Gustav Wagner Maschinenfabrik GMBH

Die Firma Gustav Wagner im Jahr 1925

Das Schloss auf dem Buckel – Die Villa Schieferberg

Erinnerung des Gründerenkels Günther Wagner an die Villa Schieferberg, die 1902 von Gustav Wagner erbaut wurde: „Mit dem Turm, abgestuften Giebeln, Erkern und bogengestützten Terrassen drückte sie das Selbstbewusstsein des Firmengründers, ja der ganzen Gründerjahre aus, und glich fast einem Schloss. Im Innern kam man über eine breite Marmortreppe in den Flur, der größer war als die meisten heutigen Wohnzimmer. Butzenfenster unten, im Treppenhaus Jugendstil. Die dunklen Möbel im holzgetäfelten Esszimmer, der mit rotem Teppich belegte Salon mit dem Turmzimmer, der große Billardtisch im Billardzimmer. Im 2. Stock wohnte früher das Personal. Dort hatte sich Onkel Fritz 1939 mit Tante Fernanda eine schöne Dachwohnung gebaut, mit Einbauschränken und einer Wendeltreppe im Schlafzimmer, die zum höchsten Turmzimmer führte.
Der große Garten im englischen Stil hatte hinten eine Kegelbahn aus Großvaters Zeiten, einen Teich mit Springbrunnen, umgeben von Rosenbeeten, ließ das Wasser in einen Weiher hinunterfließen. Dieser hatte eine Insel, die über eine Holzbrücke zu erreichen war. Tannen, Buchen, Trauerweiden, Magnolien, Blumenbeete, Obstanlagen, Schaukel und Sandkasten bildeten ein weites Reich für uns Kinder. Auf dem Weg, der zum Haus führte, wurde Schlitten gefahren.“
Die Villa wurde von Gustav Wagner mit Schieferbeton statt Kiesbeton gebaut, obwohl ihm davon abgeraten wurde, weil sich der Schiefer beim Eindringen von Luft zersetzt. Später wurde festgestellt, dass sich im 2. Stock die Wand nach außen wölbte, so dass man durch einen Spalt in den 1. Stock sehen konnte. Die Villa war unbewohnbar geworden und wurde nach einer Zeit des Leerstandes 1987 abgerissen.


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