Die Reutlinger Erklärung

Die Reutlinger Erklärung | Damit Vielfalt lebt und erlebt werden kann


Die Reut­lin­ger Er­klä­rung be­inhal­tet Leit­li­ni­en zur in­klu­si­ven Bil­dung, Er­zie­hung und Be­treu­ung in Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen.
Diese Leit­li­ni­en sind grund­le­gend und rich­tungs­wei­send für die Trä­ger Kin­der­ta­ges­be­treu­ung und Kin­der­ta­ges­pfle­ge in Reut­lin­gen.


Die Reut­lin­ger Er­klä­rung

Film zur Reutlinger Erklärung

Der Reutlinger Erklärfilm entstand im Kontext des Projekts „Inklusion von Anfang an nachhaltig entwickeln“ der Ev. Hochschule Ludwigsburg in Kooperation mit der Stadt Reutlingen und dem Kuratorium Kindertagesbetreuung Reutlingen.

Die »Reutlinger Erklärung« einfach erklärt


Die Kita ist ein Ort für alle Kinder, so unterschiedlich, wie sie auch sein mögen. Und zwar von Anfang an. Denn Vielfalt ist für alle gut – gerade weil wir unterschiedlich sind!

Uns in unserer Unterschiedlichkeit zu achten und zu begegnen macht unser Leben wertvoll und reich. Egal ob wir groß oder klein sind, ob wir eine Brille brauchen oder nicht, ob wir dünn oder dick sind, dunkel oder hell, alt oder jung. Selbst unsere unterschiedlichen Esskulturen sind kein Grund für Ausgrenzung, warum auch?! So sind wir eben aufgewachsen. Während der eine lieber zeichnet, mag ein anderer zum Beispiel lieber tanzen. 

Vielfalt zeigt sich aber auch in unseren Gemeinsamkeiten:  Jeder von uns hat das Bedürfnis zu lernen. Jeder von uns will gerne Freunde haben, lachen, spielen, einfach »frei sein«. Jeder von uns möchte gerne dazugehören und geliebt werden, ja: wahrgenommen werden, wertgeschätzt werden und auch anerkannt werden in seiner individuellen Einzigartigkeit.  Wir brauchen die Anderen und haben ein Bedürfnis nach Lerngemeinschaften, denn wir sind auf gegenseitige Hilfe angewiesen. Jeder leistet schließlich seinen ganz persönlichen Beitrag zum Gesamten - gerade durch seine individuelle Einzigartigkeit und Vielfalt.
Und das ermöglicht uns, voneinander zu lernen: andere Sprachen - andere Feste. Wir lernen, Mitgefühl zu haben und andere zu respektieren. Wir werden fähig, zu sehen und zu lernen, was andere zum Beispiel auch an Unterstützung brauchen. 

Darauf haben alle Kinder ein Recht. Und Rechte sind verpflichtend und binden.
Das beginnt zum Beispiel mit den Grundwerten der UN-Kinderrechtskonvention und der UN-Behindertenrechtskonvention: Das Recht auf gleichberechtigte Bildungschancen. Kein Kind soll zurückgelassen werden. Wir sind so individuell unterschiedlich - und gerade das ist ja gewollt: Jeder darf anders sein und jeder braucht auch etwas anderes.
So sind auch die persönlichen Herausforderungen und Bewältigungsmuster jeweils vollkommen unterschiedlich, je nach Begabung, Persönlichkeit und sozialen Zusammenhängen. Diese Vielfalt schafft Teilhabe für alle und braucht eine Sozialraumorientierung, sodass jedes Kind alltägliche Kontakte in Wohnortsnähe knüpfen kann. So können Freundschaften in Nachbarschaftsnähe entstehen. Dafür brauchen wir eine bewusste Haltung, indem wir die Unterschiedlichkeit unserer Kulturen, Geschlechter und Religionen gegenseitig anerkennen. Ja nicht nur das, in dem wir sie auch wertschätzen. Dafür ist es zum Beispiel notwendig, dass wir uns Gedanken machen und Lösungen finden für Barrierefreiheit oder für das Miteinander mit geflüchteten Menschen; dass wir vorurteilsfrei betrachten, welche Vorteile wir selbst haben oder welche Schwierigkeiten für jemanden entstehen, der eine Sprachbarriere hat. Alle Fragen sind erlaubt und dabei gibt es keine »Fehle«. Jeder ist »willkommen« -  DENN MIT DEM HERZEN SIEHT MAN ANDERS.  

Wie kann das funktionieren? 
Zum Beispiel dadurch, dass Eltern sich bewusst in Kindertageseinrichtungen begegnen, sich treffen, Kontakte knüpfen. Indem wir ein Umfeld schaffen, indem Kinder sich begegnen können und sich willkommen fühlen. Ein Kindergarten, der für ALLE KINDER da ist. Mit ausgebildetem, qualifizierten Personal, das den gesamten Prozess unterstützend begleitet, und zwar in sämtlichen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, Kinder– und Familienzentren, sowie in Krippen und bei Tagesmüttern. Innerhalb einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit und in Kooperation und Vernetzung mit anderen im Stadtteil ist dort dann auch der Platz, um die Themen der Eltern und Kinder aufzugreifen und gemeinsam zu lernen. Die so entstandenen Netzwerkknoten ermöglichen es, sich ein individuelles Bild der Kinder zu machen und sie entsprechend ihrer Potenziale und Talente zu fördern und zu entwickeln. Das verstehen wir als Vorbereitung auf´s Leben!
Dabei ist es wichtig, zu sehen, dass dies nur innnerhalb eines dauerhaften Prozesses ermöglicht wird, an dem alle beteiligt sind und der stetig weiterentwickelt wird, damit nachhaltig Inklusion entsteht.

Die Reutlinger Erklärung ist eine Selbstverpflichtung der Reutlinger Kindertages-einrichtungen für eine Kita in Vielfalt. Alle Träger haben sich zusammengeschlossen und laden Sie mit dieser Erklärung zu einer Kita für alle ein! Dafür braucht es uns alle – Fachkräfte, Eltern und Träger.  Seien Sie dabei und unterstützen auch Sie die Reutlinger Willkommenskultur: Damit Vielfalt lebt und erlebt werden kann!

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