Unterm Dach befinden sich...
Vorraum
Hier werden Geräte für die Getreideernte ausgestellt.
Fruchtkammer
Unterm Dach lagerte in Säcken mit besitz- und statusanzeigenden Symbolen das ausgedroschene Korn auf der trockenen Bühne, bevor es zur Mühle transportiert wurde.
Dachkammer
Schlafkammer für Kinder und während der Erntezeit auch für Knechte und Mägde. Später schliefen unterm Dach auswärtige Schlaf- und Kostgänger: Fremde, die in den frühen Fabriken arbeiteten und in Betzinger Häusern wohnten.
Heubarn
Auf dem Heuboden finden sich Themen zur Ortsgeschichte und Alltagsleben: Kirche, Schule, Obrigkeit, Industrialisierung, Künstler und Fotografen im Dorf, Spinnstube und Vereine.
Betzingen war als Standort der ersten Textilfabriken im Reutlinger Raum entlang der Echaz seit 1846 von besonderer Bedeutung.. Der Ort gehört zu den frühen Arbeiterbauerndörfern Württembergs.
Künstler in Betzingen
Seit der Mitte des 19. Jahrhundert reisten Künstler aus ganz Deutschland nach Betzingen,. Sie suchten und fanden hier Motive für die damals sehr beliebten ländlichen Genrebilder. Der Ort hatte zwischen 1850 und 1870 nahezu den Rang einer Künstlerkolonie. Bekannte Namen wie Reinhold Braun, Robert Heck, Caspar Kaltenmoser, Albert Kappis, Theodor Schüz, aber auch Anton Braith, Christian Mali, Theodor Pixis und Johann Sperl arbeiteten im Dorf. Ihre Bilder prägten die Darstellung des schwäbischen "Volkslebens". Über Nachstiche, die in auflagenstarken Illustrierten wie der "Gartenlaubeerschienen, fanden die Betzinger Motive weite Verbreitung. Betzinger in Tracht waren auch für die aufkommende Fotografie ein beliebtes Motiv. In Ateliers entstanden ganze Serien zum 'Volksleben in Schwaben', die auch als Postkarten verkauft wurden.