Sicherheit“



Mit einer Familien-Umfrage zum Ergebnis

Wir bedanken uns bei allen Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern, die an der Familien-Umfrage im Juli 2019 teilgenommen haben!

Foto: P. ReuschlingFoto: A. Graf
Foto: P. Reuschling



Durch Vernetzung und Teamwork zum Ergebnis

Werte werden schon immer nicht alleine durch etwas Abstraktes wie Papier, Schrift und Formulierungen kommuniziert. Sondern – und oft viel wirksamer - durch Vorbilder, die etwas vorleben. Und durch Geschichten und Erzählungen, die Menschen sich untereinander weitergeben. Deshalb bringt das Projekt Menschen und Institutionen zusammen, die in unterschiedlicher Weise für Familien in Reutlingen arbeiten. Sie sollen wissen: „Ich behaue nicht nur Steine, ich baue eine Kathedrale.“



Arbeitsgruppen helfen bei der Erstellung der Familienleitlinien

Mitte Juli 2018 bis März 2019 fanden Workshops für Fachkräfte aus sozialer Arbeit, Familienbildung, Wirtschaft, Gesundheit und Verwaltung statt. Sie erarbeiteten eine Bedarfsanalyse. Im Herbst 2019 wurden diese mit den Ergebnissen der Familienumfrage verglichen. Zum Schluss entstanden daraus fertige Familienleitlinien mit Zielen und Maßnahmenvorschlägen.

Dabei wird auf Anschlussfähigkeit zu den parallel laufenden städtischen Prozessen wie Wohnbauoffensive, Fortschreibung des Integrationskonzepts, Bildungsregion, der Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten, den Leitlinien für Kinder- und Jugendarbeit sowie den Eckpunkten für Seniorenpolitik geachtet.


Die Steuerungsgruppe begleitet Erstellung der Familienleitlinien

Über die strategische Ausrichtung des Projekts entschied die dafür ins Leben gerufene Steuerungsgruppe. Für Familiengerechtigkeit müssen Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung zusammenarbeiten. Deshalb war die Steuerungsgruppe breit besetzt. Sie wurde von Bürgermeister Robert Hahn geleitet. Neben Vertretern und Vertreterinnen der Gemeinderatsfraktionen entscheiden die Elternvertretungen der Schulen und Kindergärten, das Familienforum, die Geschäftsführungen der Handwerkskammer, der Industrie- und Handelskammer, sowie die Leitung des Kreisjugendamtes über die Ausrichtung des Projekts mit.

Unsere Projektpartner

  • Lechler Stiftung

Finanziert wurden die Erstellung der Familienleitlinien je hälftig von der Stadt Reutlingen sowie von der Lechler-Stiftung. Die Lechler Stiftung fühlt sich der Reutlinger Region verbunden und verfolgt mildtätige, kirchliche und gemeinnützige Zwecke. Ein Schwerpunkt sind Fördermaßnahmen für Kinder und Jugendliche von der Geburt bis zum Übergang von der Schule in den Beruf oder das Studium.


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  • Familienforum


Das Reutlinger Familienforum ist ein enger Partner der Erstellung der „Familienleitlinien für die Stadt Reutlingen“ und hat sich seit Jahren für den Start eines solchen stark gemacht. Als lokales Bündnis nimmt das Familienforum schon seit 1994 eine Vernetzungsfunktion von Stadt, Landkreis und freien Träger für Familieninteressen wahr.  Zum Vergleich: Die meisten Städte, die aktuell ein „Bündnis für Familie“ haben, haben dies erst seit 2004 oder später, seit es ein Programm vom Bund dafür gibt.


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