1. Über uns
Fritz Fromm *1939, Mechaniker - Strickmaschinenherstelle Stoll AG & CO. KG., Reutlingen
"Der Name ist Fritz Fromm, geboren in Kirchentellinsfurt am 19. März 1939. Ich habe bei der Firma Stoll Mechaniker gelernt und bin dort 43 Jahre beschäftigt gewesen. 35 Jahre als Abteilungsleiter in der Endmontage."
Kurt Treftz 1936-2023, Weber - Textilunternehmen Carl Schirm GmbH & Co. Krüger KG, Kirchentellinsfurt
"Mein Name ist Kurt Treftz, ich bin 1936 geboren. Mein Stiefvater war Weber und somit bin ich in die Weberei gekommen. Er hat gesagt, als ich 14Jahre alt war, das war 1950, Geh mit mir in die Weberei, dort kannst du dein Geld verdienen."
Guerino Pasqualin *1939, Weber - Textilunternehmen Seidenweberei, Reutlingen
"Ich bin der Pasqualina, geboren in Italien, in Zola 21.9.1939. Mein Beruf ist Weber. Geboren Weber und vielleicht sterben als Weber. Ich war 42 Jahre bei der Seidenweberei beschäftigt und habe als Weber angefangen und habe aufgehört als Obermeister."
Kuno Lacher *1931, Textilingenieur - Strickwarenunternehmen Heinzelmann GmbH & Co., Reutlingen
"Mein Name Kuno Lacher. Ich bin in Tübingen geboren 1931. Das ist schon lange her. In Tübingen zur Schule gegangen, habe dort die Mittlere Reife gemacht. Damals wollte ich schon gerne in die Textilindustrie, etwa nach dem Krieg. Nach dem Krieg war das eigentlich. Da hat man ja nichts zum Anziehen gehabt und da war das hochinteressant. Anschließend habe ich dann meinen Textilingenieursstudium in Reutlingen gemacht und habe mich dann beworben bei der Firma Heinzelmann in Reutlingen. Und der bei mir war 33 Jahre als stellvertretender Betriebsleiter und anschließend war ich ja selbstständig."
2. Von der Pike auf
Fritz Fromm *1939, Mechaniker - Strickmaschinenherstelle Stoll AG & CO. KG., Reutlingen
"Ich wollte einfach Mechaniker werden oder Maschinenschlosser. So einfach war es mit Metall zu tun hat. Also keine kein Holz Beruf. Ich hätte da wohl auch immer wieder gebastelt und gemacht. Das war mein Wunsch. Ich kann nicht sagen, wie lange schon vorher. Da ging ich noch lange in die Schule. Da hatte ich eigentlich nur meinen Patenonkel, der auch bei der Firma Stoll war, als Vorbild. Ich kam ja neunzehn hundert drei und fünfzig aus der Schule. Ja, genau vierzehn Jahre. Und damals waren ja die Lehrstellen in solchen Unternehmen sehr gefragt. Ich kam auch durch, mehr oder weniger. Durch die Fürsprache meines Patenonkels bin ich dort dann eingestellt worden als Lehrling. Ich war zwar körperlich sehr klein, brauchte eine kleine Pritsche als Erhöhung, für das ich die richtige Schraubstockhöhe erreicht habe, aber später bin ich dann doch noch etwas gewachsen. Während der Ausbildung musste man wöchentlich einmal als einmal wöchentlich in die Berufsschule in Reutlingen. Das habe ich eigentlich schnell kapiert und ich fühle mich auch sehr wohl. Wir waren dann in einem. In dem Ausbildungsjahr, wo ich dabei war, waren wir sieben und zwanzig Lehrlinge. Also es war ein großer Haufen. Die Lehrzeit betrug dreieinhalb Jahre. Ich hatte damals jedes Lehrjahr fünf und zwanzig und sieben und zwanzig Lehrlinge. Um halb sieben war Arbeitsbeginn, und damals wurde ja noch über neun Stunden Gearbeitet. Nach dem ersten und oder zweiten Lehrjahr schon mussten wir dann raus in die Fertigung und dort in die harte, auch in die Montageabteilung, in die Fertigungsabteilung, also Fräserei, Dreherei usw. John hatte eine sehr gute Kantine und da mussten auch wir als Lehrlinge immer abwechslungsweise für die Mitarbeiter Vesper und Getränke holen. Da waren im Dienstleistungsgewerbe."
Kurt Treftz 1936-2023, Weber - Textilunternehmen Carl Schirm GmbH & Co. Krüger KG, Kirchentellinsfurt
"Und da habe ich 12Jahre als Werber gearbeitet und bin dann neunzehn hundert zwei und sechzig aus Textiltechnikum gegangen nach Reutlingen und habe meine Meisterprüfung gemacht."
Guerino Pasqualin *1939, Weber - Textilunternehmen Seidenweberei, Reutlingen
"Also wenn ich hier in Deutschland gekommen bin, war für mich Weberei nicht fremd. Ich habe mal zu Hause in meinem Dorf erst mal Abitur, Weber war dreizehn Jahre alt. Zwei Jahre in der Berufsschule in Corneliano. Und dann haben wir angefangen zu arbeiten. In meinem Dorf in dieser Weberei war eine große, große Firma. Das war ungefähr ein hundert Maschinen. Das war dann, wie kann man das sagen, die ganze Umgebung. Gell."
Kuno Lacher *1931, Textilingenieur - Strickwarenunternehmen Heinzelmann GmbH & Co., Reutlingen
"Ein guter Freund von mir, der hat in Tübingen in Lustenau angefangen zu praktizieren mit der Weberei. Und der hat mir erzählt, was er so vorhat. Und dann habe ich gedacht Ja, gut, vielleicht mache ich so was auch. Der fünfzig vier und fünfzig war am Technikum. Da war ich vielleicht sechzehn oder siebzehn, siebzehn, glaube ich. Und dann hat man auch Praxis machen müssen in der Strickerei unten, da gab es Strickmaschinen unten am Technikum, also von Strickmaschinen. Sorte war da meistens ein Modell oder ein ähnliches Modell da Und? Und das musste man. Das musste man auch bedienen können. Und? Und da wurden Fragen gestellt. Ja, technische Fragen. Alles, was Maschinen der Textilindustrie betraf, musste man da lernen. Praktisch. Da ging es auch um Stoff, die Stoffe, Das wurde hier gezeigt und gemacht. Da wurde eigentlich alles behandelt von der Faser, wo wo die Baumwolle herkommt, wie wie die Baumwolle von Anfang an behandelt wurde, in der Spinnereien werden, weil zum Beispiel. Das waren so große Ballen, die da angeliefert wurden. Diese Ballen wurden dann im Bad auseinandergerissen und und geschlagen und dann auf verschiedenartigen Maschinen behandelt. Und da wurden die Faden gesponnen, um das Theoretische von diesen, von diesen ganzen Geschichten, die wurden am Technikum behandelt. Die Materialien, die Textilien damals, die es damals gab, die wurden behandelt. Was man mit denen machen kann. Auch wie die Farben zusammengesetzt wurden. Nachher in der Fabrik. Da war eine Fabrik am Technikum."
3. Schichtbeginn!
Fritz Fromm *1939, Mechaniker - Strickmaschinenherstelle Stoll AG & CO. KG., Reutlingen
"Wie fing es an? Ja, meistens mit Telefonaten. Ja, gut. Wir waren zwölf Gruppen. Und die Montagezeit. Also vom Anfang an, bis die Maschine fertig war, das waren fast dreieinhalb Wochen später, ging das ja noch viel schneller mit dem Elektronischen. Die Maschinen wurden. Wenn wir fertig waren, gab es noch eine Strickerei, eine, eine sogenannte, eine Strickerei. Und dort wurden die Maschinen dann auf Funktion getestet, alle praktisch noch eventuelle Mängel auszumerzen. Hauptabnehmer war damals England, Frankreich. Damals hat noch niemand einen Türken geglaubt oder beispielsweise musste er sowieso nicht. Übersee natürlich in Amerika. Kanada war auch, waren auch Kunden. Aber sonst waren es auch bloß kleinere Betriebe. Die hat aber auch im In und Ausland die Maschinen kauften. Aber die Furcht der damals, die um die sechzig tausend. So was Thema natürlich."
Guerino Pasqualin *1939, Weber - Textilunternehmen Seidenweberei, Reutlingen
"Unser Chef war, ich sag es mal grob wie Sag mal, aturenjäger, Tourenjäger, Tourengeher, schnell, immer schnell wie Sie. Sie haben wir da immer die schnellste Maschine. Und da war der wie Sie. Die haben immer nach vier, fünf, sechs Jahre neue Maschine was in den Markt. Wenn ich gekommen bin, da hab ich da drei Maschine. Wenn ich aufgehört. Der Weber hat dreißig Maschinen gehabt in vierzig Jahren drei Maschinen, drei Webmaschine auf dreißigste. Wenn ich mir vorstelle, ein Weber dreißig Maschinen. Das ist doch eine ganze Menge. Und ich sage mal so Die waren achtzehn Weltmeister in dreißigste Geld abhängig von der Aufträge, aber normalerweise immer dreißig, vier und zwanzig Stunden. Sie hatte versucht, durch die Aufträge plus wenn du noch zusätzlich. Da haben wir auch am Samstag und Sonntag arbeiten. Überstunden, Sonntagszuschläge. Wissen Sie, dass Sie da. Es war der ganze also sehr gut verdient, Sehr gut verdient. Der Personal ist immer fast geblieben. Die waren da ungefähr mit Büro. Ein hundert fünfzig Leute so ungefähr. Aber mit der Zeit, mit der Modernisierung und so und so, das sehen wir dann auch gerade immer ein bisschen. Wenn ich arbeite, war man da unter sich. Wenn ich da aufgehört habe von von ein hundert fünfzig oder so was. Wir haben viel produziert, mit wenig Personal, weil Gerät ins Auto. Das ist doch keine deutsche Revolte mehr. Nichts mehr werden lernen. Also gehen wir mal Turkey. Portugiesen. Die meinste, die waren auch Deutsche, gell? Aber insgesamt war man doch noch eine gute Team. Da war ich doch noch fünf und dreißig Jahre als Weltmeister. Und dann die letzten fünfzehn Jahre als Obermeister, da war meine. Wie kann man das sagen? Meine Kapazität war fertig."
Kuno Lacher *1931, Textilingenieur - Strickwarenunternehmen Heinzelmann GmbH & Co., Reutlingen
"Da muss ich mal mit der Krawatte durch den Betrieb, im Anzug mit Krawatte. Da war ich schon hochinteressant für mich. Ich hatte mein eigenes Büro. Der Betriebsleiter hatte sein Büro, und da war eine Tür, und da kam ich als Stellvertreter rein. Und ich hatte eine Sekretärin. Das heißt, die war für uns beide da. Dann ab sieben uhr haben wir angefangen. Zwischen neun uhr und viertel nach neun war Vesperpause, zwischen zwölf und dreizehn uhr war Mittagspause und dann ging es wieder weiter bis fünf. Meistens samstags vormittags. Ja, gute Stelle. Obwohl ich nicht viel verdient habe. Ja, da hat man wenig verdient. Bei uns sehr wenig verdient. Aber im Vergleich? Das Geld war mir auch nicht so wichtig. Mir war es wichtig, dass ich ordentliche Stelle gehabt habe. Die Kollektionen waren meistens so zwei hundert zwanzig Teile, dass alles hundertProzentig ist. Das war ganz arg wichtig. Deshalb haben wir auch ein Schwimmbad eingebaut im Haus. Jeder, jeder Badeanzug wurde zig Mal im eigenen Schwimmbad getestet, mal Süßwasser, mal im Salzwasser. Das Schwimmbad konnte Salzwasser aufnehmen oder Süßwasser. Und haben geguckt, dass keine Fehler durchkamen. Ja, dass die Farben immer gepasst haben, dass keine Farben ausgelaufen sind, dass die Nähte gut gehalten haben usw. Da kam dann immer zu Heinzelmann, da haben wir Modenschauen gemacht im Garten von Heinzelmann, da interplanet."
4. Unterwegs für Stoff & Firma
Fritz Fromm *1939, Mechaniker - Strickmaschinenherstelle Stoll AG & CO. KG., Reutlingen
"Die Messen waren abwechslungsweise in Hannover, dann Paris und Mailand. Sie haben sich immer abgewechselt, diese Städte. Wir fuhren meistens einen oder zwei Tage zur Messe. Das sollten oder durften ja auch die anderen Firmen einmal besichtigen, was die so bauen. Doch, das haben wir natürlich auch aufgenommen."
Guerino Pasqualin *1939, Weber - Textilunternehmen Seidenweberei, Reutlingen
"In Europa. Ich sage mal Textil damals oder so, das war, kann man so sagen, eine große Familie. Ich habe gekannt Leute in Paris, das habe ich mal gekannt, in Mailand, da habe ich mal in Österreich. Also wir waren immer in Kontakt. Alle Neuigkeiten, die immer aktuell und so, wir haben da wegen dem auch viele gute Angebote gekriegt. Aber dann habe ich mich entschieden, hier zu bleiben bei der Seidenweberei."
Kuno Lacher *1931, Textilingenieur - Strickwarenunternehmen Heinzelmann GmbH & Co., Reutlingen
"War er mit der mit der Kollektion viel in Frankreich, an der Cote d'Azur und in Paris, bei Galerie Lafayette und bei Breton hat man Modenschauen gemacht mit den Sachen. Ich hatte immer einen Fotoapparat dabei mit. Wie hießen die, die die gleichen Bilder rauskamen? Paul Reuther hatte auch immer dabei Bilder gemacht. Und dann habe ich die gefragt, ob wir mal ein Bild machen kann. Ja. Warum? Ja, deshalb. Okay, dann hab ich dich gefragt. Wo haben Sie das gekauft? Hat er mir gesagt, Madame. Zum Beispiel bin ich im Weinberg. Hatte ich kein Geld. Dann bin ich mit ihm da hin. Aber da guckt, was sie hatten. Und so, so, so hat man sie zusammengestellt. Der Einzelne hat zu mir gesagt. Kauf immer das beste Gel, die besten Stoffe, die besten Materialien. Und das hat sich ausgezahlt. Wichtig war ich war Herr Heinzelmann, das alles so ein bisschen sexy aussahen, gell? Möglichst mit einem Reißverschluss, hat er zu mir gesagt. Möglichst sexy."
5. Arbeitsbedingungen früher
Fritz Fromm *1939, Mechaniker - Strickmaschinenherstelle Stoll AG & CO. KG., Reutlingen
"Der Maschinenpark in der Lehrwerkstatt war ausgezeichnet. Wir hatten sehr gute Lehrmeister und Lehrgesellen. Also man kann es nur loben. Zu meiner Seite auf jeden Fall. Arbeitskleidung. Als Monteur im blauen Anzug und als Meister. In Arbeitsmantel."
Kurt Treftz 1936-2023, Weber - Textilunternehmen Carl Schirm GmbH & Co. Krüger KG, Kirchentellinsfurt
"1998 bin ich in den Ruhestand gegangen und war froh, dass diese hektische Zeit, diese Akkordarbeit nun vorüber war."
Guerino Pasqualin *1939, Weber - Textilunternehmen Seidenweberei, Reutlingen
"Wir sind in Deutschland gekommen, und wir haben unseren Lohn in Italien. Und der erste Lohn. Mein erster Lohn war zwei Mark acht und vierzig in der Stunde in Italien. Deshalb verdient eine Mark. Wir waren mal so! Wie bleiben deine? Bestimmt? Ich wollte auch so, ich sage mal drei, vier Wochen und dann gehen wir wieder zurück, weil der war schon fast geplant. Aber natürlich haben wir unseren Lohn gesehen. Das war dreifacher als in Italien und. Und es war doch interessant. Und mit qualifizierten Personal kann man eine gute Produktion kriegen, gell? Aber das ist kostet viel Nerven. Der Lärm, den die Webmaschine mit schütze, die habe ein hundert zwanzig Dezibel mit den Reifen, die war da ein hundert Dezibel und die Luftmaschine ist neunzig Dezibel. Also da müssen Sie fast immer in eine Diskothek. Ich sage mal, unter fünfzig Maschine und alle unter fünfzig. Dann kommt der Moment, wo alle unter fünfzig derselben Bewegung, Weil die Blase. Und jetzt stellen Sie mal vor, der geht alles auf Boden und da entsteht Lärm und Schwingungen, weil jedes Jahr, das ist ein Jahr. Dr. Rath untersucht das Wartung gesetzlich. Alle tragen sie. Nein, nein. Also, Sie müssen tragen. Unterschreiben Sie hier. Wir haben verschiedene Modelle gemacht. Wir haben mal gedacht, da wird noch ein Grab durch die Firma, dass da noch die Schwingungen unterbrochen werden. Aber das hat nichts gebracht. Bis auf die. Die Konstruktion, die die Maschine. Konstrukteure. Das haben die was mitgekriegt von der NASA. Stellen Sie mal vor, von der NASA, das ist da die Maschine gestellt, dass diese Schwingungen implodieren nicht expandieren. Schon hat man diese Maschine, die diese Schwingungen intern selber. So habe die Maschine gebaut, aber trotzdem auch immer wieder. Der war zu wenig. Wir haben mal unser Nachbar vor zwei hundert Meter. Die sind nackt. War nackt, da sind die Gläser drin. Das sind dann auch der Aufstieg samt gekommen Test gemacht. Damit Sie sich mal überlegen, die ganze Firma mit Messgeräte, fünf sechs Auto und da an die Maschine. Und das sind bei Nacht gekommen, wo niemand wusste warum. Sogar mir ist passiert. Einmal sind gekommen sie sehr fremd. Ich muss rein. Die war begleitet von der Polizei, wie Sie sie und es sind solche Test gemacht geworden. Und da hatten wir da raus. Wie sind wir umgezogen in Mark West, da und da dort in der Mark Westen war nur nur Weberei."
6. Ohne Wandel kein Fortschritt
Fritz Fromm *1939, Mechaniker - Strickmaschinenherstelle Stoll AG & CO. KG., Reutlingen
"Die großen Strickereien, die hatten, brachten auch mit Ideen rein, was sie gerne, wie sie es haben möchten. Und dann wurde entschieden von der Geschäftsleitung, was und wie es gemacht werden muss. Und dann kam die Konstruktionsabteilung, die technische, das technische Büro. Die digitale Entwicklung fing eigentlich stufenweise an, auch beispielsweise gerade der Maschinentyp, der bei mir gebaut wurde. In meiner Abteilung wurden beispielsweise die Versatzsteuerung wurde da elektronisch eingebaut. Dann und so ging es Schritt für Schritt weiter. Neunzehn hundert fünf und siebzig wurden dann die ersten rein elektronisch gesteuerten Maschinen gebaut und somit praktisch brauchte man in der Mechanik nicht mehr so viele Leute. Wir wurden also in keiner Weise irgendwie irgendwie zu Seminaren geschickt oder sonstiges. Das war bei uns nicht möglich oder bzw auch nicht gewünscht."
Guerino Pasqualin *1939, Weber - Textilunternehmen Seidenweberei, Reutlingen
"In der Messe habe ich aber immer die Neuigkeit geguckt. Wir haben was, wir aber mal gewusst, was wir wollen. Und dann haben wir mal diese Maschine geguckt. Also wir sind fast eine Woche dort geblieben, in Basel, in Paris, in Mailand, in England und besonders der Gerstenberg war immer an der Innovation. Also wir haben die modernste Maschine und haben auch mitentwickelt. Wie sind wir da noch immer aktuell geblieben an diese Maschinenkonstrukteure? Wir haben mal in Kontakt. Wir haben Probe gemacht. Wir haben die Maschine gesehen. Wir haben. Wir wissen, was wir wollen und was was für unsere Artikel passt. Wir haben immer gesucht. Die Maschine, wo für uns passt. Und da ist immer noch am Tisch gesessen. Eine Entscheidung getroffen, wo die Gremium war. Der Senior, zwei Söhne, der Direktor. Ich. Das haben wir geschaut, was wir da noch besser passt. Und da haben wir entschieden, dass sie nur. Ich habe meine Meinung gesagt und und, und. Die andere auch, verstehen Sie? Und das ist dann die Entscheidung gefallen. Und da haben wir eine Maschine gekauft. Das war riesige Investitionen, gell? Und Gott sei Dank. Hat immer geklappt. Ja. Die Seidenweberei hat immer gesucht die Innovation. Und dann ist da diese, diese technische und diese Filamente Sektor. Das war interessant, weil die sind immer neue Entwicklung. Weil ich sage, er ist gekommen, die sagen bloß die Viskose, die Viskose hat entwickelt. Der Gerstenberg mit in Lörrach, der war der Direktor von der Färberei und Druckerei. Das haben die beide diese Stoffe entwickelt. Die war schon vor dem Krieg, diese Stoffe. Aber der ist gestorben. Und dann habe ich die wieder aufgebracht, wie sie sie war. Das bedeutet die ganze Welt naher, naher. Aber für sieben Jahre. Das hat er gestern bemerkt. Und heruntersehen. Die haben die Methode. Hat selber. Wie kann man das sagen, die Gekauft, hat niemand mehr machen können. Aber nachher. Das ist eine riesige Explosion. Ganz Russland, China, Japan, überall. Italien, Indien, nur Viskose, nur Viskose. Wir habe angefangen in den achtziger Jahre mit dieser Artikel Und es ist doch schon über fast fünfzehn Jahre gelaufen, stell ich sie mal vor. Wir haben mal in dieser Firma gefeiert, ein hundert fünfzig Millionen Meter."
Kuno Lacher *1931, Textilingenieur - Strickwarenunternehmen Heinzelmann GmbH & Co., Reutlingen
"Alles was neu kam, was so Vertreter von so Stofffirmen gebracht haben, hat man genau untersucht. Das hat man praktisch immer in der Hosentasche gehabt, mit solchen Häkchen, mit der Lupe. Auf jeder Messe oder so hat man die, hat man das dabei gehabt, hat genau gezählt und gucken können. Nachher hat man ein eigenes Labor gehabt, oben, wo man gedacht hat, das ist was. Dann hat man es, hat man es probeweise mitgenommen oder schicken lassen. Ja, und dann hat man es anschließend im Labor untersucht, unter Mikroskop. Also das war ein wirklich Nummer eins Gel. Gute Ware liefern direkt Riesen gab es da. Die waren nicht immer gute direkt riesen Designerdesigner gab es eigentlich nicht. Das waren wir selber. Aber die Riesen, die die mussten, die haben wir auch immer mitgenommen auf Modeschauen usw messen. Ja und da haben sie ihre Ideen hergebracht. Und auch sonst. Das war manchmal bis zu vier, vier, fünf Monate direkt Riesen. Die waren am Technikum, da gibt es eine riesen Ausbildung. Die Ausbildung."
7. Als die Fäden rissen – Der Niedergang
Kurt Treftz 1936-2023, Weber - Textilunternehmen Carl Schirm GmbH & Co. Krüger KG, Kirchentellinsfurt
"Im Jahre 1987 musste die Firma Konkurs anmelden. Das war der allgemeine Niedergang der ganzen Textilindustrie hier in Deutschland. Das kam auch davon her, dass viele billige Gewebe aus Fernost auf den Markt geworfen wurde."
Guerino Pasqualin *1939, Weber - Textilunternehmen Seidenweberei, Reutlingen
"Ich sage mal so Der Gerstenberg in den neunzehn hundert sieben und neunzig ist alt geworden, war achtzig oder so und er wollte aufhören. Sie wissen, dass jedes Mal, wenn solch schlechte Nachrichten der Belegschaft, das ist die erste, wo der spürt, die waren mal so wie Sie sie besonders in der Familie, wo die gekauften Wohnungen oder Häuser gebaut, wie sie sind. Das ist wirklich eine Klima brutal. Wissen Sie, wir haben nicht gewusst, was sollen wir weitergehen oder so toll, toi, toi, müssen wir bedenken, diese Kestenberg, der hat bemüht, der hat Probleme gehabt. Aber unsere Löhne haben nie gefehlt. Die war immer die Lohn. Ende des Monats war immer da. Aber natürlich die Klima, das war richtig. Weil sie wissen wir, wie alle in der Weberei. Wo gehen wir arbeiten? Wir haben keine Zukunft für den Personal wie Sie. Ich sage es mal, Ihnen war ganz schlechte Klima. Angst. Was machen wir? Wo gehen wir? Verstehen Sie? Ja, das war immer unsicher und so, aber immer langsam. Wir haben noch nicht dreißig Jahre, aber ich weiß nicht genau. Das war doch keine Entlassungen. Nur die, die, wie sagt man, die notwendigen Entlassungen geworden sind. Wo sind die gegangen? Diese Mitarbeiter, das sind die meisten. Das sind zu Bosch gegangen. Aber da der Bosch hat auch gesagt Nein, wir stellen keine Leute mehr, gell. Und da war eine Rettung für diese, für diese Textilfirmen und und besonders auch die Stickerei Stickerei. Da war dasselbe Problem. Und deswegen sind viele zugemacht. Haben wir, haben wir. Seid ihr bereit zu gehen wir so wandern. Aber es war nicht so! Ich sag doch. Besonders das letzte Zeit. Die sind doch nur die Mädels vom Wandel. Wir haben keinen Werber gekriegt. Von der Gemeinde, von, sagen wir mal, die Firma Möwe Möwe. Auch dasselbe hat zugemacht, gell? Aber das Personal, das ist irgendwo gestreut in andere. In anderen Branchen. Keine ist gekommen. Weil die wollen nicht mehr in diesem Beruf. Ich bin doch noch zwei tausend zwei in Rente gegangen und vier Jahre später ist die Firma nach Bayreuth gezogen. Das war so das Danach. Das ist doch der der Gewerkschaft eingestiegen, weil diese Frau, also die Direktion, der hat eine Philosophie geführt. Da sagt mein Herr, da Arbeit ist, muss, aber die müssen in Bayreuth. Manche, wo hier nicht viel zu tun. Die sind nach Bayreuth, und die anderen sind arbeitslos geworden, gell. Und es ist eine Sozialplan gemacht geworden. Oder noch besser. Und so nach so viele Jahre, so und so und so viel Geld. Aber das sind viele. Wo hier geblieben sind die, wo man die Häuser, die Wohnungen, die haben die Kinder hier und so, aber sag ich mal so, zwanzig Prozent der Kinder nach Bayreuth gegangen. Und die Firma, also Seidenweberei 2006, hat, seit sie da weg von Reutlingen ist, weg. Es ist hier nichts mehr."
Kuno Lacher *1931, Textilingenieur - Strickwarenunternehmen Heinzelmann GmbH & Co., Reutlingen
"In den achtziger, in den achtziger Jahren ging es, ging es sehr gut, aber es hat nie aufgehört. Irgendwie. Es war ganz bitter. Ich wusste nicht, was ich machen soll. Ich hab mir überlegt. Also, irgendwas mache ich. Ich war schon sechs und fünfzig da, und wenn ich in München auf dem Hauptbahnhof Klo putzen, Aber irgendwann schaffe ich. Und dann hab ich aber so viele, so viele Geschäftsfreunde gekannt, die Läden hatten, und die haben gesagt Mach doch weiter mit Jacky. Hier habe ich weitergemacht. Also ganz alleine in Sindelfingen einen Showroom gemietet, um achtzehn hundert ein und achtzig. Das war viel für mich damals und eine neue Kollektion selber gemacht."