Gönningen

Die Samenhändlergemeinde grenzt das Stadtgebiet gemeinsam mit Bronnweiler in die südliche Richtung ein. Das Samenhandelsmuseum zeigt Gegenstände dieser einzigartigen weltweiten Händlertradition. Die Gemeindereform brachte Gönningen am 1. Januar 1971 zur Stadt Reutlingen. Die Gemeinde mit der größten Markungsfläche im Reigen der zwölf Stadtbezirke liegt eingebettet zwischen Roßberg und Stöffelberg am Albtrauf. Der Stadtbezirk bietet eine hohe Wohnqualität mit guter Infrastruktur und erfüllt für ganz Reutlingen eine Naherholungsfunktion.

Viele Informationen rund um Gönningen finden Sie auch im "Wegweiser durch den Stadtbezirk".

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Ortsportrait

Bezirksbügermeisterin

Bezirksbürgermeisterin Gönningen – Christel Pahl
Christel Pahl

Historisches

1092 wird Gönningen zum ersten Mal urkundlich erwähnt, und zwar als Ginningen. Die Schlusssilbe
"-ingen" und ein alemannisches Grab, das in der Flur "Unterdorf" nordöstlich vom Ort gefunden wurde, lassen darauf schließen, dass die Siedlung schon in der Landnahmezeit der Alemannen im 5. und 6. Jahrhundert nach Christus gegründet wurde. Die Edelfreien von Stöffeln bauten im 12. Jahrhundert oberhalb von Gönningen eine Doppelburg, von der heute nur noch die Ringgräben zu erkennen sind. Die Stöffler sorgten auch dafür, dass der Ort, wie aus einer im Jahre 1287 ausgestellten Urkunde hervorgeht, zur Stadt erhoben wurde. Nachdem sie um 1300 Burg und Stadt an Württemberg verkaufen mussten, ist das Stadtrecht bald wieder eingeschlafen. Der Ort wird häufig von seinem Besitzer verpfändet. Im Städtekrieg besetzten die Reichsstädte Gönningen und zerstörten 1388 die Stöffelburg. Bis 1938 gehörte die württembergische Gemeinde zum Oberamt Tübingen und kam dann zum Kreis Reutlingen. 1971 wurde Gönningen, das damals 2930 Einwohner zählte, freiwillig nach Reutlingen eingemeindet.
Berühmt ist der heutige Reutlinger Stadtteil vor allem durch seinen Samenhandel, der in größerem Umfang seit Mitte des 18. Jahrhunderts betrieben wurde. 1854 waren von den 2600 Einwohnern 1200 in ganz Europa und sogar in Amerika unterwegs, um Blumen- und Gemüsesamen und Blumenzwiebeln zu verkaufen. Noch heute gibt es in Gönningen etwa 6 Samenhandelsfachgeschäfte.
Als 1902 Gönningen einen Eisenbahnanschluss über Gomaringen nach Reutlingen erhielt, bemerkte der Landtagsabgeordnete und spätere Vizekanzler des Deutschen Reiches Friedrich Payer: "Gönningen braucht man nicht an die Welt anzuschließen, aber die Welt an Gönningen." Im Jahre 2002 wurde der ehemalige Lokschuppen mit großem Engagement der Bürgerschaft zu einem Kultur- und Gemeinschaftszentrum umgebaut. Im von 1905 bis in die vierziger Jahre erscheinenden "Wiesazboten" hatte der Ort sogar eine eigene Zeitung.
Neben der imposanten neugotischen evangelischen Kirche und dem im Jugendstil erbauten Rathaus weisen einige interessante und stattliche Bürgerhäuser darauf hin, dass die Samenhändler von ihren Reisen auch bauliche Anregungen mitgebracht haben. Als Baumaterial wurde oft in der hiesigen Gegend, und sogar beim Berliner Olympiastadion, der Tuffstein verwendet, den die Firma Schwarz bis 1970 u. a. auf dem Gebiet der heutigen Gönninger bzw. "Schwarze" Seen abbaute. Ein Kalktuffpfad, der beim Rathaus beginnt und mit 11 Tafeln durch das Wiesaztal an den Gönninger Seen vorbei führt, erinnert an die geologische und wirtschaftliche Bedeutung dieses besonderen Steins.
Aus der landschaftlich besonders schönen Markung, die 1568 ha umfasst und zur Hälfte aus Wald besteht, ragt der Roßberg hervor. Mit seinen 869 Metern Höhe zählt er zu den beherrschenden Bergen der Schwäbischen Alb. Der heutige Aussichtsturm wurde 1913 vom Schwäbischen Albverein erbaut, der dort auch eine Gastwirtschaft und ein Wanderheim unterhält.
Beim Gönninger Wasserfall, auf dem Gelände des ehemaligen Pappenwerks, wurde 2007 ein Senioren-zentrum mit 48 Pflegeplätzen und 7 betreuten Wohnungen, das von der bruderhausDiakonie getragen wird, eröffnet.
Insgesamt entwickelt sich der Stadtteil Gönningen mit 3800 Einwohnern zu einem immer beliebter werdenden Wohnstandort und zu einem Naherholungsgebiet für die Stadt Reutlingen und die Region.

Wappen

Unter goldenem (gelbem), mit einer liegenden schwarzen Hirschstange belegtem Schildhaupt in Blau ein goldenes (gelbes) Jagdhorn mit goldener (gelber) Fessel.

Wappen Gönningen

Die Hirschstange weist auf den Grafen Eberhard den Erlauchten von Württemberg, der die "Stadt" 1300 von den Herren von Stöffeln gekauft hat. Über die Herkunft des Jagdhorns gibt es nur Mutmaßungen; möglicherweise ist ein großes liegendes G im alten Prägesiegel der Gemeinde irrtümlich als Jagdhorn gedeutet worden. Bereits 1942 in Absprache mit der Archivdirektion in Gestalt und Farbe endgültig festgelegt, wurde das Wappen dann 1965 offiziell durch das Innenministerium verliehen.
Die Eingemeindung von Gönningen war am 1. Januar 1971.

Hinweis: Die Deutsche Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 schrieb für alle Wappenannahmen eine offizielle staatliche Verleihung vor. Die Wappen, die zu diesem Zeitpunkt bereits existierten, galten als zu Recht bestehend weiter. Mit der Eingemeindung nach Reutlingen verloren die Wappen der Bezirksgemeinden ihre rechtliche Gültigkeit.


Weitere Informationen finden Sie auf der eigenen Internetseite von Gönningen.

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