Stimmen aus dem Maschinenbau

1. Über uns

Hans-Joachim Helle *1943, Maschinenbautechniker  |  Walter Maschinenbau GmbH, Tübingen

"Hans-Joachim Helle, ich wurde in Sachsen 1943 geboren. Nach siebeneinhalb Jahren Schule in Tübingen Lehrbeginn bei der Firma Braun & Kemmler in Tübingen. Nach der Gesellenzeit bin ich zur Technikerschule in Stuttgart und habe dort den Maschinenbautechniker abgeschlossen. Im Anschluss habe ich dann bei der Firma Bosch in der Entwicklung elektronischer Benzineinspritzung für Kraftfahrzeuge gearbeitet. Ich habe dann in Tübingen aus persönlichen Gründen eine Arbeitsstelle gesucht und schließlich gefunden bei der Walter AG in Tübingen. Dort war ich dann in der Programmierung hauptsächlich tätig für Maschinenablaufprogramme. Ich habe dann dort gearbeitet bis zum Rentenbeginn."

Günter Lerch *1944, Mechaniker  |  Maschinenbauunternehmen Nagel GmbH & Co. KG, Metzingen

"Mein Name ist Günter Lerch. Geboren bin ich in [Bad] Urach 1944 am 16. Juli. Bin in [Metzingen-]Neuhausen in die Volksschule gegangen. Wollte eigentlich aufs Gymnasium, aber da hat mein Vater kein Geld dazu gehabt, das hat ja früher Geld gekostet. Und da habe ich mich mit dreizehneinhalb beworben als Werkzeugmacher. Und dann kam eine Annonce in der Zeitung vom Nagel, sie suchen Leute für die Vormontage oder eventuell später auf Montage zu gehen. Da bin ich nach Nürtingen gewechselt und bin im Hongewerbe eingestiegen - mit Honmaschinen. Das war eigentlich der Knackpunkt für meine Karriere, weil dort sind wir weltweit herumgekommen und hatten verschiedene Patente erfunden und durch das ging das dann los."

Karl Weiss 1934-2025, Maschinenbauer  |  Maschinenbauunternehmen Burkhardt+Weber Fertigungssysteme GmbH, Reutlingen

"Mein Name ist Karl Weiss, ich habe Maschinenbau gelernt bei der Firma Burkhardt in Pfullingen."

Wolfgang Bayer *1937, Elektriker  |  Selbstständig, Reutlingen-Mittelstadt

"Wolfgang Bayer, geboren am 16.3.1937 in Stuttgart, [von Beruf] Elektroinstallateur und 1966 Meisterprüfung. Und 1968 habe ich mich selbstständig gemacht in [Reutlingen-]Mittelstadt bis Dezember 1998."

Herbert Knöll *1941, Mechaniker  |  Maschinenfabrik Gustav Wagner GmbH & Co. KG, Reutlingen

"Also ich heiße Herbert Knöll, bin in der Zwischenzeit 80 Jahre alt (Interview von 2021), wohne in Reutlingen-Rommelsbach. Habe 1956 eine Ausbildung bei Gustav Wagner angefangen als Maschinenschlosser. Bei uns hieß der Begriff Maschinenschlosser, bei Wafios hieß er Mechaniker. Das ist aber im Prinzip dasselbe, oder bei Burkhardt+Weber hieß er auch Mechaniker."

Ernst Schmid *1938, Mechaniker  |  Walter Maschinenbau GmbH, Tübingen

"Mein Name ist Ernst Schmid, geboren am 30.3.1938 im Schwarzwald, in der Gemeinde Wittendorf, das ist bei Loßburg, Freudenstadt. Ich habe die Volksschule von 1944 bis 1952 [besucht]. Also acht Jahre ist man da in die Schule gegangen. Dann habe ich die Mechanikerlehre gemacht: Ab Oktober 1956 bis Juli 1957 als Werkzeugmacher. Ab November 1957 auf Empfehlung von meinem Berufsschullehrer habe ich mich bei der Firma Walter in Tübingen vorgestellt und habe sofort dann angefangen - im Maschinenbauteilefertigung und Montage war ich tätig. Wir haben hergestellt Messerkopfschleifmaschinen und Werkzeugschleifmaschinen. Bis 2000 war ich dann Abteilungsleiter im Maschinenbau - Montage und auch wieder zeitweise in der Fertigung als Aushilfe."

         

2. Lehrjahre sind keine Herrenjahre

Hans-Joachim Helle *1943, Maschinenbautechniker  |  Walter Maschinenbau GmbH, Tübingen

Ich habe Werkzeugmacher gelernt bei der Firma Braun & Kemmler in Tübingen. Das ist ein Metallwarenfabrik. Die haben ihr Kochgeschirr hergestellt. Also emaillierte später Nirosta, Ware, Kochtöpfe, Schöpflöffel. Alles, was man sich so vorstellen kann. Außer Besteck. Die Firma gibt es heute nicht mehr, war aber damals zu der Zeit mit Marktführer mit WMF zusammen. Da gab es vorher auch schon eine Berufsberatung. In dieser Berufsberatung wurde vorgeschlagen, dass ich Zahntechniker werden könnte. Und damals konnte ich mir überhaupt nichts vorstellen, was Zahntechniker ist. Mensch, Zähne. Zähne. Nein, das möchte ich nicht. Da war man eigentlich noch dumm heutzutage. In dem Alter sind die ja viel reifer, die Jugend. Und damals waren wir schon noch ein bisschen dumm und konnte sich eigentlich vom Leben gar nichts vorstellen. Und das war dann weil der Vater im Betrieb gearbeitet hat, wurde entschieden Werkzeugmacher. Da gab es damals noch Probleme, weil ich Linkshänder bin und die Firma grundsätzlich keine Linkshänder eingestellt hat. Weil mein Vater im Betrieb arbeitete, wurde eine Ausnahme gemacht. Ich durfte also als Linkshänder dort die Lehre beginnen, und die Firma hat es nicht bereut. Ich war dann zum Schluss der beste Lehrling, der jemals die Firma besucht hatte. Ich habe. Im ersten Jahr habe ich mich zum Rechtshänder umerzogen, weil ich immer gehänselt wurde. Wenn am Schraubstock gearbeitet wurde, stand ich verkehrt rum, da zum Feilen oder Sägen usw. Und das hat mich dann so geärgert, dass ich begonnen habe, rechts zu arbeiten. Und das war so, dass ich drei Lehrstücke dadurch wirklich versaut habe, die in der derzeit machen musste. Und es wird ein Lehrstück. Hat hingehauen. Man konnte ich rechts genauso gut arbeiten wie links. Aber das war damals eigentlich der innere Ehrgeiz, das doch zu schaffen, wie die anderen arbeiten zu können. In der Lehrzeit war es eigentlich mit den Sicherheitsbedingungen sehr, sehr schlecht. Als Lehrling durfte man alles machen, was die anderen nicht machen wollten. Also Maschinen putzen. Wir haben auch am Samstag noch gearbeitet. Der Samstag war eigentlich nur vorbehalten, die Werkstatt und die Maschinen zu reinigen und sauber zu halten. Die Arbeitszeit war normalerweise von acht Uhr bis zwölf Uhr am Samstag. Oftmals sind wir erst nach fünfzehn Uhr aus der Firma gekommen und durften dann noch Berichtshefte schreiben. Das war also damals schon ein bisschen hart, aber es ging anderen auch so, man hat es nicht als außergewöhnlich empfunden.

Günter Lerch *1944, Mechaniker  |  Maschinenbauunternehmen Nagel GmbH & Co. KG, Metzingen

Dann hatte ich mich mit dreizehneinhalb [Jahren] beworben bei Müller & Christner in Metzingen als Werkzeugmacher und habe dort gelernt dreieinhalb Jahre und bin dann nach der Gesellenprüfung noch mal sechs Monate geblieben.

Karl Weiss 1934-2025, Maschinenbauer  |  Maschinenbauunternehmen Burkhardt+Weber Fertigungssysteme GmbH, Reutlingen

Weil wir zeitweise 120 Auszubildende gehabt und tolle Lehrwerkstatt und später ein Zentrum nur mit modernsten Ausbildungsmöglichkeiten möglich war. Damals war es ja so, wenn da von Ihnen ein Verwandter oder Bekannter nicht in der Firma gearbeitet hat, Nein, Sie müssen ein Jahr lang als Hilfsarbeiter schaffen, sonst können Sie gar keine Lehrstelle. Kriegt es nicht wie heute. Dann Sie da rum. So war das. Die hatten natürlich in dem Jahr die Person oder das junge Mädchen dabei gehabt. Getestet in all den Jahren ohne damals gewusst hat. Und wann sind eigentlich die Leute ausgesiebt? So war es. Und ihr einen Onkel und eine Tante, die dort geschafft hat. Und noch nicht den Vorzug, dass ich gleich nach der Schule eine Lehre beginnen können. Mein erster Lohn als Lehrling war fünf und dreißig Mark. Und dann hat er auf fünf und vierzig und im dritten Jahr fünf und fünfzig, und wenn die guten Leute gut waren, dann haben sie ein halb Jahr lang drei, ein halb Jahre lernen müssen. In der Ausbildung haben sie halb geschenkt gekriegt und gleich einen dementsprechenden Lohn. Aber ich weiß noch, wie heute mein erster Lohn ist. Aus einer Mark und neun finde ich bestanden. Und der Grund war Burkhard Weber hat mir ein hundert fünfzig geboten. Und dann bin ich gegangen. Damals haben wir verdient. Jetzt können Sie sich vorstellen.

Wolfgang Bayer *1937, Elektriker  |  Selbstständig, Reutlingen-Mittelstadt

Ich bin halt Installateur geworden bei Licht und Kraft. Es war ja damals auch schwierig, um überhaupt eine Lehrstelle kriegen. Es war ein ganz großer Mangel. Wir waren mit dreißig Bewerber, sechs sind eingestellt worden. Damals, August, ist er fünfzig, wird aus der Schule konfirmiert, wird Geburtstag. Vierzehnte August ist losgegangen. Ja. Ihr Onkel, der war bekannt mit dem Schiff. Und der hat auch für mich viel gesprochen. Jetzt schon selber Motorräder gebaut aus Fahrraddynamo und so, ja, die hatte ich auch wieder gezeigt. Und da hat er schon gesagt, es ist so recht, aber wenn er noch so klein wäre. Ich war noch ein Kopf kleiner. Auf dem Konfirmanden Bild bin ich der Kleinste damals mit vierzehn. Aber schon sportlich, also im Sport immer gut geht. Die ersten drei Wochen in der Lehre war man im Magazin. Also das ganze Lager ist für alles Material da hat man das mal kennengelernt. Der Chef hat gerade eine Turbine mit Generator und die musste mal putzen. Da wird ein Fall zugemacht und da Wasser raus. Ich schaue immer noch. Ich glaube, es hat gestunken. Damals noch mit Sägeblatt zur Ritz putzen. Wer von euch hat es gefallen? Was er wünscht, Dass das wieder frei ist. Und lauft! Die Schaufeln, was verstellt ist ein großer Ring. Ja. Da war eine Blechbüchse, eine Schaufel drin und eine Katze. Vorwärts! Vierzehn KW. Gemacht nach acht und zwanzig! Nach drei Wochen kriege ich raus. Auf Baustellen, in der Industrie, in Reutlingen. Gießerei und alles dann. Geschäft so fahrbereit, aber nicht gestohlen. Gehört zu so einem Raum wie hier. Und da ist man gehockt und fest auf der Bank. Da sind meist kaum geschlafen. Ja, das ist ja vielleicht 1,15 Mark, wo ich weg bin von dem Kraftwerk, da war es 3,25, 24 hab ich gekriegt, das war im März 1963.

Ernst Schmid *1938, Mechaniker  |  Walter Maschinenbau GmbH, Tübingen

Eine Ausbildung. Als Lehrling hat man natürlich drehen gelernt, Fräsen gelernt und auch Hobelmaschinen, so wie sie bei uns im Museum steht, aber bedienen und ebenso Kleinmaschinen. Und dann ist man in der Fertigung eine Bearbeitungsmaschine gekommen. Das waren eigentlich auch oft Automaten, aber auch konventionelle Drehmaschine und Fräsmaschine. Da ist man so nach und nach eingeführt worden. Da haben wir teilweise dran gearbeitet in der Vergangenheit so mit mit Teile, die in der Fertigung gebraucht habe, hat mich eigentlich von vornherein interessiert, Maschinen, Maschinen zu bauen. Wir haben daheim in der Nachbarschaft Landwirtschaft, Landwirtschaft, Maschine, Reparaturbetrieb gehabt. Und da sind wir oft als Kinder wie die Traktoren montiert und Maschinerie der Landwirtschaft gebraucht wurden. Wir sind mit dem Fahrrad zur Arbeit, morgens im Sommer wie Winter. Sieben, acht Kilometer. Das hat ganz dazu gebraucht. Wir waren zu zweit vom gleichen Ort. Es war immer interessant.

   

3. Schichtbeginn!

Hans-Joachim Helle *1943, Maschinenbautechniker  |  Walter Maschinenbau GmbH, Tübingen

Seit neunzehn hundert ein und achtzig bei der Firma Montanwerke Walter, Abteilung Entwicklung und Versuch mit Schwerpunkten Schlaftechnology. Berechnung und Programmierung von Schleifabläufen für das Werkzeug, Schleifen, Messtechnik beim Werkzeugschleifen, Versuchsweisen. Da gab es sehr wenig ausländische Konkurrenz in der selben Sparte. Wir waren damals führend weltweit in der Technologie. War der Walter. Meines Wissens war der der erste, der das elektronisch gesteuert hat. Und die anderen haben schon nachgezogen. Und wir waren eigentlich. Solange ich in der Firma war, waren wir immer Weltmarktführer in Programmierung und in Maschinentechnik. Haben, auch sehr gut verkauft haben sich viele, also sind gut gestanden, haben gut verdient. Also insgesamt in der Maximalphase waren es bis zu zehn Personen. Also zum Schluss waren es dann schon mehr. Also ich meine die Anfangszeit. In der Anfangszeit waren es vielleicht fünf, wo überhaupt Programmiert haben diese Ablaufprogramme und eine bestimmte Schleife Aufgabe wurde von einem abgearbeitet bis es eben lief. Und wenn es Probleme gab, wenn man Hilfe brauchte, dann wurde schon zusammengearbeitet, weil die Berechnung war manchmal recht kompliziert. Und da hat man schon die Hilfe in Anspruch genommen von jemand, der besser Mathe, Mathematik konnte. Und da gab es dann schon Zusammenarbeit. Aber der eigentliche Ablauf, eine Aufgabe, das und Das Werkzeug muss geschliffen werden. Und das wurde meistens von einem Mann betreut. Bis zur Fertigstellung. Arbeitsbeginn war morgens. Soweit ich mich erinnern kann, so zwischen acht und neun. Und abends war es dann meistens länger. Ich war manchmal bis um elf abends in der Firma, weil es Probleme gab. Da musste man das lösen. Die Maschinen standen draußen, der Kunde war schon an der Tür und wollte die abnehmen. Und die Programme liefen noch nicht. Da gab es also sehr viele Anfangsprobleme. Einfach Die Maschine hat nicht mitgemacht, aus irgendwelchen Gründen. Und dann gab es mechanische Probleme, immer mal wieder. Aber man hat es irgendwann geschafft. Aber es waren oft Tage mit zwölf, dreizehn Stunden. Das waren meistens ein normales Büro. Und dass ich Ruhe hatte, habe ich in der Ecke in einen kleinen Raum bekommen, wo nur programmiert werden konnte, dass ein bisschen ruhig war. Da war ich mit einem Kollegen drin, oft über Monate. Das war kein Käfig, aber es war ein kleiner, abgeschlossener Raum gegenüber den Umweltgeräuschen drumherum. Wir waren zu zweit drin. Damals waren wir Raucher. Oftmals hat man überhaupt nichts mehr gesehen in dem Raucherraum vor lauter Rauch. Ich habe dann aufgehört mit Rauchen.

Günter Lerch *1944, Mechaniker  |  Maschinenbauunternehmen Nagel GmbH & Co. KG, Metzingen

Das war für mich, wie wenn ich beim Nagel in Nürtingen geschafft hätte. Das war mein amerikanischer Alltag, wenn man es so ausdrücken will. Ich bin vom Haus weggefahren, bin in Zermatt zum Vater oder zum GM oder zum Chrysler. hat es geschafft und abends wieder heim. Das war meine zweite Heimat, sozusagen. Wenn es so erklären möchte, war für mich nichts Kompliziertes extra. Es war der Alltag für die Zeit, wo wir die taz, wenn ich in Detroit war, in Amerika waren. Über zwölf Jahre. Das war eine lange Zeit, die ich teilweise lieber wieder heim und am Ende ist auch noch ihre Mutter blind war und auch krank und wollte sie nicht mehr kommen. Ich komme so ein viertel Jahr, so drei vier Wochen. In Amerika hat mein Chef eigentlich mir nur am Telefon ab und zu geredet und wir wussten ja, wir hätten den Krieg von der Firma Laptop und da mussten wir halt die Woche Berichte abgeben. Und wenn es Probleme gab, dann hat er angerufen und vielleicht so was wie oft rüberkommen. Wenn es einmal hatten wir ein richtiges Problem, weil irgendwie war die Kommunikation vom Verkauf richtig. Da hat sie gestimmt. Dann haben wir das mit einbauen. Da war er acht Tage der Woche. Aber sonst hat sich derart viel Zeit lassen und ich bin auch bloß zurück geflogen nach Deutschland. Wenn eine Maschine fertig war zum Abnehmen, die haben wir noch mit den Amis zusammen. Die sind erst später geflogen. Ich bin acht Tage früher zurück und dann haben wir die miteinander abgenommen und dann haben die noch ein paar Tage Urlaub gemacht und Überstunden in Amerika. Da war mein Chef eigentlich richtig tolerant und großzügig. Also er hat gesagt, wir sind dann nachher am Schluss per. Du hat gesagt, du bist doch immer die Frau, die und die andere auf die Arbeit war. So haben wir kommuniziert. So war das. Das Schiff war eigentlich der Driver, einer von der Schweiz. Der hat einen Nagel in den Nagel USA geleitet und das war mein Ansprechpartner. Der hat dann nachher später mit dem Nagel eigentlich nicht viel zu tun gehabt.

Karl Weiss 1934-2025, Maschinenbauer  |  Maschinenbauunternehmen Burkhardt+Weber Fertigungssysteme GmbH, Reutlingen

Zu meinem Werdegang bei Burkhardt und Weber Ich war zwei Jahre im Trend Transfer Bau tätig und dann musste ich mich mit dieser Sache beschäftigen. Und dann war ich bis zum Schluss nur noch mit EG Maschinen tätig. Und meine Tätigkeit war Finnland, Norwegen, Schweden. Frankreich. England, Portugal, Italien, Deutschland. Ja, wir wussten, die Maschine anliefern. Und dann kommen die Herren von Hughes und haben ihre Elektronik mitgebracht. und die Maschine in Betrieb genommen. Nehmen wir wieder gegangen können. Das war also in Frankreich so, das war in England so, das war in Schweden so, das war überall so! Es war sogar auf der Messe in Moskau so.

Wolfgang Bayer *1937, Elektriker  |  Selbstständig, Reutlingen-Mittelstadt

Wir haben in Fabrikhallen, bei Mercedes, bei Daimler, in Esslingen, in Berlin, das war auch bei früheren Textilindustrie Elektrik gemacht für Maschinen. Dann war Pförtnerhaus Büro und so. Große Gebäude. Da haben sie Dampfmaschinen gehabt mit zwölf hundert PS und da war ein Wellenkanal. Da hat man so durchkriechen müssen, da ist die Welle von der Dampfmaschine angetrieben worden, und die kann vielleicht ein hundert Meter lang sein. Dann rüber zum Neckar. Und er hat sechs Wasserturbinen da hinten. Die Turbinen einkuppeln können. Auf die Welle und auf der Welle waren zwei Generator. Die Hand ist also nur im Winter zwei und sechzig drei und sechzig zwei und sechzig im Herbst in Betrieb genommen. Die Dampfmaschine wieder generalüberholt. Das war ein Schwungrad, vielleicht sechs Meter so breit und nur so selten auf neue Seile. Das ist schon da auf ein Rad gegangen, mit drei Meter Durchmesser. Aber auf der Welle auch nur bis zum Neckar rüber ging. Und da hat man in dem Kanal also mit vier und zwanzig Volt Beleuchtung neu gemacht und Steckdosen vier und zwanzig Volt damals. Da ist man halt auch immer so buckelig drin. Geschafft. Und da haben wir uns noch ein Staat auferlegt. So Stiftschellen und mit Wasserreiniger bedienen.

Herbert Knöll *1941, Mechaniker  |  Maschinenfabrik Gustav Wagner GmbH & Co. KG, Reutlingen

Und bin dann nach meiner Ausbildung übernommen worden In die Montage und in den Anfangsjahren musste man alles mögliche machen. Kann man viel rum, mal zu dem Schlosser oder zur Mühle und später habe ich dann eigene Maschinen zusammengebaut. Also bestimmte Typen, und zwar aus circa ab neunzehn hundert fünf und sechzig etwa. Und habe das gemacht habe war auf dem Gewindesektor tätig bis zur Insolvenz neunzehn hundert fünf und neunzig bei der Firma Gustav Wagner.

Ernst Schmid *1938, Mechaniker  |  Walter Maschinenbau GmbH, Tübingen

Ja, damals haben wir noch eine feste Arbeitszeit gehabt. Da haben wir sieben um sieben uhr angefangen. Da ist man aber spätestens um drei viertel sieben, oder? Oder gar um halb sieben dort gewesen. Dann hat man sich noch einige Zeit mit Kollegen auf der Werkbank getroffen. Und so war es. Es gibt geredet und dann hat die Hupe. Dann ist man runter und hat begonnen. Die Arbeit, die man vom Meister gekriegt hat. Entweder am Schraubstock, am Werkbank, Baugruppen zusammen montieren oder wenn schon die Maschine am Abend am Platz gestanden hat, die Maschine aufzubauen. Die nächste Arbeiter haben die Maschine dann in Betrieb oder in Betrieb genommen und echte Werkzeuge drauf geschliffen, ob sie auch ordentlich funktioniert.

                                                   

4. Auf Messen & Montage weltweit

Hans-Joachim Helle *1943, Maschinenbautechniker  |  Walter Maschinenbau GmbH, Tübingen

"Für Messen – da war ich in Frankreich, Schweiz. So eine Messe ist stressig. Es dreht sich um Aufbau, da muss die Maschine eingerichtet werden, und dann Abbau zum Schluss. Jeder will heim nach zehn Tagen Messe. Wir mussten morgens vorher da sein, um alles einzurichten. Dann war der ganze Messetag und abends noch alles in Ordnung bringen. Und da gab es dann immer Veranstaltungen. Dann ist man in irgendeinem Gasthaus gewesen und da wurde meistens… da versumpfte man. Dann wurde es elf, zwölf, eins morgens. In Paris war es ganz schlimm. Morgens um fünf hat der Wecker wieder geklingelt, Frühstück usw. Und dann muss man ja immer ein Stück fahren bis man bei der Messe war. Und dann waren wir dort um sieben, dass man um acht fertig war – das war schon eine harte Zeit."

Günter Lerch *1944, Mechaniker  |  Maschinenbauunternehmen Nagel GmbH & Co. KG, Metzingen

"Die erste längere Zeit, wo ich auf Montage war, war dann in Russland bei Fiat in Toljatti. Da waren wir so ca. über drei Jahre mit Unterbrechung. Also alle sechs, acht, zehn Wochen je nachdem. Das längste waren zehn Wochen wo wir mal im Winter dortbleiben mussten, da ging nichts wegen dem Schnee. Im Zug nach Moskau warst dann zwei Tage unterwegs und dort haben wir noch drei Linien aufgestellt. Also drei Linien parallel, Produktionslinie. Was sich später herausgestellt hat, eine Linie war nur für Ersatzteile. Machen wir mal! Nach fünf Jahren musste man wieder nach Russland, die Maschine ist zusammengebrochen. Dann sind wir zu dritt nach Russland, die Maschine wieder zusammengebaut und haben festgestellt, dass zwei Linien fast ausgeschlachtet waren, nur eine Linie noch produzierte. Und dann ging es los in Europa. Da waren wir in Schweden, Finnland bei Scania, dann wieder Italien, Fiat und Spanien, Seat waren wir noch da unten - und hauptsächlich Europa: Frankreich, Peugeot, Renault. Da hatten wir viel Aufträge gehabt. Ja, und dann ging es los mit dem Ausland. Dann kam das, als erstes war der große Sprung: Nagel hat die erste Maschine geliefert nach Amerika. Und dann hat mich mein Chef gefragt, ob ich Interesse hätte nach Amerika zu gehen. Und da war ich natürlich voll Freude und habe ja gesagt. Und dann hat er gesagt, […] ich konnte Englisch schon von der Schule her noch ein bisschen, aber das Technische hat Probleme gehabt. Dann haben sie mir acht Wochen auf die Steinbeis-Schule geschickt zum intensiv Technisch Englisch lernen. Das habe ich gemacht. Und da ist die erste Maschine nach Amerika gekommen, die ging erstmal nach Buffalo. Dort hatte GM das Motorenwerk und dann haben wir die noch aufgestellt. Und da ging das Geschäft immer mehr und mehr los - immer mehr Maschinen. Und irgendwann hat unser Chef gesagt, so, jetzt machen wir eine Firma auf in Detroit. Weil am Anfang ist unser Büro vom Service von New York ausgegangen, von Elmsford. Ich war immer in Elmsford im Büro und dann musste ich von dort los und in Amerika rumkurven. Und dann haben wir noch die Firma in Detroit gebaut. Und dann ging das große Geschäft erst richtig los. Dann haben wir auf einmal Aufträge kriegt von Chrysler, Pontiac. Und dann ging es mit den Lastwagen los. Und dann waren wir in Pennsylvania bei Kenwood. Und dann kam Indianapolis mit Truck, die große Lastwagenfirma. Da haben wir die großen Motoren gemacht, Zylinderbüchsen und das ganze Zeug. Und so rum, rings rum – Ich war insgesamt 13 Jahre in Amerika. Und meiner Frau hat es dann nicht mehr gefallen zu nehmen, aber das waren reine private Probleme mit ihrer Mutter. Sie wollte wieder heim und da habe ich gesagt, ja, also gut, dann soll sie heim, aber ich wollte mein Geschäft weiter fertig machen. Weil dann kamen die großen Aufträge nach Mexiko. GM ging noch nach Mexiko. Und dann haben wir in Mexiko die Maschinen aufgestellt, in Saltillo. Und zwischendurch sind zwei Maschinen nach Puebla zum VW – Und so ist die Story von Amerika. Da bin ich noch später - ist das ausgelaufen - dann haben wir noch einen Auftrag gekriegt nach Südafrika von Daimler. Da hat Daimler eine amerikanische Firma aufgekauft und Daimler hat es übernommen. Und dann haben wir da auch Maschinen gekriegt. Dann waren wir zwei Jahre da unten beim Daimler in Kapstadt. Und zwischendurch haben wir zwei Maschinen gehabt bei BMW im Turm und der Bosch bei Pretoria und die zwei Maschinen mit Kollegen mitgemacht und dann ist Afrika nach drei Jahren waren wir dort fertig – und dann ging das eigentlich los: Immer wieder Maschinen im Ausland – egal wo. Nach China… kamen dann später noch die Projekte mit China. Die ersten Maschinen gingen zum VW in Changchun, das ist im Norden von China. Da sind wir noch am Anfang bloß zwei Jahre gewesen. Und dann ist Korea dazwischengekommen: Kam Kia Motors in Asan City und dann hat der Hyundai Maschinen bestellt und Hyundai in Asan und Heavy Industries. Da haben wir große Kanonenrohr gemacht. Da ist auch Schiffsbau in Asan und Militär. Dort haben wir auch viele Aufträge gekriegt und uns aufgehalten. Mit der Zeit sind aber jedes Mal wieder neue Aufträge gekommen und so war ich insgesamt fast sechs Jahre in China und Korea am Schluss. Dazwischen hat man halt immer wieder in anderen Ländern Maschinen aufgestellt. Waren mal wieder ab und zu in Italien. Da haben wir die ganzen Aufträge gekriegt für Ferrari Formel-1-Motoren zu machen. Wir haben Maschinen gehabt bei BMW in Dingolfing dazwischen drin. – Und das war im großen und kleinen Rahmen meine ganze Weltreise, wo ich da gemacht habe."

Karl Weiss 1934-2025, Maschinenbauer  |  Maschinenbauunternehmen Burkhardt+Weber Fertigungssysteme GmbH, Reutlingen

"Wir hatten zu der Zeit 14 Firmen im Großraum Paris, die alle von uns Maschinen gehabt haben. Und da war immer was zu tun. Und der Vertreter von dort, der war natürlich heavy, wenn der gehört hat, da kommt einer von B&W, hoppla. Da hat er alle seine Firmen angerufen, zu dem man ein gutes Verhältnis gehabt hat, und hat gefragt, ob was vorliegt. Und da ist immer was vorgelegen, ist ja logo. Und dann haben wir das auch abarbeiten müssen. Aus einer Woche sind es vier Wochen oder fünf Wochen. So war es halt. Und dann habe ich irgendwann aufgehört. Und zwar aufgehört habe ich, wo ich zweimal den Urlaub nicht habe machen können mit der Familie. Und beim ersten Mal hat die Geschäftsleitung und auch Dr. Gäbel mit dem ich sehr zusammen war beim Skifahren, mir gesagt, Herr Weiss diesmal ist alles so sicher wie nur etwas. Und dann habe ich vier Maschinen aufgestellt in Schweden bei der Firma Atlas Copco. Die sind alle gelaufen, Werkzeuge waren alles gut, Werkstücke gut. Und dann hat mein Montageleiter mich angerufen und hat gesagt, er schickt einen hoch, den soll ich mal eine Woche noch betreuen und dann kann ich heim und kann in Urlaub. Und dann kommt Folgendes: Am Freitag habe ich den gehen lassen und sage, ich erledige noch das am Samstag, weil ich am Samstag noch heimgeflogen bin. Und dann bin ich am Dienstag in Firma, meine Frau hat alles vorbereitet für den Campingurlaub, und dann hat mein Montageleiter zu mir gesagt, Herr Weiss wissen Sie, dass Sie morgen wieder nach Schweden fliegen? Dann habe ich gesagt, nein, dass weiß ich nicht, aber das darf nicht wahr sein. Herr Kirschner das darf nicht wahr sein. Doch, hat er gesagt, Der, ich sage jetzt den Namen nicht von dem Mann von Mittelstadt, der fühlt sich unsicher und Sie kennen doch den Vertrag, nach Abnahme der Maschine, vier Wochen unter Aufsicht von einem Monteur oder von einem Herrn von der Firma Burkhardt & Weber. Das ist der Vertrag und den müssen wir einhalten, sonst Sie wissen ja was passieren kann. Dann halte ich es mehr oder weniger akzeptiert. Und wenn ich heimgekommen bin zu der Familie, dann können Sie sich auch vorstellen, was da los war. Und dann hatte ich den Auftrag noch abgeschlossen. Und dann nehmen wir oben schon erklärt, dass es die letzte Montage war, weil das war für die Familie natürlich ein Rückschlag ohne Ende. Das war's."

                   

5. Was für Arbeitsbedingungen?!

Hans-Joachim Helle *1943, Maschinenbautechniker  |  Walter Maschinenbau GmbH, Tübingen

Bei der Arbeitssicherheit. Deshalb war es ja so, dass das Schleifen selber ziemlich gefährlich ist. Mit den Schleifscheiben usw. Das war hauptsächlich in der Werkzeugfertigung, nicht bei uns im Maschinenbau, aber in der Werkzeug Fertigung, wo nur Werkzeuge hergestellt wurden und geschliffen wurden oder auch nachgeschliffen wurden für Kunden. Und da gab es am Anfang natürlich ziemliche Staubentwicklung und das wurde zwar abgesaugt, aber das war oft unvollständig. Und dann haben wir da mit den, mit den, mit dem Kobalt usw ist die Bindung für die Hartmetallkristalle. Das war in der Luft und das haben dann die Leute eingeatmet. Also es war bestimmt nicht gesund, aber damals gab es nichts besseres. Und das kann man eigentlich nur beseitigen, indem man praktisch mit Öl killt, oder? Damals mit Emulsion war der Anfang, dass das alles benetzt wird und weggeschwemmt wird. Der ganze Staub also bei den Maschinen sieht man das wird alles mit mit Öl weggeschwemmt. Da gibt es keine Staubentwicklung mehr. Man braucht bloß ein Öl, auf das nicht allergisch reagiert wird. Das sind auch spezielle Öle, die hautfreundlich sind, weil die Werkzeuge nicht mehr da ist. Alles ölig. Und das soll ja keine Allergien verursachen.

Günter Lerch *1944, Mechaniker  |  Maschinenbauunternehmen Nagel GmbH & Co. KG, Metzingen

In China waren normal damit zehn zwölf Stunden schafft das in halb acht los. Und je nachdem, wenn man Maschinen aufgebaut hat, ist es war abhängig davon. Die Transportkolonne oder die, mit dem keiner geschafft hat. Ab und zu hätte man sie sowieso länger schaffen müssen. Zum Teil jetzt. In Korea war es furchtbar. Die hätten nach zwölf Stunden schon immer Theater gemacht. Warum Wir schon gar nicht. Correa war kriminell. Zu der Zeit früher mit der Arbeitssicherheit. Das war ja in Deutschland ganz streng. Aber in Russland ist das hat kein Schwein interessiert. Und vor allen Dingen ist das später gekommen. Die ganzen Schutzgitter, die deutschen Maschinen, die mussten abgebaut werden oder verkleidet werden mit Schutzgitter und das ganze Zeug. Das war ganz schlimm. Beispielsweise in China. Das Schutzgitter war zu lange gedauert. Ich bin später ein paar Mal wieder in Korea, war zurück nach China, weil die Probleme hatten. Dann mussten wir schnell nach China fliegen und dort wieder gucken. Die Hälfte von den Schutzgitter war weg. An der Maschine, da hätte ich überhaupt nichts drauf gehalten was in Europa ist. Null plus Ultra Schutzgitter muss drin sein, sonst läuft die Maschine nicht. Und da ist so viel passiert in China. Einiges hinten braucht dann so ein Schutzgitter weg. War ganz in Einklang mit dem Fahrer. Der andere hat den Hintergrund Bescheid gesagt, dass die Maschine halt. Und so ist einiges passiert. Die super Hotels da ist so Hotels hat zu der Zeit, wo es erst mal kein Land in Europa mehr gegeben, mit allem drum und Dran. Sauna im Hotel. Wir haben tolle Apartments gehabt. Wir sind jeden Morgen um halb acht abgeholt, war im Hotel mit dem Bus ins Geschäft, in der Kantine. Gut, mit dem Essen war es am Abend ein bisschen ein Problem mehr für uns Europäer, weil ich hatte die Hände so mehr und vor allen Dingen mit Stäbchen essen. Und dann hätten wir das nächste Mal kein Besteck mitgebracht. Und das war natürlich die Sensation in China. Messer und Gabel und mit dem Löffel. Oder genauso wie in Korea. Essen Sie mal eine Suppe mit Metallscheibe, das ausgesehen wie wie Marienkäfer mit Fettflecken. Ja, aber das ging ja alles soweit okay. Naja, aber so mit den Leuten in China hat es gut. Man hat ja einen Dolmetscher gehabt. Allerdings bei VW. Die Leute, die mussten alle in Salzgitter oder Wolfsburg Deutschkurse machen. Die meisten Leute waren für drei Jahre in Deutschland, bevor das VW war, die Firma dort rübergemacht hat. Es war ja klar, dass die Leute kommen drüber. Auch im Betrieb. Die mussten zum Teil jetzt in Korea, da hat man halt mit Englisch gemacht und Dolmetscher ab und zu den Kollegen dabei. Einmal mal wieder in München zurück, war wieder in Deutschland. Meine andere Hand kann ein wenig Englisch, meinte ein deutscher Dolmetscher. Dann hat die Firma für die Dolmetscher gekocht und der Rest haben hauptsächlich in Englisch erzogen. Korea war es genauso. Das Hotel hat so gut wie keiner mit einem Österreicher Gut. Einmal ist halt ein Kollege nach drei Wochen, dann hat er mir so halb Wer verhungert, der hat alles vergessen. Was nicht heißt, dass ich nach China kommen, mit einem Koffer, Kommissbrot und einem halben Koffer voll mit Wurstbüchsen. Nach drei Wochen war das alles gesagt. Ich bleib nicht mehr dran. Wilhelm haben wir den halt wieder heimgeschickt. So Sachen sind passiert. Im Ausland sind schon andere Welten, andere Sitten. Da ist halt so! Das Schlimmste war halt immer früher in Russland. Du bist in Russland nur unter nur vom KGB kontrolliert worden. Als Beispiel im Koffer haben wir immer die Sachen eingelegt und ein Bildchen gemacht. Dann bin ich abends heim gekommen, den Koffer aufgemacht. Ist das nicht mehr so wie mit dem Bild? Den Koffer und den Schlüssel. Die Koffer waren offen. Jetzt zeig mir deine Augen und abkürzte Mama. Das hat uns. Bei der letzten Reise von Nowosibirsk war es ganz schlimm, weil das war abgesperrte Stadt. Wir mussten den Pass abgeben. Alles abgeben. Du kannst nicht abhauen. Habe ich gesagt. Wenn wir nur noch kratzen. Das ist eine Stadt von früher im Krieg. Viele deutsche Wort und Ton. Delta. Das weiß ich von meinem Vater her. Ein Kollege von Metzinger, der war dort im Krieg. Und der hat mein Vater mir gesagt. Mein Sohn ist da hinten. Irgendwo, wo du warst. Und da habe ich mir mal. Kann man Bilder zeigen? Hat er gesagt. Genau so wie früher. Die alte Hütte und die Buden da. Und er hat es im letzten Trip. Wir sind wieder mit dem Zug. Weil es Winter war, ist kein Flieger gegangen. Und von Hamburg nach Moskau haben wir mit dem Zug fahren müssen. Der Dolmetscher mit bis Moskau und hat uns erzählt. Wir waren insgesamt vierzehn deutsche Monteure. Da war Ludwigsburg dabei und der Alving von Wasseralfingen. Die Maschine gehabt? Man hat uns gesagt, dass zwanzig Kilo Gepäck auf uns zwölf aufpassen müssen. Wir sind zum Hotel. Wusste die genauso, ob man verwandt sind. Egal wie wir eine feste gefeiert. Samstagabend in der Gaststätte oder dort am Montag Morgen hat es der Chef ist doch, dass ich russisch kann mit ihnen. Nachher machen wir bei Moskau fahren. In Moskau bin ich abends drei, dreimal in der Woche zum Russischlernen gegangen, und wir können gut Russisch mit Ihnen reden. Und dann ist der Chef. Der Mann ist auch gut kennen. Aber es ist doch nicht, dass die Firma mir hat Panzermotoren gemacht hat. Das habe ich. Die Stadt war geschlossene Stadt nicht abgeschirmt wäre. Wenn wir in der Gasse waren, wollten wir sie zur Polizei gegangen. Freitagabend. Und dann die Tickets. Kriegt man davon, wird uns der Busfahrer mitgenommen. Ohne Ticket können sie nicht mehr machen. Also, das war alles von meiner Seite eingesperrt. Und die andere Montage ist weltweit frei bewegen. Das war gar kein Problem. Südafrika hat uns die Leute vom Timer ab und zu mitgenommen, wenn ein Feiertag war oder wenn eine Maschine rausgekommen ist vom Zoll. Da haben wir von Opel Kadett gekriegt, mit dem großen Tank gefahren, spazieren, jeden Abend ein Anruf, ob Maschine rauskommt. Und dann haben wir wieder umdrehen und zurück nach Kapstadt und das Geschäft Maschine weitermachen. Dann hätten wir auch hinfliegen. Vierzehn Tagen, hat er gesagt. Wir bleiben. Das hat er erklärt mit dem Nagel, dass er die Stunde bezahlt. Für uns. Jeden Tag acht Stunden Wartezeit. Da waren wir geschafft. Haben nicht eine Stunde praktisch Urlaub bezahlt. Urlaub machen ist. So ist es halt dort untergegangen.

Ernst Schmid *1938, Mechaniker  |  Walter Maschinenbau GmbH, Tübingen

Aber wir haben. Immer die normale Arbeitskleidung gehabt, aber Sicherheitsschuhe, dass man nichts draufhält und wenn man an der Maschine gearbeitet hat, entweder. gar nicht oder Mütze. Und wie gesagt, auch eine Arbeitskleidung von der Supermacht. Wenn man an einer Maschine gearbeitet hat. Aber sonst sind keine größere Vorschrift oder so da gewesen. Mache ich auch immer jedes Jahr. Bewertet wurde vom Vorgesetzten und ist eigentlich immer kontinuierlich aufwärts gegangen. Ich war eigentlich zufrieden und die Firma Walter war auch immer glaube eine konnte von dem Niveau der Optik das waren. Ja, wir hatten damals noch keine. Vier Wochen Ferien oder Urlaubstage. Wir hatten noch keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Da gab es noch Abschläge. Karenztage. Und dies alles hat dann dazu geführt, sich damit zu beschäftigen. Oder ich habe mich damit beschäftigt und habe das für notwendig erachtet. Elektriker Überhaupt nicht. Mit Händen zu schaffen, das geht nicht. Die Drähte und Klemmen und alles schreiben. Das muss man alles im Gefühl haben. Und das geht gar nicht. Es war kalt und laut und dunkel. Wir hätten da noch neun oder zehn Stunden geschafft, dass wir den fünf Tag die fünf Stunden geschafft hat vom Samstag. Dann sind wir am Freitagabend.

                   

6. Gewerkschaft sei Dank!

Hans-Joachim Helle *1943, Maschinenbautechniker  |  Walter Maschinenbau GmbH, Tübingen

"Die Gewerkschaft, die in der Firma war, hat da eigentlich immer relativ ruhig gehalten. Ich war selber nicht in der Gewerkschaft, aber die Firma war gewerkschaftlich orientiert. Fast alle waren in der Gewerkschaft. Aber die haben eigentlich immer ein Auge zugedrückt, weil wir ja freiwillig mitgemacht haben. Es war ja von der Seite her keine großen Probleme. Und wie gesagt, die Überstunden haben wir damals anstandslos ausbezahlt erhalten - mit Zuschlag. Das war dann auch mit ein Grund, dass man… Das Geld, das hat man gern entgegengenommen. Man hat es ja auch gebraucht mit Familie usw. Das Leben war damals auch schon teuer."

Karl Weiss 1934-2025, Maschinenbauer  |  Maschinenbauunternehmen Burkhardt+Weber Fertigungssysteme GmbH, Reutlingen

"Meine Mitgliedschaft war natürlich auch in der IG Metall Reutlingen – und in der Zwischenzeit sind es 60 Jahre, dass ich da Mitglied bin. Und das war im Prinzip in Reutlingen in unserer Firma in der Größe ist das nicht so extrem aufgefallen. Aber bei Daimler oder Bosch oder BMW, egal welche ich runterzähle von die große – da hatte ich gar keine Chance, ohne Mitglied eingestellt zu werden. So war das. Und für mich war die Gewerkschaft immer ein geduldetes Übel. Wenn wir die nicht gehabt hätten, dann wären wir viel schlechter gestanden. Weil damals in derer Zeit, in den 1960er bis 1980er Jahren, da hat es ja Patriarchen gegeben, die waren so was von sich eingenommen, da hat ein anderer gar nicht existiert. Und denen etwas entgegen zu halten war nur möglich mit riesengroßer Mannschaft. Ich war mal in Frankreich bei der Firma Westinghouse und das war für mich das Extremste, was ich gewerkschaftsmäßig miterlebt hat. Ich war beschäftigt mit einer Maschine und dann ist es mal einer den Gang runtergelaufen mit der Trillerpfeife und hat gepfiffen. Und dann haben alle die Maschinen abgestellt. Alle! Die sind alle hinten rein gelaufen zur Tür hinaus. Und die von oben sind natürlich auch runtergekommen. … und da war ich und noch ein anderer Kunde … Am anderen Tag war der Streik noch. Da bin ich morgens hingefahren mit dem Auto ans Tor und hatte denen erklärt warum ich komme und was ich will: Ich will bloß meine Werkzeuge, meine Messgeräte abholen. Und da war eine hübsche Französin dabei, die hat normal an der nächsten Maschine neben mir ihr Arbeitsgebiet gehabt und der habe ich das erklärt und dann hat die gesagt, ich darf keinen Meter weiter und dann sag ich, mir scheißegal, jetzt hörst langsam auf. Und dann hat sie mir den Autospiegel weggerissen. So einfach ist das gegangen. Und dann bin ich rein, weil rein habe ich gedurft. Und dann habe ich meine Werkzeuge und meine Messgeräte geholt und bin eingestiegen. Und ich bin von der von dem Tag an mit keinem Blick mehr gewürdigt worden. Das ist so primitiv. Die hat genau gewusst was ich will, das hat sie also nicht akzeptiert. So war's. Und dann hat mein oberster Chef zu mir gesagt, Herr Weiss, wenn Sie das da lassen, das kostet wieder 50 Euro. Ich sagte, wenn es die Firma nicht tut, dann zahle ich es. Aber ich musste etwas tun. Ich hätte ja auch sagen können, ich gehe ins Hotel, das war's dann."

Herbert Knöll *1941, Mechaniker  |  Maschinenfabrik Gustav Wagner GmbH & Co. KG, Reutlingen

"Ich war IG Metall-Mitglied und eines Tages bin ich gefragt worden, ob ich Betriebsrat werden will. Beim ersten Mal hat es nicht geklappt, beim zweiten Mal bin ich dann reingekommen. War in diesen 40, 44 Jahren auch ca. 20 Jahre Betriebsrat, sodass ich auch vieles aus anderer Richtung gehört und gesehen habe. Wagner hatte kurzfristig, ich glaube, es war ausgangs der 1960er Jahre, hat er mal kurzzeitig über 1.000 Beschäftigte, diese aber dann, das war der Höchststand. Und dann ist kontinuierlich in den Jahren später ab ausgangs der 1970er Jahre, sehr stark in den 1980er Jahren zurückgegangen. Wurde dann die Gießerei aufgegeben. War eigentlich der erste Schritt zur Reduzierung der Beschäftigten, die Gießerei aufzugeben. Und am Ende beim Konkurs waren es etwa noch 500. Ich habe dann auch den Konkurs mitgemacht als Betriebsrat. Und ich weiß, dass wir eigentlich da immer an der schwachen Seite saßen, weil wir viel weniger wussten wie der Konkursverwalter oder die Firma selber. Und von daher als Betriebsrat einfach viele Kompromisse eingegangen, die ich vielleicht bei besseren Kenntnissen unter Umständen nicht so gemacht hätte. Und wie gesagt, das war die Folge des Umbruchs im Osten, weil wir hatten sehr viel mit Russland zu tun. Großmaschinen sind überwiegend nach Russland gegangen. Also große Sägen, zum Beispiel, oder vorwiegend im Aluminiumbereich. Und dann ist es zur Insolvenz gekommen. Also der Konkursverwalter Geyer hat den damals gemacht und war sehr stolz darauf, dass er die Gläubiger mit 93 bis 95 Prozent zufrieden gestellt hat. Für die Beschäftigten hat es einen Sozialplan gegeben. Der war im Volumen dessen, was vom Gesetzgeber vorgesehen war. Und ich glaube, der Herr Wagner war der einzige, der eventuell bereit gewesen wäre noch etwas zu [er]bringen, aber die anderen Eigentümer wollten nichts mehr [er]bringen – Und dann ist die Firma verkauft worden. Wie waren die Gefühle? Beschissen. Das ist doch klar, es sind viele Jahrzehnte da gewesen. Und wenn es eher ausgesiebt worden ist, weniger Leute auf einmal, auf 500 runter ausgedünnt, dann hat es ja immer die erwischt, die vielleicht jünger waren und vielleicht noch nicht so lange dagewesen sind. Liegt auch klar auf der Hand. Die waren auch am günstigsten loszukriegen. Ist so."

           

7. Technischer Wandel

Hans-Joachim Helle *1943, Maschinenbautechniker  |  Walter Maschinenbau GmbH, Tübingen

"Als ich bei Walter begann waren die Maschinen sehr, sehr einfach. Und zum Schluss waren das Fertigungszentren für Werkzeugschärfen. Da hat sich technologisch so viel verändert, auch mit der Elektronik. Die Firma selber hat für die Weiterentwicklung nicht viel gemacht – fürs Management schon, aber nicht für die Technik. Die haben eigentlich nur damit gelebt, dass die Leute sich engagieren und haben davon profitiert. Ich musste vieles selber machen – aus eigenem Interesse habe ich dann einfach das durchgezogen. Ich bin ja damals auch oft ins Ausland geschickt worden und da braucht man gewisse Grundlagen und man wurde eigentlich ohne Vorbereitung hingeschickt. Dann stand man da, ‚Warum läuft die Maschine nicht?‘, der Kunde steht daneben – So richtig ins kalte Wasser geschmissen. Und wie gesagt, das hat so weit geführt, dass Walter Weltmarktführer wurde in diesem Bereich."

Wolfgang Bayer *1937, Elektriker  |  Selbstständig, Reutlingen-Mittelstadt

"Es ist ja auch mit Vorschriften viel anders geworden. Früher hatte man ja nur zwei Drähte gehabt, der Pol und der Null, das war auch gleichzeitig der PEN-Leiter, der ist überbrückt worden auf den Schutzkontakt. Wo ich das Geschäft angefangen hatte 1968/69 so, da ist die Vorschrift kommen dann alles schön dreidrahtig legen müssen: Der Schutzleiter, der grün-gelbe, und der darf keinen Kontakt haben mit dem blauen, mit dem Null. Ja, da hat man die Fehlerstromschutzschalter reinmachen müssen ab 90er-Jahre oder 80er schon – bei Neubau im Bad und Außensteckdosen über Fehlerstromschutzschalter. Heute hat man die ganzen Steckdosen im neuen Hausbau – den Schalter, die Drähte muss man nur noch reinstecken, da braucht man gar nichts mehr Schrauben. Machst heute alles zehn Mal schneller – aber weniger Arbeit ist es auch nicht. [Heute] hat es sich total verändert. [Heute] ist viel mehr Elektronik und Kommunikation, also Sprechanlage, und für Fernseher und was heute alles ist, was man mit installieren muss in Häuser."

Herbert Knöll *1941, Mechaniker  |  Maschinenfabrik Gustav Wagner GmbH & Co. KG, Reutlingen

"Es ist ja in den letzten Jahren auch eine Bandsäge entwickelt worden. Aber das war scheinbar auch, das weiß ich nicht so, scheinbar kein so Erfolg. Aber man hat ja versucht andere Sachen mitzumachen, viele kleinere Aufträge, auch Spezialsachen mit dem Gewinde hat es sehr viele gegeben. Aber die haben halt nicht das große Geld gebracht. Es ist halt nicht viel verdient gewesen, weil da hat man ja vieles auch müssen über, ich sage mal, sich vorher erarbeiten, dass das alles funktioniert hat. Hat in der Konstruktion ja schon angefangen. Das war nicht konstruiert, dass was man da alles teilweise gemacht hat, sondern das musste konstruktiv bearbeitet werden, bevor es dann zur Fertigung kam. Und dann gab es dort unter Umständen Probleme und hat die müssen wiederaufarbeiten. Und ja, das ist dann teilweise wie Einzelfertigungen. Das ist nicht von der Stange zu haben. Dann haben sie … ein MSD-Kopf wurde entwickelt, der mit vier Schneiden gedreht hat. Längere, dünne Teile konnte man mit dem machen. Der ist auch nur ein paar Jahre eigentlich letztendlich gelaufen und auch mit mäßigem Erfolg eigentlich."

Ernst Schmid *1938, Mechaniker  |  Walter Maschinenbau GmbH, Tübingen

"Jedes Jahr ist man auf die Messe geschickt worden. Da war man eigentlich stolz drauf, dass man von der Firma auf die Maschinenbaumesse geschickt worden ist. Und da hat man geguckt, was gibt‘s alles und was hat die Konkurrenz für Maschine. Und ja, die Entwicklung ist eigentlich ausschließlich von der Konstruktion ausgegangen. Dann ist einmal eine neue Type gekommen oder die alte Type ist verbessert worden. Und irgendwann wurde es natürlich automatisch, dann ist viel Elektronik dazugekommen. Wir hatten eine Abteilung Elektrik gehabt, die haben im Anfang nur Leitungen für die Maschine gelegt, Motor angeschlossen usw. Aber später ist dann noch eine Steuerung dazugekommen. Ja, das hat man so alles im Laufe der Zeit miterlebt und auch mitverfolgt und auch dabei das gelernt. Also da ist man nicht extra, wenigstens ich, nicht extra ausgebildet worden. Ein großer Schritt war dann wo die Gleitzeit eingeführt wurde. Da hat sich einiges verändert: Die Mitarbeiter sind teilweise zwischen zwischen sechs und neun Uhr zur Arbeit gekommen. Das war am Anfang gar nicht so toll für uns als Vorgesetzte. Aber das hat sich dann eingespielt und man hat mit der Zeit damit gerechnet, ha ja, wenn es um sieben ist, dann kommt er vielleicht um acht oder neun. Und wenn was sehr dringend war, dann haben wir auch Kontakt aufgenommen, hat gesagt, also morgen früh sollst rechtzeitig komme. Nachmittags ab drei Uhr da hat man dann als Meister wieder etwas mehr Zeit gehabt zum Vorbereiten für den nächsten Tag oder was auch nicht so richtig abgelaufen ist, hat man können sich mit ein bisschen befassen – Das war auch wieder ein Plus für uns."

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