Grußwort zum Start des neuen Stadtbusnetzes am 8. September 2019

- Es gilt das gesprochene Wort - 


Heute haben wir allen Grund zu strahlen – auch wenn die Sonne schwächelt – und allen Grund, diesen Tag zu feiern. Die Reutlinger Stadtkapelle hat uns gerade dazu den musikalischen Swing verpasst. Herzlichen Dank, liebe Musikerinnen und Musiker!
 
Für Reutlingen beginnt heute eine neue Dimension des öffentlichen Nahverkehrs – unser neues Stadtbusnetz startet!
Diesen Start gilt es zu feiern. Ich freue mich, Herrn Staatssekretär Bilger vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur begrüßen zu dürfen und bedanke mich herzlich bei Ihm für die große finanzielle Unterstützung des Bundes bei der Umsetzung dieses Großprojektes.
 
Einen ganz besonderen Gruß gilt meiner Amtsvorgängerin Barbara Bosch. Liebe Frau Bosch, dass wir heute hier den Start des neuen Stadtbusnetzes feiern können, ist auch Ihr Verdienst. Nachhaltige Mobilität und Klimaschutz war einer der politischen Schwerpunkte Ihrer zweiten Amtszeit.
Gemeinsam mit dem Reutlinger Gemeinderat haben Sie für das Themenfeld Mobilität und Klimaschutz rund 48 Millionen Euro in die mittelfristige Finanzplanung des Reutlinger Haushaltes eingestellt, damit Rad, Stadtbus und Regional-Stadtbahn in unserer Stadt Fahrt aufnehmen können. 
 
Ebenfalls begrüßen möchte ich Herrn Bundestagsabgeordneten Donth und Herrn Landtagsabgeordneten Poreski sowie Herrn Abteilungspräsident Enkel vom Regierungspräsidium Tübingen.
 
Ich freue mich über die Gäste aus der Nachbarschaft: Frau Bürgermeisterin Höflinger aus Walddorfhäslach, die Herren Bürgermeister Schrenk aus Pfullingen, Schweizer aus Eningen und Dold aus Pliezhausen.
 
Mit mir ist heute natürlich auch die komplette Reutlinger Stadtspitze angetreten mit der Ersten Bürgermeisterin Ulrike Hotz, mit Bürgermeister Hahn und Bürgermeister Kreher. Der Reutlinger Gemeinderat ist ebenfalls  prominent vertreten und ich begrüße alle anwesenden Stadträtinnen und Stadträte. Außerdem sehe ich eine ganze Reihe unserer städtischen Amtsleiterinnen und Amtsleiter sowie Geschäftsführer unserer städtischen Töchter und der Eigenbetriebe. Ein herzliches Willkommen auch Ihnen.

Und last but not least begrüße ich herzlich die Reutlingerinnen und Reutlinger und die Gäste aus der Region. Ihnen bieten wir das neuen Stadtbusnetz zur Nutzung an, Sie sind die Hauptpersonen!

Das Angebot des Reutlinger Stadtverkehrs wird komfortabler, preiswerter, umweltfreundlicher und viel umfangreicher als bisher.
Zehn neue Buslinien und über 100 neue Haltestellen, sechs statt heute vier Millionen Fahrplankilometer und 271.000 Fahrplanstunden: Ich finde, allein schon diese Zahlen sprechen für sich. Fahrpläne werden verdichtet, bestehende Verbindungen werden verlängert.

Viele Wege zwischen Stadtteilen, Bezirksgemeinden und Gewerbegebieten können künftig ohne Umsteigen in der Innenstadt zurückgelegt werden. Kleinbusse erreichen künftig auch Wohngebiete in Hanglagen.
 
Schon im Vorfeld war das Interesse an dem neuen Reutlinger Stadtbusnetz riesig. In den letzten Tagen konnte man unzählige Menschen auf den Straßen beobachten, die grüne Bücher, richtig große Wälzer mit sich schleppten. Das sind unsere grünen Fahrplanbücher, die reißenden Absatz finden, ja sogar das Zeug haben, Bestseller zu werden. 15 Tausend gedruckte Exemplare waren im Nu weg. Nachschub ist bereits bestellt.
Das Informationsbedürfnis der Bevölkerung ist groß und wird anhalten. Deswegen informieren wir über alle Kanäle, natürlich auch online. Darüber hinaus setzen wir zwei Promotionteams am ZOB und hier in der Gartenstraße ein, um Fahrgäste zusätzlich zur Mobilitätszentrale in der Eberhardtstraße persönlich beraten zu können.
 
 
Dass es gewaltiger Investitionen bedarf, um ein solches Angebot auf die Beine zu stellen, liegt auf der Hand. Ich bin daher froh, dass der Bund uns als eine von fünf Modellstädten bundesweit im Rahmen des Sofortprogramms Saubere Luft mit rund 14,5 Millionen Euro unterstützt. Die Bundesförderung ist zunächst auf zwei Jahre begrenzt, aber wir hoffen, dass auch danach die Stadt Reutlingen bei der Mobilitätswende unterstützt wird. Sehr geehrter Herr Bilger, Sie sind Parlamentarischer Staatssekretär beim zuständigen Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und haben sicher an dieser Stelle besonders aufmerksam zugehört…
 
Mobilitätswende heißt in erster Linie auch Klimaschutz. Je mehr Menschen das Auto stehen lassen, desto besser für die Umwelt. Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes spart jede Fahrt mit dem Linienbus mindestens die Hälfte der Emissionen an Treibhausgasen gegenüber dem Pkw.
Viele Wege zwischen Stadtteilen und Bezirksgemeinden können künftig ohne Umsteigen in der Innenstadt zurückgelegt werden, was den Bus für die Fahrt zum Arbeitsplatz tauglich macht. Zumal die nächste Bushaltestelle für viele deutlich näher gerückt ist. Die neuen Quartiersbusse kommen auch in engen Straßen und am Hang gut voran.  
 
Jetzt liegt es an uns allen, an den Menschen in Reutlingen und der Nachbarschaft, ob das neue Stadtbusnetz ein Erfolgsmodell wird. Es wird eine Abstimmung mit den Füßen oder besser gesagt: mit dem Busticket.
 
Übrigens profitiert vom neuen Stadtbusnetz und den preiswerten Tarifen nicht nur die Stadt Reutlingen, sondern auch die Nachbarkommunen wie Pfullingen, Eningen, Pliezhausen und Walddorfhäslach.
 
Vor etwa einem halben Jahr haben sich die Kooperationspartner entschieden, das neue Stadtbusnetz gemeinsam mit der Stadt Reutlingen und dem RSV zu realisieren. Diese Zusammenarbeit ist ein herausragendes Beispiel für interkommunale Kooperation. Mein Dank geht aber nicht nur an die Bürgermeisterkollegen, sondern auch an alle beteiligten Stadt- und Gemeinderätinnen und Räte: Ohne eine gehörige Portion Weitblick und Mut in diesen Gremien wäre es sicherlich schwierig gewesen, diese weitreichenden Beschlüsse zu fassen.
 
Mein herzlicher Dank geht auch in das eigene Haus hinein. Es war ein wahrer Kraftakt zu bewältigen, um alles bis heute so hinzubekommen. Allein der Umbau der Gartenstraße zum Herzstück des Reutlinger ÖPNV in nur sechs Monaten war eine gewaltige Leistung. Das neue Stadtbusnetz konnte nur gesponnen werden, weil dezernats- und ämterübergreifend Hand in Hand gearbeitet wurde. Die Steuerung, Koordinierung und das Controlling dieses mehrjährigen Großprojektes war dabei eine ganz besondere Herausforderung. Beteiligt waren insbesondere das Amt für Stadtentwicklung und Vermessung, die zentrale Steuerungsunterstützung, das Amt für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt, die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die Technischen Betriebsdienste, das Ordnungsamt, die Feuerwehr und die Kämmerei.
 
Never change a winning team – nach dem Stadtbus steht für das Projektteam gleich die nächste Mammutaufgabe an: Zusammen mit den Partnern in der Region die Regional-Stadtbahn in der Reutlinger Innenstadt aufs Gleis zu bringen.
Danke gilt es auch unseren Partner vom Naldo und insbesondere von der RSV zu sagen. Ich darf an dieser Stelle den Geschäftsführer der Reutlinger Stadtwerke, Herrn Balcerek und den Geschäftsführer der RSV, Herrn Hogenmüller ganz herzlich begrüßen.
 
Herr Hogenmüller sitzt bereits am Lenkrad des ersten Busses...
 
Nicht zu vergessen auch die beteiligten Baufirmen. Herzlichen Dank für ihr Engagement! In meinen Dank möchte ich auch die Anwohnerinnen und Anwohner der Gartenstraße und umliegender Gebiete einschließen, die die Bauarbeiten meist geduldig und verständnisvoll ertragen haben.
 
Jetzt hoffen wir, dass das neue Stadtbusnetz morgen den Realitätstest besteht. Ich habe keinen Zweifel daran, weiß aber auch aus Erfahrung mit großen Projekten, dass vermutlich an der ein oder anderen Stelle nachgebessert werden muss, wie das immer ist, wenn Neues beginnt und erprobt werden muss. Dafür bitte ich schon jetzt um Geduld und Nachsicht. Wie heißt es doch so schön im deutschen Sprichwort: „Geduld in allen Dingen führt sicher zum Gelingen“.
 
Heute sind wir zusammengekommen, um nach getaner Arbeit zu feiern und das wollen wir jetzt auch tun. Nach dem folgenden Grußwort von Staatssekretär Bilger, auf das ich mich sehr freue, wird das obligatorische Eröffnungs-Band durchschnitten. Sämtliche Bus-Typen, die schon bald auch das Reutlinger Straßenbild prägen, stehen für diesen Akt bereit – vom kleinen Quartiers- über den Linien- bis zum Gelenkbus und dem neuen „Sattelschlepper“, der künftig Fahrrad samt Fahrer ans Ziel bringt.
Für schwungvolle Klänge ist weiterhin die „Stadtkapelle Reutlingen“ zuständig. Die „Betzinger Krautskräga“ sorgen für unser leibliches Wohl.
Ich wünsche allen Anwesenden ein schönes Fest und später eine gute Heimfahrt – am besten mit dem Bus!
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